Kings Winter – Forging The Cataclysm (EP-Kritik)

Kings Winter

Mit dem Duo KINGS WINTER präsentiert sich dieser Tage ein Newcomer im Bereich des Melodic Metal. Angeführt von Fronterin Jule Dahs und ihrer rockigen Stimme lässt das Songwriting aus der Feder von Gitarrist Tobias Dahs dabei den Vibe des klassischen Hard Rocks der Achtziger (MAGNUM) auferstehen und vermischt das Ganze mit modernem Melodic Metal, sodass das Endergebnis wenig mit dem Melo-Death der Hauptband LEVIATHAN zu tun, bei der die beiden ansonsten aktiv sind. Entstanden sind so insgesamt sechs mitreißende Tracks, die unter dem Titel „Forging The Cataclysm“ seit dem 22. Juni 2019 auf allen digitalen Plattformen und als streng limitiertes Digipack (200 Stück) erhältlich ist. (Quelle: Pressetext)

Fetzig geht es los mit „Time´s Running Out“. Nach vorne preschende Gitarren werden mit einem epischen Keyboardteppich unterlegt. Von der Doublebass des Schlagzeugs nach vorne getrieben, ertönt die Stimme von Jule Dahs. Trotz Rockröhrenanleihen ala DORO PESCH hört man eine Verletzlichkeit in der Stimme. Dazu gesellt sich eine melodische Leadgitarre, welche sich angenehm in den Mix einfügt. Entgegen der noch aktuellen Rock-Retrowelle klingt hier alles in modernem Anstrich. Die Erfahrung aus anderen Projekten hört man an den Details und dem durchdachten Songwriting. „The Grand Delusion“ erinnert anschließend an den kommerziellen Radiorock der Spätachtziger, welche mit Synthilinien unterlegten getragenen Gitarren daherkommt. Hauptfokus liegt auf der Gesangslinie. Es gelingt ohne kitschig zu klingen das Feeling dieser Zeit einzufangen. Durch die Stimme fühle ich mich an eine deutlich härtere Reincarnation von ROXETTE erinnert. In „Forging The Cataclysm“ werden die bereits bekannten Zutaten weiter geschmiedet. Auch kurze Ausflüge in höhere Stimmlagen, wie man Sie aus dem Gothic Metal kennt, sind im Repertoire. Vielleicht eine rockigere Ausgabe von WITHIN TEMPTATION. „At Road´s Ende“ entpuppt sich als ein Instrumental, in welchem die Bühne der Leadgitarre gehört. „Age Of Reason“ groovt stampfend im midtempo. Der Fokus liegt hier mehr auf den Rhytmusgitarrenparts, bis die Spannung in einem Gitarrensolo aufgelöst wird. Hier geht es sperriger und weniger catchy zu Werke. Für mich der schwächste Song der EP. An einen fernen Strand entführt uns das Meeresrauschen von „A Sailor´s Tail“, bevor Akkustik- gitarrenklänge uns in ein balladeskes Stück voll Sehnsucht entführt. Hier träumt es sich in eine andere Welt. Ein bisschen BLACKMORE´s NIGHT schleicht sich in das bisher darge- botene.

Fazit: Die Debüt-EP mit 25 Minuten Spielzeit gibt eine Demonstration, was KINGS WINTER in Zukunft an Bandbreite liefern kann. Ganz klar kommt zum Vorschein, dass das Ehepaar Dahl ihr Handwerk versteht. Etwas Abstriche muss man beim Schlagzeug machen, dass aus der Dose kommt und mit einem menschlichen Counterpart sicher noch mehr Akzente setzen kann. Ich freu mich auf die erste Langspielplatte!

Tracklist:

1. Time’s Running Out
2. The Grand Delusion
3. Forging The Cataclysm
4. At Road’s End
5. Age Of Reason
6. A Sailor’s Tale (Bonustrack)

Kaufen: Bandcamp

VÖ: 22.06.2019
Genre: Melodic Metal
Label: Eigenvertrieb

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