Figure of Six – Welcome To The Freakshow (CD-Review)

Figure of Six

Es gibt Neuigkeiten aus dem italienischen Metal-Lager: Figure Of Six melden sich zurück! 2004 gründeten sich die Jungs aus Cesena um den damaligen Fronter Giacomo Lavatura, der seit 2010 / 2011 durch Enrico „Erk“ Scutti ersetzt wird. Den gibt es aber auch nicht mehr auf dem Posten, den besetzt jetzt Alessandro „Hell“ Medri seit 2014. 2005 erschien ihr erstes Album „Step One“ unter Copro Records, April 2008 dann der Nachfolger „AION“ über Locomotive Records. 2011 unterschrieben sie bei Tiefdruck-Musik und nahmen ihr drittes Album „Brand new Life auf“. Seitdem hat man nix mehr von ihnen gehört.

Jetzt erscheint 6 Jahre später endlich am 26.05.2017 das brandneue vierte Werk „Welcome To The Freakshow“. Ein Name, der gerade in unserer Zeit sehr treffend gewählt ist wie ich finde. Er macht auch durchaus Lust auf mehr. 10 brandneue Tracks sind drauf. Wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt. Mit dem Titeltrack geht es auch los und wie ich es mir erhoffte, läuft das über eine ziemlich abgespacte Zirkus-Aufführung. Eine Stimme wie aus der Hölle, die übliche Zirkus-Melodie. Dann dröhnt ordentlicher düsterer Metal mit viel Epikness aus den Boxen. Und der Spitzname „Hell“ von Fronter Alessandro erklärt sich wie von selbst. Aber er überzeugt nicht nur mit derbem Gekeife, sondern auch mit prima klarem Gesang. Richtig creepy hingegen ist „The Man In The Dark“. Man spürt richtig, um was es da geht. Die Jungs brillieren durch höchste Fertigkeit an ihren Instrumenten und Alessandro keift wie der Gehörnte persönlich. Aber auch hier punktet er mit hymnischem melancholischem dennoch kraftvollem Klargesang. Mittendrin hört man auf einmal einen düsteren Chor. Man sollte halt immer vorsichtig sein, wenn man in Zeiten wie diesen raus geht. Das dürfte die Kernaussage des Songs sein. Wo dieser Song creepy in den Kinderschuhen war, ist es „Edward Mordrake“ umso mehr. Hier wird nur noch gekeift, eine Gänsehaut jagt die mächste, epische gespenstische Keyboard-Passagen, düsteres Metal Gedröhn. Edward Mordrake (in einigen Quellen auch Mordake) ist eine fiktive Person und Gegenstand einer vor allem in den Vereinigten Staaten verbreiteten urbanen Legende, derer nach Mordrake ein zweites Gesicht auf seinem Hinterkopf besessen haben soll. Das erklärt natürlich, warum er es auf´s Album geschafft hat und warum es hier so creepy düster zur Sache geht! „The Weak One“. Zu den Schwachen gehört diese Breakcore-Melodic Metal-Walze definitiv nicht. Aber es geht raus an alle Schwachen. Hoffe das Lied möge ihnen helfen. Stark ist es allemal! „The Tightrope Walker“ wandelt zwischen Hardcore, Emo Core, Death Metal und Melodic Metal. Das ist schon mal ne derbe Mische. Mit sehr feinen hymnischen Passagen. Muss man mal gehört haben! Wenn man den Titel übersetzt, kommt „Drahtseil-Läufer“ bei raus. Ist natürlich sehr intelligent gemacht! Im Bezug auf den den Zirkus im Opener und was diese Bezeichnung noch verbirgt. Echt genial! Gegen Ende kombinieren die Jungs Dubstep mit derbem Metal. Klingt auch recht geil, gutes Experiment! „The Mirror´s Cage“ ist die brandneue Single und eines ihrer absoluen Glanzstücke. Epic Death Melodic Metal mit derbem höllischem Gekeife und herrlichem Klargesang, der wie bei Heronen wie Sonata Arctica klingt. Sehr gute Wahl für eine Auskopplung! Auch thematisch wieder sehr genial. „Des Spiegels Käfig“. Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen! Das „Monster“ erklärt sich ja wohl von selbst und als eben jenes präsentiert sich diese Granate auch! Wer hier nicht abgeht, ist selber Schuld! „The King And The Servant“. Auch sehr nah am Zeitgeschehen. Ob jetzt politisch gesehen oder privat. Es wird immer jemanden geben, der sich über einen stellen will. Wie Ihr das regelt, sei Euch überlassen. In jedem Fall bekommt Ihr hier von den Italienern ein richtig feines abwechslungsreiches Lied mit feinem Text. Und wer darf in so ner Liste nicht fehlen? Richtig, der „Clown“. Pfeilschnell, creepy, düster, Horror-Film artig geht es hier zu. Ich meine aber, dass hier auch noch was anderes gemeint ist. Hört es Euch an und findet es heraus! „But Deliver Us From Evil“ sticht am Allermeisten heraus. Melancholisch, akustisch, tief berührender Gesang, elegisch, balladesk, einfach nur wunderschön. Feines Finale! Hier hört man auch deutlich die Herkunft der Band raus finde ich.

Fazit: Diese Italiener haben es richtig drauf und zeigen den Freaks, wo der Hammer hängt! Derbe auf die 12, mega abwechslungsreich, höchst talentiere Musiker, klasse Sänger, sehr düster teilweise. Und sämtliche Metal- und andere Genres werden hier abgegrast. Dadurch entsteht auch diese geniale Abwechslung. Auch thematisch und lyrisch sehr gut gemacht. Hier gibt es nix zu beanstanden und wer abwechslungsreichen guten Metal hören mag mit etwas Horror-Film Action, ist hier genau richtig. Und sie bewegen sich auch noch am Zeitgeschehen. Was will man mehr! Damit ende ich, bedanke mich bei Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Welcome To The FreakShow
02. The Man In The Dark
03. The Weak One
04. Edward Mordrake
05. The Tightrope Walker
06. The Mirror’s Cage
07. Monster
08. The King And The Servant
09. Clown
10. But Deliver Us From Evil

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VÖ: 26. Mai 2017
Genre: Metal
Label: Bleeding Nose Records

Figure of Six im Web:

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