Fiddler’s Green · Devil’s Dozen (CD-Review)

another-fall-from-grace-coverDie Fiddler´s sind einfach nicht aufzuhalten! Seit 1990 preschen die Erlanger Folk-Rocker nun schon durch die Musikprärie und erzielen riesen Erfolge. 12 Alben und eine riesen Anhängerschar zeugen davon. Auf dem 13. Album steckt der Teufel im Detail: Fiddler’s Green drehen ihren Speedfolk auf links. Satan lässt grüßen: „Devil’s Dozen“ ist das 13. Studioalbum von Fiddler‘s Green mit einem Dutzend teuflischer Songs. Doch nicht nur die diabolische Unglückszahl beherrscht das Werk, auch das gehörnte Cover trägt seinen Teil zum sündigen Musikgenuss bei. Und der ist anders als erwartet, denn Fiddler‘s Green sind mit Jörg Umbreit und Vincent Sorg (Die Toten Hosen, In Extremo, Broilers) ganze neue Produktionswege gegangen. Waren die Vorgängeralben von Traditionals durchzogen, kommen jetzt andere Stile und Themen zur Geltung. So spürt man den Wind im Haar, wenn höllisch schnelle Reiselieder das Fernweh nach der grünen Insel anheizen, um im Pub schunkelnd die Gläser zu heben. Eingängig- melancholische Balladen und gediegener Gute-Laune-Reggae sorgen für die nötige Atem- pause zwischendurch, doch an Schlaf ist kaum zu denken, die Humpen werden schon wieder mit gekühltem Bier gefüllt. Das ist mal humorvoll und mal gesellschaftskritisch. Doch was unverändert ist: Die bandtypischen feurigen Rhythmen treiben an, bis die Schuhsohlen glühen.

Devil’s Dozen erscheint am 28. Oktober 2016 neben der regulären CD auch als „Deluxe Version“ plus DVD, die ein Unplugged-Konzert von 2015 in den Münchner ARRI-Studios beinhaltet, sowie als „limitierte Fanbox“ in einer Metallbox, in der sich neben CD und Live-DVD ein Gürtel mit hochwertiger Metallschnalle, Anhänger, Patch und Sticker finden. Ab 25. November 2016 erscheint dann Devil’s Dozen auch auf Vinyl (LP). 13 brandneue Hymnen sind drauf. Das Herz- und Titelstück „Devil´s Dozen“ darf anfangen. Herrlich fröhlicher, ausgelassener Party-Speedfolk lässt sich da hören, der Gesang fällt gröhlend aus, die Lyrics sind höchst teuflisch. Teuflischer Anfang für Fiddler’s Green 2016! „Bottoms up“ trifft genau das, was oben beschrieben wird. Eingängiger, mitreißender, nachdenklicher Punk-Folk wird hier zelebriert. Natürlich trotzdem mit ordentlicher Party-Stimmung. Also Humpen hoch! Die erste Single „Down“ macht schon sehr viel Appetit. Teuflisch gut, russische Folklore, düstere Lyrics, der Musik angepasster bissiger Gesang, das Tanzbein wird direkt angesungen. Also aufstehen, eskalieren und die neue Single lieben (die wirklich ein verdammt guter Vorbote ist)! „Boat on the River“ ist eine recht gut gecoverte Version von Styx. Musikalisch fett überzeugend, der Gesang hätte etwas besser ausfallen können. Im Original fällt der fesselnder aus. Hier kommt eher das höllische raus, was doch recht gut zur Hintergrundmusik passt. Also paar mal hören, dann wird´s, etwas gefühlvoller wäre schon gegangen. Weiter geht es mit ausgelassenem Punk-Folk über „Perfect Gang“. Punk-Folk ist die perfekte Bezeichnung für das, was hier passiert. Außerge- wöhnlich für die Fiddler, aber es knallt gut! Dieser Gang schließt man sich gerne an. „Leaving of Liverpool“ wird durch eine fette Gitarre eingeleitet und entwickelt sich zu gescheitem Party-Speedfolk. Aufspringen und einfach eskalieren! Diese angesprochene Sehn- sucht, dieser Wind im Haar – hier wird alles deutlich. Ähnliches bei „All the Way“. Hier wird nur melancholischer und in sich eingekehrt vorgegangen. Nur im Refrain wird es speedfolkig. „Johnny“ ist eher rockig melancholisch und stimmt nachdenklich. Dennoch wird auch hier ordentlich abgegangen. Nach der „perfekten Gang“ dürfen die „Bad Boys“ natürlich nicht fehlen. Kurz, knackig, evil, richtig fett. Das sind Bad Boys! „Blame it on me“ ist eine dieser wunderschönen, tiefgehenden, nachdenklichen, traurigen Fiddler´s Balladen. Verdient mit 4:43 das längste Lied. Diese Verschnaufpause braucht man auch dringend. „Mr. Tickle“ ist eine absolute Überraschung im Klangkosmos. Zirkus-Jahrmarkt-Sounds, feine Melodien, sau cooler Gesang. Teuflisch gut gemacht! „Here we go again“ fällt wieder in eine ähnliche Kerbe wie „Leaving of Liverpool“. Hier merkt man deutlich, dass die Produzenten der Hosen am Werk waren. Toten Hosen meets Fiddler´s Green! „We won´t die Tonight“ ist doch schon mal ne nette Message. Typisches Sauf-Party-Kneipe-Lied! Genau so wird es auch zelebriert. Ein würdiges Ende für ein Fiddler-Werk!

Fazit: Ein Hoch auf die Fiddler, ihr 13. Mammutwerk kann einiges vorweisen! Neue Stile, halloweenwürdig, teuflisch gut, abwechslungsreich. Wer so lange existiert, darf auch neue Cocktails mixen. Sie kommen perfekt an, also warum meckern. Man darf gespannt sein auf die Live-Umsetzung, die Anfang November anfängt und bis Ende Januar 2017 geht. Fans werden sich sofort verlieben. Damit ende ich, bedanke mich bei Fiddler´s Green und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Devil’s Dozen
02 Bottoms Up
03 Down
04 Boat on the River
05 Perfect Gang
06 Leaving of Liverpool
07 Johnny
08 Bad Boys
09 Blame It On Me
10 All the Way
11 Mr. Tickle
12 Here We Go Again
13 We Won’t Die Tonight

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VÖ: 28.10.2016
Genre: Irish Speedfolk
Label: Deaf Shepherd

Fiddler’s Green im Web:

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