Far Beyond – A Frozen Flame Of Ice (CD-Review)

a-frozen-flame-of-ice-coverFar Beyond ist ein 2001 gegründetes Dark Melodic Metal Projekt des Nürnbergers Eugen Dodenhoeft. Von Anfang an war es als Solo-Projekt angedacht. 2003 veröffentlichte er das erste Demo „Bleeding Rose“. 2007 keimte der Wunsch auf, live spielen zu wollen und er versuchte, eine mehrköpfige Band unter anderem mit Elmar Schwalbe, Heiko Friedrich und Andreas Hoffmann aufzubauen. Mit denen wurde geprobt. Über den Zeitraum von ein paar Wochen hatten sie einige Live-Sessions, dann wurde alleine weiter gemacht. Eugen stellte ziemlich schnell fest, dass das nix für ihn war. Danach erschienen noch ein Album und 2009 die letzte EP „Songs of Hope and Sorrow“.

Am 01.09.2016 erschien nun endlich, 7 Jahre später, ein neues Album. Geprägt mit einem gigantischen Cover, wirkt A frozen Flame of Ice sehr urgewaltig und erinnert an die eisige Kälte der Arktis. 6 brandneue Tracks sind drauf. Es beginnt das 11:36 lange Einleitungs-Stück „Evernight Part I“. Passend zum Cover geht dieser Opener auch zu Werk. Gewaltiger Dark Metal, Screams, tiefste Growls, berührender normaler gefühlvoller Gesang, Schnelligkeit, Epikness. Ruhige Passagen sind ebenfalls vertreten. Ein richtig fettes Teil einfach! „The Song remains the same“ beginnt eher ruhig und getragen, fast schon balladesk und trifft sofort tief. Dann kommen fette Riffs, Düsternis und epischer Gesang dazu. Natürlich wird auch hier gescheit gegrowlt. Das Lied ruft Bilder in den Kopf von gewaltigen Schlachten im Eis oder eine gewaltige, düstere Eisfestung, beschützt von Eisbären und Polarwölfen in Rüstungen. Ihr seht schon, hier wird es verzweifelt und heroisch zugleich. Damit kommen wir zum Herz- und Titelstück „A frozen Flame of Ice“. Der Name gibt schon vor, in welche Richtung es geht und ich liebe diesen Titel einfach! In seiner Aufgabe ist dieses Liedlein wirklich so was wie der leuchtende Stern am Polarhimmel. Extremes Drum-Gewitter, mächtige Gitarren, opulent, gewaltig, monumental, düster, wunderschön, kalt und dennoch wärmend. Eben wie das Eis und seine Flamme selbst. „Last Farewell“ packt dann wieder etliche Karren deftigen Dark Metals oben- drauf! Vorm geistigen Auge treibt ein gigantisches Wikingerschiff mit gestandenen, starken Männern, die noch Männer sind. Das heißt, eine gehörige Portion Sehnsucht schwingt hier mit. Eugen schafft es eindrucksvoll, den Hörer zu fesseln und an seinen Fantasien teilhaben zu lassen. „Unrelenting Force“ ist das deftigste Teil der Platte. Mächtige dunkle Chöre, Urkraft, Gewalt, Dunkelheit, Feuer, Eis, Eisfeuer, Feuereis, Wikinger, Wölfe, Krähen, Drachen. All das spielt sich im Kopf derweil ab, durch Anhören erfahrt Ihr, was wirklich vorkommt. Zum Ende erklingt noch eine elegische, sehnsuchtsschwangere, epische „Evernight Part II“. Dark Epic Viking Folk Metal würde ich das nennen. Passend zum Ausklang wird hier noch mal alles absorbiert und geballt auf den Hörer geschossen, der in dieser wohl tuenden Quelle ertrinkt. Einfach nur mega!

Fazit: Was für ein Meisterwerk! Ich ziehe meinen Hut vor Künstlern und Musikern, die alles alleine machen! Eugen hat es derbe drauf und ich finde keinerlei Kritik an dieser Scheibe – außer dass sie viel zu kurz ist! Ansonsten bekommt man geilen Metal mit ner geilen Stimme und es lässt sich super hören! Super gemacht, hier heißt es Hörner hoch und genießen, fetten Applaus für so gute Arbeit! Damit ende ich, bedanke mich für die Aufmerksamkeit, verneige mich vor Eugen und gratuliere zum Werk, sage bis bald und stay tuned!

Tracklist:

01Evernight – Part I
02 The Song Remains the Same
03 A Frozen Flame of Ice
04 Last Farewell
05 Unrelenting Force
06 Evernight – Part II

Bestellen: Amazon

VÖ: 01.09.2016
Genre: Dark Melodic Metal
Label: Aeterna Records

Far Beyond im Web:

Homepage

Facebook