Hell Boulevard – Inferno (CD-Review)

inferno_Hell Boulevard stehen für glühendes Gift, harte Riffs, versehen mit dem Versprechen, Goth ´N´ Roll wiederzubeleben. Ihre Musik ist wie eine außergewöhnliche Party für die Toten, ein gut ausgewogener Mix aus Gothic-Melodien, eingesaugt von Goth ´N´ Roll, mit orchestralen Akzenten, unerwarteten Gitarren-Solos, Klavier-Spuren und nahezu helle Synthesizer. All das umgibt vDiva´s tiefe, rauchige Stimme. Der Name Matteo vDiva Fabbiani dürfte einigen schon bekannt sein, sang er doch bei Violent Diva und 2012 bei den Schweizern Lost Area. Dadurch brachte er ihnen einen neuen Stil mit ein, der besonders ihre letzten beiden Alben bestimmte. Es brachte ihnen gute Kritiken und Touren mit etlichen Szene-Größen wie Project Pitchfork und The Crüxshadows ein. 2013, als Lost Area ihren dauerhaften Bruch bekannt gaben (2014 folgte die komplette Auflösung), begann Matteo mit der Arbeit an seiner neuen Band Hell Boulevard. Es dauerte einige Zeit, alle Seiten dieses Projektes zu perfektionieren und die richtigen Mitstreiter zu finden. Über 24 Monate wurden investiert, 3 Singles wurden veröffentlicht und einige namenhafte Kollegen wie Lord Of The Lost, Erdling und Freakangel bastelten Remixe. Das Line-Up wird vervollständigt durch Lost Areas ehemaligen Gitarristen Von Marengo, dem Schweizer Drummer A.ve und dem deutschen Gitarrenwunder Dee Dammers (ehemals The Treatment) am Bass.

