Ihsahn – Arktis (CD-Review)

Ihsahn, 1975 in Notodden als Vegard Sverre Tveitan geboren, ist er bekannt als Stimme der legendären Black-Metal-Band Emperor. Als Vollblutmusiker ist er ein norwegischer Komponist, Gitarrist, Bassist, Keyboarder und wie schon erwähnt Sänger. Mit seiner Frau Heidi S. Tveitan spielte er bei Peccatum, seit 2006 ist er nun als Ihsahn solo unterwegs. 5 Alben hat er mit seiner Solo-Band bereits veröffentlicht, Fans spricht er damit genug an. Das letzte Album „Das Seelenbrechen“ erschien 2013.

Jetzt erscheint am 08.04. endlich das brandneue 6. Werk „Arktis„. Darauf erscheinen 11 brandneue Songs, die wir von Dark Music World und ich Euch heute schon präsentieren dürfen. Genau so schroff und wunderschön wie die Arktis selbst ist auch der Opener „Dissassembled“. Heftig, dröhnende Instrumente, Black Metal typische Growls, wunderschön berührender melancholisch-gefühlvoller Gesang. Einfach ein richtig feines Brett für Ihsahn 2016! „Mass Darkness“ ist das komplette Gegenteil. Wunderschön, traumhafte Melodien, berauschender düsterer Gesang, pfeilschnelle Instrumente. Gegen Ende steigt sogar ein Chor mit ein. Einfach eine Wucht! Düster-atmosphärisch-abwechslungsreich kommt „My Heart is of the North“ daher. Eine wahre Naturdoku! In der Mitte zeigt der Master seine zarte Seite und wird gefühlvoll-poppig. Richtig starker Song mit viel Pathos! „South Winds“ werden musikalisch auch perfekt umgesetzt. Heftige Growls wechseln mit feinem Männergesang und Chor, Folklore fließt mit ein, dazu Tieftoner. Sehr interessante, abwechslungsreiche, warm-kalte Nummer! Ebenso spannend ist „In the Vaults“. Ebenso wechselhaft wie die Arktis selbst. Düster beeindruckend, schaurig schön, faszinierend, tiefgründig. Einfach ein richtig feines, wunderschönes Lied! „Until I too dissolve“ ist ebenso schwer zu erfassen und zu beschreiben. Rock, derber Metal, wunderschöne Atmosphäre, Gefühl, Herzblut, packender Gesang, dazu ordentliche Growls – Meister Tveitan hat es einfach drauf! Klassischer Rock, sägende Gitarren, tiefste Black Metal Growls, spannend gruftige Horror-Sounds, himmlische Riffs, starker normaler Gesang, ordentliche Headbang-Attitüde – das sind die Eigenschaften von „Pressure“, dem zweitlängsten Goldstück. Im Mittelteil wird es sogar richtig düster mit Speed Black Metal. Was für ein Monster! Die am meisten überraschende Nummer ist eindeutig „Frail“. Horror-Black Metal-Grusel Rock ist wohl das passendste, was man hierzu sagen kann. Hört es Euch an, es ist beeindruckend! „Crooked red Line“ läutet den entspannten Teil des Abends ein. Saxophon, Blues Jazz Stimmung, Romantik, Gefühl, Herzblut. Also: Partnerin schnappen oder die Singles eben die Pulle Rotwein, Kerzen an, Licht aus, entspannen, Moment genießen, lauschen. Gegen Mitte kommt ordentlicher Metal dazu, für das Metal-Herz tut das dem ganzen aber keinerlei Abbruch. Was soll man über „Celestial Violence“ sagen. Es bleibt in der Stimmung vom vorherigen Song, bringt tausende Liter Herzblut, Härte, Dunkelheit und Dramatik mit. Einfach eine richtig geile Metal-Wucht und schwer beeindruckend! Ganz still, leise, heimlich, verstohlen kriecht uns das Abschluss-Werk „Til tor ulven“ in die Ohren. Vor dem Hintergrund eines düsteren Klavierspiels redet ein Mann, wahrscheinlich mittleren Alters, entweder ein Einheimischer oder Meister Tveitan selbst. Man kann es nicht genau sagen. Ein wirklich sehr starkes Stück Liedgut, welches mit 9:13 das längste der Platte ist. Eiskalte Polarwinde mischen sich in die Kulisse ein und verändern das Klavierspiel. Die Kulisse wechselt zu verzerrt-gruseligen Keyboard-Sounds, die schrill steigernd in eine dröhnend sägende Gitarre umschlagen. Meister Tveitan schreit dazu und die arktische Reise ist perfekt!

Fazit:
Vor diesem Mann MUSS man einfach das Haupt neigen! Ein wahrer „Gott“ des Metal! Eine Gottheit, eine Koryphäe auf seinem Gebiet! Das ist nicht nur ein Album – das ist eine Naturdeko! Das Album heißt nicht nur „Arktis“ – es IST die Arktis! Solch übermächtige, beeindruckende, abwechslungsreiche musikalische Reise durch diese wunderschön-schaurige Landschaft gab es vorher und bis dato nicht! Hier ist ein Meisterwerk gelungen, das nur noch durch Darbietung mit einem mächtigen Orchester getoppt werden kann! Ich kann nur jedem empfehlen, sich dieses Kunstwerk azueignen. Es lohnt sich so sehr und es ist einfach ein Monument, ein Meilenstein, wahrlich ein Meister in der Geschichte des Metal. Mag übertrieben klingen, aber wer es gehört hat, wird es bestätigen können. Natürlich stellt es nix in den Schatten und die Musikgeschichte hat etliche Ultrawerke hervor gebracht, das steht ganz außer Frage. Aber diese Platte darf sich da mit einreihen.

Tracklist:

01 Disassembled
02 Mass Darkness
03 My Heart Is Of The North
04 South Winds
05 In The Vaults
06 Until I Too Dissolve
07 Pressure
08 Frail
09 Crooked Red Line
10 Celestial Violence
11 Til Tor Ulven (Søppelsolen)

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VÖ: 08.04.2016
Genre:
Black-Prog Metal
Label: Spinefarm

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