Krayenzeit – Tenebra (CD-Review)

TenebraKrayenzeit lassen wieder von sich hören! Die siebenköpfige Mittelalter Rock Band kann durchaus auf Erfolge zurück schauen, die sie damit einfuhren. Konzerte wurden absolviert, Fans gewonnen. Im Großen und Ganzen: es war alles erfolgreich! Sie haben sogar die Booking-Agentur „Headline Concerts“ für sich erobern können, die mit Größen wie In Extremo arbeitet. 2015 entschloss sich Karin die Band zu verlassen, um mehr Zeit für ihre Familie zu haben und seit Herbst 2015 verstärkt die studierte Musikerin Meike Stein die Band virtuos an der Geige. Nach dem großartigen Erfolg ihres Debüt-Albums „Auf dunklen Schwingen“ (2015) folgt nun das zweite Studioalbum der melodischen Truppe, die zwischen Mittelalterrock, Metal, Folk und Rock laviert.

Am 26.08.2016 kommt nun endlich der besagte Nachfolger Tenebra auf den Markt. 13 brandneue Tracks sind drauf. Das „Intro – De profundis“ ist schon sehr vielversprechend. Instrumental, düster, geheimnisvoll, magisch, betörend, in seinen Bann ziehend. SEHR vielversprechend und ein klasse Anfang für Krayenzeit 2016! Das Herz- und Titelstück „Tenebra“ verrät auch gleich sehr eindrucksvoll, wie die Platte zu ihrem Namen kam. Gescheiter Mittelalter Rock, toller Gesang, geile Atmosphäre, pfeilschnell, sehr mitreißend. Einfach nur feiern! Der „Ruf der Lamia“ fällt betörend und magisch aus, so dass man ihr nicht entkommen kann! Wenn man bedenkt, was Lamia angetan wurde und sie daraufhin tat, dann sind die Eigenschaften des Liedes eigentlich sehr ungesund für den, der dem Ruf erliegt. Den Hörern passiert nix, außer dass sie vom Sound infiziert werden! „Noli Timere Messorem“ ist hingegen seines Namens auf deutsch vorgetragen. Pfeilschnell vorgetragen, tolle Lyrics, packender Gesang. Muss einfach überzeugen! Übersetzt heißt es übrigens „Wir fürchten den Sensenmann nicht“, was hier auch im Refrain sehr überzeugend geschrien wird! Tolle Message! Sehnsuchtsschwanger und eindringlich treibt dann das „Narrenschiff“ vorbei. Richtig feine, berührende Seemannsballade! „2000 Jahre Einsamkeit“ ist, wie man erwartet, tief berührend, tief traurig, elegisch und extrem melancholisch. Vom Gefühlsbarometer her das schönste Lied der CD! „Ein Tänzchen (mit Strick-Jig)“ überredet danach zum feiern und tanzen. Genug der Trauer, Hörner hoch und das Leben genießen! Wer da nicht die müden Knochen bewegt, ist selber schuld! Selbiges beim „Fegefeuer“. Hier darf richtig eskaliert werden! Berechtigsterweise ist die „Niemandsrose“ mit 5:50 die längste Perle. Traurig, wunderschön vorgetragen, tief greifende Instrumente mit passendem Gesang, tief gehend, niemanden kalt lassend – einfach nur mega! Ein Apell an die Menschlichkeit meine Damen und Herren! Mir geht das doch schon sehr an die Nieren. Ihr seht, Ihr müsst da reinhören! „Chimaera“ hingegen fordert dann wieder zum Tanze auf. Das Stück besticht durch seinen orientalischen Touch und die betörenden Worte. Beeindruckend, wie die Damen und Herren dieses Ungeheuer beschreiben können! Musikalisch absolut top! „In Vino Veritas“ präsentiert sich als Mittelalter-Metal, der das Thema einfach perfekt umsetzt. Tolles Sauflied! Wie zweideutig diese Wortwahl doch ist – ein Traum! „Fiat lux“ ist kein neues Modell von Fiat, sondern ein richtig fettes Teil von Krayenzeit und lohnt sich so umso mehr! Einer meiner absoluten Favoriten! Ursprünglich war es eine neureligiöse Bewegung. Das erklärt den Text und schreckt vorm Auto ab! Wer weiß, vielleicht wird man während der Fahrt beweihraucht oder ein hoher Geistlicher übernimmt den Autopilot. Spaß beiseite, der Song ist fetzig! Elegisch, sanft, wolkenweich, balladesk, eingängig, betörend. So nett ist der Ausklang der CD „Alles von mir“. Ein Track, der alles zusammenfasst, was Menschen heutzutage mit anderen Menschen tun. Der perfekte Soundtrack für graue Tage ohne Hoffnung und ohe Licht. Danke an die Crew für dieses Goldstück, neben der „Niemandsrose“ mein absoluter Favorit!

Fazit: Krayenzeit schaffen es, nahtlos an ihren Erfolg anzuschließen! Mehr noch, sie können es steigern! Feierlaune und Trübsal wechseln sich hier famos ab, die Musiker liefern Bestleistung ab und beweisen einmal mehr, wie viel sie drauf haben! Man hört einfach, wie viel Spielfreude und Erfahrung da drin steckt, jedes einzelne Mitglied ist Meister seines Fachs! So muss es sein, mehr ist nicht zu sagen, mehr hört man nur! Damit ende ich, bedanke mich für die Aufmerksamkeit, wünsche viel Freude beim hören, sage bis bald und stay tuned!

Tracklist:

01 Intro – De Profundis
02 Tenebra
03 Ruf der Lamia
04 Noli Timere Messorem
05 Narrenschiff
06 2000 Jahre Einsamkeit
07 Ein Tänzchen (with Strick-Jig)
08 Fegefeuer
09 Niemandsrose
10 Chimaera
11 In Vino Veritas
12 Fiat Lux
13 Alles von mir

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VÖ: 26.08.2016
Genre: Mittelalterrock, Folkrock
Label: Oblivion

Krayenzeit im Web:

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