Joachim Witt – Thron (CD-Review)

throncoverJOACHIM WITT hat sich im Laufe der Dekaden einen Ausnahmestatus unter Deutschlands Musikern erarbeitet. Er darf ungeniert Genres wechseln, Stile mischen und sich selbst immer wieder neu erfinden, ganz, wie ihm der Sinn steht – seine Fans bleiben ihm treu. Weil sie wissen, dass sich hinter dem künstlerischen Wandel noch immer derselbe Mensch verbirgt. Ein Mensch, der – genau wie wir – durch alle Stimmungslagen getrieben wird. JOACHIM WITT vermag es jedoch wie kein Zweiter, sie mit ungebremster Intensität zu vermitteln. Nach den letzten beiden Alben „Neumond“ (2014) und „ICH“ (2015), sowie die Ver- öffentlichung der Live DVD „WIR“ im November 2015, gefolgt von zahlreichen gefeierten Konzerten meldet sich der Ausnahmekünstler Joachim Witt nun mit neuem Material zurück. Durch eine erneute erfolgreiche PledgeMusic-Kampagne und der Hilfe von Produzent und Mitautor Bassel Hallak will das Urgestein Joachim Witt jetzt aufs Neue die Musikwelt bereichern.

Das inzwischen 16. Studioalbum trägt den Titel „Thron“, beinhaltet 11 brandneue Songs und erscheint am 09. September 2016 über Ventil Records. Es beginnt sehr düster-romantisch elektronisch mit der Hymne „Einheit“. Tief treffend, bewegende Worte, aktuelles Zeit- geschehen, tieftraurig, richtig starker Gesang. So präsentiert sich Witt 2016! Ein Lied, wie es nur vom Altmeister kommen kann! Mit einem wunderschönen Piano wird „Geh deinen Weg“ eingeleitet. Im Gesamten eine sehr getragene Nummer, die als Lebensratgeber fungiert. Im Refrain kommen fette Rock-Elemente und dröhnende Drums dazu. Abwechslungsreicher Gesang zwischen ruhiger wunderschöner Stimme und kehligem Geschrei, wie er nur von Meister Witt kommt. Wie das Liedlein anfing, so endet es auch: mit einem hingehauchten Piano. Nehmt Euch das zu Herzen, er singt das nicht einfach nur so was er da singt, der Mann will Euch helfen und der weiß, wovon er redet! Richtig typsch Witt tritt „Rain from the Past“ auf. Klassik, Rock, deutsch, englischer Refrain (der nur aus diesen 4 Worten besteht), tief berührend, hell erleuchtet. Richtig feine Perle! „Tag für Tag“ passt da gut dazu, es ist nur derbe rockiger und gewaltiger. Text, Musik – eine richtig fette Einheit, die man lieben muss! Ich kann mich direkt mit dem verbinden, was er da singt und ich muss Euch sagen: was anderes kann und soll man auch nicht machen! Richtig smoothy und obercool kommt „So oder so“ daher. Man bekommt einen super Einblick, wie der Mann wohl lebt und denkt. Sogar das Unglück mit seinem Haus hat er hier verarbeitet. Nehmt Euch ein Beispiel dran, das ist ein echtes Geheimrezept zum glücklich sein! Orientalisch geht es in „Alle nicken“ über. Hier erwartet uns ein NDH- ähnliches Gewitter und bitterböse Worte. Definitiv das fetteste Teil der Platte! Hier beschreibt er sich wirklich perfekt selbst und verarbeitet, wenn ich es richtig verstanden habe, auch seine Zugehörigkeit zur schwarzen Szene. Bei seinem Auftritt auf dem WGT 2016 hat er auch einiges dazu gesagt. Eine kleine, feine Perle namens „Winterwald“ bringt dann wieder etwas Ruhe rein. Hier punktet vor allem wieder der geniale Text, gepackt in wunderfeine Melodien. „Wenn du mich rufst“ ist wieder sehr düster-romantisch angehaucht. Wenn Ihr ein Licht im Dunkeln braucht, hört Euch diesen Song an. Nehmt Euch auch das zu Herzen, ich feiere die Message dieses Tracks ganz besonders! In guter alter Western Rock Manier präsentiert sich „Weit ist der Weg“ mit einer fetten Schlager-Breitseite. Aber der Mann darf alles, die Kombination klingt einfach verdammt gut! Zu „Lebe dein Leben“ muss man nicht mehr viel sagen, das erklärt sich von selbst. Stilmäßig erinnert das sehr an gute alte NDW-Zeiten mit Neuzeit-Touch. Schreibt Euch diese Message auf eine riesen Fahne, die Ihr ab jetzt immer dabei haben müsst! Das Herz- und Titelstück „Thron“ darf natürlich nicht fehlen. Eingängig, Sprechgesang, nachdenklich, gewaltig, monumental, den Albumtitel perfekt erklärend. Ein besseres Ende hätte der Meister nicht schaffen können, Hut ab!

Fazit: Ich bin einfach mal wieder völlig aus dem Häuschen und ziehe wirklich meinen Hut vor dem Mann! So viel erreicht, ein Wortkünstler, eine starke Message jagt die nächste – es ist einfach der absolute Wahnsinn! Ich durfte ihn live erleben und diesen Moment habe ich mir eingebrannt. Er braucht sich einfach nicht wundern, warum er bei uns in der Szene so gefeiert wird. Natürlich macht er musikalisch so gut wie alles, aber er darf das wie schon so oft gesagt und das, was er tut, macht ihn einzigartig und zu einem richtig liebenswerten Ausnahme- künstler! Die Fans werden dieses Album genau so wie seine anderen Werke lieben und ich kann es nur empfehlen (das geht an ausnahmslos ALLE), hört Euch an, was er zu sagen hat und verinnerlicht das. Ich möchte drauf wetten, das führt zur Besserung! Denkt mal drüber nach. Mit diesen Worten ende ich, bedanke mich bei Euch und Meister Witt für dieses Werk, sage bis bald und stay tuned!

Tracklist:

01 Einheit
02 Geh deinen Weg
03 Rain from the Past
04 Tag für Tag
05 So oder so
06 Alle nicken
07 Winterwald
08 Wenn du mich rufst
09 Weit ist der Weg
10 Lebe dein Leben
11 Thron

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VÖ: 09.09.2016
Genre: Avantgarde
Label: Ventil Records

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