Am 28.09.2016 erschien nun endlich das Debüt-Album Inferno. Das Album, welches gänzlich von vDiva geschrieben und produziert und dessen Mastering von Chris „The Lord” Harms (LOTL) und Benjamin Lawrenz in den Chameleon Studios (Hamburg) vorgenommen wurde, setzt genau da an, wo Lost Area im Jahr 2013 aufhörten, als sich ihre Wege trennten. 15 Tracks sind drauf. Dunkel, düster, gewaltig, fordernd, elektronisch, stampfend, pfeilschnell, höllisch gut, infizierend. So legt der Opener „Love is Dead“ los. Mächtige Instrumentierung, Ohrwurm-Qualitäten, geiler Gesang. Perfekter Start also für die Jungs! Etwas eingängiger und sehr gefühlvoll wird es hingegen bei „A Lesson in Pain“, was ja auch gemäß der Thematik so sein muss. Goth ´n´ Roll at its best, Klassik-Elemente, betörender Gesang, bittersüße Klänge, dramatische Sounds. Eine wahre Goth-Oper! Feinster Gothic Rock, Spielfreude, Lebensfreude, Stimmungsaufheller. All das erreicht uns über „On the other Side of Life“. Das Lied macht richtig gute Laune, sehr empfehlenswert! In Richtung des Openers bewegt sich „A beautiful Ending“. vDiva hat aber auch ein riesiges Stimm-Spektrum, alle Facetten davon begeistern! Die perfekte Hymne für eine Trennung ist hier in jedem Fall gefunden! Es präsentiert sich mit 5:34 das längste Liedlein genannt „All I´ve lost“. Bittersüß, elegischer Gothic Rock, tief berührend, bewegend, klagend, tieftraurig, wunderschöne Ballade. Einer meiner absoluten Favoriten! Ein episches, getragenes Piano-Intro leitet in die Gruft-Ballade „Living dead Lover“ ein. Der Hintergrundgesang wurde gekonnt von Claudio Ravinale (Disarmonia Mundi / The Silverblack / 5 Star Grave) eingesungen. Ein richtig geiles Teil, tolle Kooperation, der optimale Halloween-Soundtrack und weiterer Favorit! Damit folgt das Herz- und Titelstück „Inferno“. Abwechslungsreich, himmlisch, derbe metallisch, facettenreicher Gesang, geile Atmosphäre, ordentlich Biss und Herzblut. Quasi das ultimative Inferno! Hierüber lassen sich auch Cover, Bandame und Albumziel herausfinden. Also: unbedingt anhören! „This is me“ ist neben dem Titelstück das am meisten heraus stechendste Stück. Klavier und vDivas herzzerreißender Gesang – mehr ist das nicht. Beim Refrain setzen Streicher und ein leichtes Getrommel mit ein. Das sorgt für eine Großspurigkeit, viel Gefühl, Tragik und einen geilen Klassik-Touch. Einfach nur verdammt geil, zerbrechlich, himmlisch und lässt das Herz bluten! Das genaue Gegenteil ist „We love to hate“. Magisch, anziehend, hoch dramatische Synths, höllisch, gruftig, creepy, absolute Dunkelheit, Halloween-Soundtrack, die Party für die Toten, vDiva als Höllenfürst. Dieser Song lässt die Unterwelt erschüttern und heftig beben! Welch herrliche Zweideutigkeit in diesen Lyrics, die sich auch super auf die aktuelle Zeit beziehen lassen! „Freak Parade“ feat. Chris „The Lord“ Harms kann sich da perfekt anschließen. Hir ist der Name Programm! Freaky, krank, abgedreht, abgefuckt, pfeilschnell, einnehmend, nieder- walzend. Party hard, also eskaliert gescheit! Was für eine geile Zusammenarbeit, bitte mehr davon! Zu „Bad Boys like me“ muss man nichts sagen, auch hier ist der Name Programm! Die Mädels werden hier wohl scharenweise ohnmächtig werden! „Is it the End?“ ist eine Frage, die sich auch sehr vieldeutig auslegen lässt. In dem Fall bezieht es sich wohl auch eher auf eine Trennung. Dementsprechend bittersüß und tragisch ist die Musik auch. Richtig geiles Teil! Noch bitterer wird das mit „Yes I´m here without you“, einer wahren Beerdigungs-Hymne. Tieftraurig, zerreißend, abertausende Liter Herzblut, von Trauer geschwängerte Instrumente, extrem packender Gesang. Weiteres Hammerteil! „Nothing from you“ beendet die regulären Tracks und glänzt mit Abwechslung durch eine Mixtur aus Goth ´n´ Roll und eine leichte Alternative Rock Metal Attitüde. In jedem Fall sehr begeisternd! Das richtige Ende ist dann „Hangover from Hell 2016“. Country Goth ´n´ Roll würde ich das nennen. Kater-Stimmung, Afterparty – also hingehend bekannt! Die neue Version ist in jedem Fall genau so geil wie das Original und der perfekte Abschluss!

Fazit: Was soll ich noch groß sagen. Hell Boulevard liefern einfach nur extrem geil ab und ich habe keinerlei negative Kritik. Fett produziert, perfekt abgestimmt, super Band, klasse Gefüge, die Bandkonstellation ist perfekt gewählt, Abwechslung wird geboten! Ich hätte mir gewünscht, dass die Singles ebenfalls vertreten sind. Ansonsten top, kann sie Euch nur wärmstens empfehlen und bin sehr gespannt, was hier noch so passiert! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Hell Boulevard und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Love Is Dead
02. A Lesson In Pain
03. On The Other Side Of Life
04. A Beautiful Ending
05. All I’ve Lost
06. Living Dead Lover
07. Inferno
08. This Is Me
09. Freak Parade
10. We Love To Hate
11. Bad Boys Like Me
12. Is It The End?
13. Yet I’m Here Without You
14. Nothing From You
15. Hangover From Hell 2016

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VÖ: 28.09.2016
Genre: Goth’n’Roll
Label: Thexoomo

Hell Boulevard im Web:

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