Grendel – Prescription:Medicide (Redux) (CD-Review)

GrendelCoverGrendel sind schon eine wahre Institution der Gothic-Szene. 1997 gründete sich die niederländische Aggrotech-Wucht, 2000 folgte ihr erstes Album. Sie haben schon einige Line-Up Wechsel hinter sich, trotzdem stehen sie immer noch da wie eine 1 und feuern ihre derben Electro-Salven auf die tanzwütige Masse. 4 Alben, 5 EPs, etliche Sampler-Beiträge, genug Evergreens & Dancefloor-Klassiker und frenetisch um- jubelte Festival-Auftritte legen Zeugnis darüber ab. Aktuell besteht die Truppe neben Sänger JD (synths, programming, sampling) aus Sascha an den Live Synths, Mel an den Live Synths und Zweitgesang, Emanuelle an der Live-Gitarre und Ben an den Live-Drums. Zuletzt veröffentlichten sie 2012 das Album „Timewave Zero“ und die „Soilbleed redux v2“.

Am 17.06.2016 erschien nun das neue Werk „Prescription: Medicide (Redux)„. 2004 veröffentlicht und schon lange vergriffen, war das Original-Album eines der wichtigsten Alben der Bandhistorie. Es zeigte die raue, ungeschliffene Seite. Mit dem Werk veröffentlicht Infacted Recordings das ganze noch mal, aufpoliert, digital gemastert, inklusive Bonustracks und Remixe namenhafter Kollegen. Den Anfang macht natürlich „Construct Constriction“. Düster, eingängig, bewegend, derber Gesang. Immer noch ein geiles Teil und gutes Zeugnis über die Macht Grendels 2016! Selbiges bei „Social Distortion“, einem weiteren Favoriten. „Crucify“ macht genau so weiter und hier hört man ganz besonders raus, wie alles quasi neu gemacht wurde. Starkes Teil! „Guilt by Association“ ist einfach weiterhin ein derber Stampfer, der einfach nur dröhnt und Freude bringt. Bissige Lyrics, wütendes Gekeife, das ganze elektronisch verzerrt. Einer ihrer größten Überhits, „Pax Psychosis“, ist hier selbstredend auch vertreten. Immer noch perfekt, immer noch ein Favorit! „Dream“ ist immer noch eine der spannendsten Nummern der Niederländer. Jetzt, durch die Überarbeitung, klingt es sogar noch spannender. Orientalisch, russisch, verstörend, schaurig schön. Einfach nur ein richtig packendes Instrumental! Das Herz- und Titelstück „Prescription:Medicine“ klingt überarbeitet noch rauer, roher, ungeschliffener und brutaler als vorher. Das krasseste auf dieser Scheibe! Roh, rau, Psycho, extrem düster, beängstigend, Stiche von 1000 kleinen Nadeln. Das ist „Fatal Flaws“. „Rotting Garden“ setzt da sogar noch einige Schippen drauf. Zwei weitere Favoriten! „Kurtz“ ist der perfekte Name für das, was da passiert. Es ist mit 2:30 auch extrem kurz und erinnert grob an das andere Instrumental „Dream“. Es ist aber bedrückender, trauriger, mit leichtem Klassikhauch und wunderschönen Melodien versehen. „Rotting Garden (Infekktion Remix)“ ist der erste Remix. Das Berliner Agonoize-Gründungsduo Mike & Olli hat hier ganze Arbeit geleistet und den Niederländern eine wahre Walze geschaffen. Danke dafür! Es folgt „Fatal Flawas (Ah Cama-Sotz Remix)“. Der Belgier Dr. Blood hat hier ebenso sein ganzes Herzblut enfließen lassen und macht aus diesem düsteren Monster ein beeindruckendes Hörerlebnis. Fetten Daumen dafür! Die Aggrotech-Helden Tactical Sekt übernehmen selbstverständlich „Pax Psychosis“. In ihrer Version klingt das Lied um einiges dramatischer und trauriger. Mein absoluter Liebling unter den Remixen, mehr davon! Der letzte Remix kommt von Urkom für „Crucify“. Dröhnende Bässe, ordentliches Geschrubb, Tanzbefehl. Also eine weitere gute Zusammenarbeit! Von den versprochenen Bonus-Tracks gibt es nur einen, was ein kleines Minus bedeutet. Dafür macht der hier vertretene alles wieder weg. Derbe, brutal, düster, bedrängend, extrem. Also das perfekte Ende für diese Scheibe!

Fazit: Grendel haben es geschafft, ihr 2004er Glanzstück noch mal zu verfeinern und als ganz leckeres Appetitshäppchen unters Volk zu bringen! Die Songs wirken noch rauer, noch roher, noch gewaltiger, die Remixe sind alle durchgängig verdammt gut, der Bonus-Track definiert die Kirsche auf dem Eisbecher. Jeder Grendel-Fan hat diese Version von „Prescription: Medicine“ im Regal stehen zu haben, das fordere ich! Es lohnt sich, hier wird Euch echt was schönes geschenkt! Damit ende ich, bedanke mich für die Aufmerksamkeit, sage biss bald und stay tuned!

Tracklist:

01. Construct Constriction
02. Crucify
03. Guilt by Association
04. Pax Psychosis
05. Dream
06. Prescription:Medicide
07. Social Distortion
08. Fatal Flaws
09. Rotting Garden
10. Kurtz
11. Rotting Garden (Infekktion Remix)
12. Fatal Flaws (Ah Cama-Sotz Remix)
13. Pax Psychosis (Tactical Sekt Remix)
14. Crucify (Urkom Remix)
15. No Way Out

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VÖ: 17.06.2016
Genre: Harsh EBM / Industrial
Label: Infacted Recordings

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