IGNIS FATUU – Meisterstich (CD-Review)

IGNIS_FATUU ReviewNach drei turbulenten Jahren, mit endlosen Liveauftritten und hartem Songwriting, Proben und Line-Up Veränderungen melden sich die Nürnberger Mittelalter Rocker IGNIS FATUU endlich mit dem langersehnten Nachfolger des 2014 erschienenen Chart Album “Unendlich viele Wege” mit dem Albrecht Dürer Konzeptalbum “Meisterstich” zurück. Zum Anlass des 500 Jährigen Jubiläums und zu Ehren des berühmtesten Gründungsmitgliedes hat Ignis Fatuu das neue Album Albrecht Dürer und seinen großartigen Werken gewidmet. Es ist das erste Mal in der Geschichte von Ignis Fatuu ein reines Konzeptalbum. Die Musiker sehen dabei weit über den Tellerrand des typischen Mittelalterrocks hinaus und legen am 08. Juli 2016 das erste Renaissance-Rock-Album Deutschlands vor! Die 13 hemmungslos gewaltigen und gleichzeitig gefühlvollen, und detailreichen Songs decken das ganze Spektrum von Metal bis Ballade ab. Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt. Für die herausragende Klangveredelung konnte niemand geringerer als Simon Michael von Subway To Sally gewonnen werden. 13 eingängige, ausgefeilte Rock-Songs inspiriert von 13 orginalen Kupferstichen Albrecht Dürers springen dem Hörer buchstäblich Ohr. Begebt euch mit Ignis Fatuu auf die Reise, erlebt musikalische Augenblicke der besonderen Art.

Den Anfang macht „Die 4 Reiter der Apokalypse“. Hammer Text, pfeilschnell, schneller männlicher Gesang, elfengleicher Gesang von Irene, Eingängigkeit, starker Rhythmus. Also ein perfekter Startschuss für Ignis Fatuu 2016! „Nemesis“ kommt danach daher. Das Lied klingt recht fröhlich und ausgelassen, der Text ist es nicht unbedingt. Richtig cool gemacht, das Liedlein macht Freude! Die Dame würde sich darüber freuen! Richtig typischer Mittelalter-Rock erwartet uns mit „Ritter, Tod und Teufel“. Spannender Gesang, sau cooler Text, richtig feine Melodien. Erster Favorit! „Rhinocerus“ besteht aus eingängigem Sprechgesang, orientalischem Touch und bayerischem Dialekt. Recht cool gemacht, der Dialekt stört mich, einiges verstehe ich dadurch nicht. Ansonsten würde ich es zum reinhören empfehlen. Um einiges besser finde ich da doch „Der Liebestraum“. Das ist Ignis, wie wir sie kennen! Den halbgeflüsterten Gesang versteht man leider kaum, ansonsten zweiter Favorit! „Satyr und Nymphe“ ist eine weitere Zusammenarbeit aus Andreas und Irene und eine ganz besondere Ballade. Toller Text, schneller Gesang, neue Partyhymne der Band und ein weiterer Favorit! „Die wunderbare Sau von Landser“ ist schon mal ein sau cooler, witziger Name. Der Text ist eine Mischung aus bitterböse und lustig. Der Gesang ist eine Mischung aus singen und Marktschreier. Ihr seht, interessante Nummer! Besinnlichen Renaissance-Mittelalter-Folk-Rock gibt es dann mit „Melencolia I“. Mein absoluter Oberfavorit! Hört mal rein, mehr verrate ich Euch dazu nicht. Ganz besonders toll finde ich auch deren Version von „Adam und Eva“, das wird ein neuer Ohrwurm von ihnen! Das singen natürlich wieder beide. Was das Geräusch zum Ende soll, weiß ich nicht. Das stört. Wieder beide zusammen hört man „Das Meerwunder“. Ausgelassener, wunderschöner, berührender Renaissance-Mittelalter-Folk-Rock, der die Thematik wunderbar wiedergibt. Weiterer Favorit! Es gibt einen nahtlosen Übergang ohne Pause in „Sternenfall (die Eröffnung des sechsten Siegels)“. Genau so, wie man sich das Lied aufgrund des Namens vorstellt, ist es auch. Eingängig, höllisch, dramatisch, elegisch. Weiterer Favorit! „Der Dudelsackspieler“ ist ein pfeilschnelles, mitreißendes, derbe rockiges, Dudelsack betontes Instrumental. Hier muss einfach nur eskaliert, gefeiert und geheadbangt werden! Ein perfektes Ende gibt es mit „Der heilige Hieronymus im Gehäus“. Eingängig, elegisch, ruhig, betörend, gewaltig, bombastisch, balladesk, hammer Text, super Gesang, tief berührend. Welch famoser Abschluss!

Fazit: Im Großen und Ganzen haben die Jungs und das Mädel eine echt gute Arbeit gemacht. Hervorragendes Projekt, man kann gerade mit der Grundthematik und den Werken Dürers so viel anfangen. Da ich die grobe Hälfte echt klasse finde, ist es eine gelungene Platte geworden. Der Rest ist ziemlich durchwachsen, meine Kritikpunkte habe ich ja genannt. Entweder bessert sich das bei öfterem Hören oder muss beim nächsten Mal überarbeitet werden. Dennoch großes Lob an Andreas und seine Truppe!

Tracklist:

01. Die vier Reiter der Apokalypse c. 1497
02. Nemesis c. 1501
03. Ritter, Tod und Teufel 1513
04. Rhinocerus 1515
05. Der Liebestraum des Doktors c. 1498
06. Satyr und Nymphe 1505
07. Die wunderbare Sau von Landser 1496
08. Melencolia I 1514
09. Adam und Eva 1504
10. Das Meerwunder c. 1498
11. Sternenfall (Die Eröffnung des sechsten Siegels) c. 1497
12. Der Dudelsackspieler 1514
13. Der hl. Hieronymus im Gehäus 1514

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VÖ: 08.07.2016
Genre: Mittelalter Rock / Folk Rock
Label: Trollzorn Records

IGNIS FATUU im Web:

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