Harpyie – Anima (CD-Review)

Harpyie

Es ist wieder soweit – die Harpyien kreischen wieder! Harpyie ist eine deutsche Folk-Rock-Band mit Metal-Einflüssen aus der ostwestfälischen Stadt Bad Oeynhausen. Anfang 2011 gegründet, ist diese aus sieben Mitgliedern bestehende Band im Bereich Folk-Metal beziehungsweise Mittelalter-Rock beheimatet. 3 Alben haben sie bisher veröffentlicht, zuletzt erschien „FreakShow“ 2015. Über dieses Album berichteten wir ja auch schon. Sechs Mitglieder haben sie bereits gewechselt, aber sie sind stärker denn je! Ihre Erfolgswelle will und will einfach nicht abreißen!

Am 28.04.2017 erscheint nun 2 Jahre später Album Nummero 4 genannt „Anima“, dessen Cover tatsächlich auch endlich mal eine Harpyie ziert. 13 brandneue Tracks finden sich darauf. Wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt: Stürmisch und eiskalt weht es, düster geht es zur Sache, ein Erzähler berichtet von den Gräueltaten der Bestie Mensch. Dramatisch heroische Klänge begleiten das im Hintergrund, ehe eine Mittelalter-Metal-Front los bricht. Was für ein Opener, als Herz- und Titelstück „Anima“ perfekt geeignet und die Harpyien machen unmissverständlich klar, worum es geht, was sie wollen und was sie von Bestie Mensch halten. Noch dramatischer, explosiver, eingängiger, emotionaler, gewaltiger, flehender, wütiger geht es mit „Ambra“ zur Sache. „Schneeblind“ ist im Vergleich dazu eher gefühlvoll, aber nicht weniger gewaltig. Eiskalt und dennoch mit viel Wärme. Einfach nur klasse umgesetzt und fein erzählt mit feinster Lyrik. „Flieg Master“ passt natürlich perfekt zu den Harpyien. Eine Hymne, die Bandgeschichte schreiben wird! Das wird definitiv ein Live-Garant und sicher ein interner Favorit bei der riesen Fan-Gemeinde! Technisch 1 a, musikalisch perfekt umgesetzt, Steampunk, Natur, Mittelalter, Metal, Eingängigkeit, eine Welle die einfach mit reißt. Mit „Rasputin“ wird es natürlich fein russisch. Polka, Party, saufen, eskalieren, gröhlen, Haare schütteln, rum springen, Met, Vodka, aus voller Kehle mitsingen. Und die Gläser an die Wand! Das darf auf keiner Mittelalter-Party fehlen! Und das Alles mit Unterstützung russischer Folklore. Das „Totem“ darf natürlich bei der Thematik nicht fehlen. Die Verschmelzung aus Mensch und Tier, das Gleichgewicht aus beiden Arten, Magie, Zauber, dunkle Liebe. Und das auch noch sehr abwechslungsreich in Musik und Gesang. „Vom Alten Eisen“ ist eines der emo- tionalsten Lieder, die die Vögel je geschrieben haben. Bittere Zeilen, tief berührende Worte, entsprechende ausdrucksstarke Unterma- lung. Aello trägt das auch wunderbar vor. Sehr empfehlenswert der Track! „Dynamit“ hin- gegen räumt dann brachial auf. Tanzt kaputt, was Euch kaputt macht! Geiler Text, top Thematik, klasse musikalisch umgesetzt. Das „Jagdfieber“ macht sich breit. Genau so animalisch läuft so was leider auch viel zu oft vor. Menschen, die es nicht aus Hungers- gründen, sondern aus Profitgier und purer Lust tun. Dementsprechend ist es musikalisch auch umgesetzt und lyrisch genial formuliert. Der „Berserker“ spitzt das Ganze natürlich entsprechend zu und wird zum Brutalsten, was die Harpyien bisher gemacht haben. Diese Walze bläst Euch weg! „Löwenherz“ beschreibt genau das, was sich so viele denken. Eins soll Euch gesagt sein: nur die Allerwenigsten werden damit geboren, ein wahres Löwenherz entsteht! Is wie Rückgrat. Denkt mal drüber nach und lasst euch von Harpyie den Weg weisen! „Schöne Neue Welt“. Eigentlich könnte das schon das Finale sein. Alles, was Aello und seine Truppe thematisiert haben, fließt hier zusammen und findet seinen absoluten Höhepunkt. Das, was hier gesagt wird, schreibe ich mir auf die Fahnen! Ich hoffe, dass es auch mehr tun werden. Das betrifft Alles und Jeden! Also genau zuhören, verinnerlichen, aktiv werden! Was für eine Perle! „Unter Geiern“ beendet die Platte recht chillig und doch extrem. Zuerst feinster Folk, dann derber Mittelalter-Metal. Dazu gibt es allerfeinste Lyrik. So endet es doch mit einem deftigen Knall!

Fazit: Es ist gerade mal das vierte Album und dennoch setzen sich die Harpyien damit ein Denkmal. Nicht nur sich selbst. Der Menschheit, der Natur und dem feinen Gleichgewicht. Welches es geben würde. Aber heute kaum mehr machbar ist. Der Mensch stellt sich so oft über das Tier und ist ihm doch so weit hinterher in vielen Belangen. Ich sage, einige Sätze dazu sollten überdacht werden. Was die Natur gibt, kann nicht so falsch sein. Sie hat sich was dabei gedacht. Und die Band schafft es perfekt, all das abzugrasen. Erzählt wird von sämtlichen menschlichen Belangen, Gefühlen, Emotionen, Sehnsüchten, Gräueltaten. Und auf der anderen Seite wird Natur, Tier, Pflanzen, Naturschutz, Ehrung vom Althergebrachten ganz groß geschrieben. Auch, wenn jedes der bisherigen Werke gut war – dieses Album toppt alles Bisherige ihrer Diskografie. Aber wenn wir mal ehrlich sind: genau DAS setzt diese Thematik auch voraus und es hätte keinen besseren Namen geben können als „Anima“. Ausnahmslos jeder sollte diese Scheibe besitzen, denn es geht Alle etwas an! Niemand kommt drum rum, niemand kann dem entgehen. Und Aellos Haufen liefert den perfekten Soundtrack! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Harpyie und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Anima
02. Ambra
03. Schneeblind
04. Flieg
05. Rasputin
06. Totem
07. Vom Alten Eisen
08. Dynamit
09. Jagdfieber
10. Berserker
11. Löwenherz
12. Schöne Neue Welt
13. Unter Geiern

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VÖ: 28.04.2017
Genre: Folk-Metal , Folk-Rock ; Mittelalter
Label: Metalville

Harpyie im Web:

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