End Of Green – Void Estate (CD-Review)

End Of Green

Wer Melancholie sagt, muss in einem Atemzug auch End Of Green sagen. Bereits seit 25 Jahren (1992 gegründet) sind Michelle Darkness und seine Jungs nun schon auf ihrer langen Reise, gezeugt durch Herzschmerz und tiefe Depression. Zumindest was ihre Songs betrifft. Zerstörte Liebe, Selbsthass, im Grunde Texte die das Leben schreibt und Michelle nimmt nur noch den Stift zur Hand. Seine Stimme ist die perfekte Umsetzung des ganzen Dramas. 8 Studioalben und eine EP haben sie bereits veröffent- licht. Zuletzt brachte die Dark Rock-Band 2016 mit „Silent Night“ ein Livemitschnitt von einer exklusiven Acoustic-Show, aufgezeichnet 2011 im Stuttgarter Club Die Röhre, auf den Markt.

Jetzt steht seit dem 18.08.2017 das brandneue 9. Werk für euch bereit genannt „Void Estate“. 11 neue Songs sind da drauf, die ich Euch heute vorstelle. Und es geht auch schon wundervoll los mit „Send in the Clowns“. Romantisch, zerbrechlich, höchst melancholisch, man ertrinkt im Herzblut, über allem schwebt Michelles wunderschöne Stimme. Dann schicken wir die Clowns mal rein. Immerhin bescheren die uns einen klasse Opener! Gegen Ende packt Michelle sogar richtige Aggression mit in den Gesang und es wird zumindest kurz gesanglich derber als er es jemals zuvor gemacht hat. Danach beehrt uns die brandneue Single „Darkside of the Sun“. Alleine thematisch schon wie für die Jungs gemacht. Es wird creepy, gruselig, doomig gemischt mit leichter Country Atmosphäre. So hat man auch noch nie von der dunklen Seite der Sonne gehört. Richtig stark gemacht, perfekte Singlewahl! Direkt danach kommt die erste Auskopplung „The Door“. Vom Sound her deutlich heller und wärmer als die bisherigen Titel, melancholisch bleibt es trotzdem. Und lyrisch natürlich wieder allererste Sahne. Ein Beispiel: „If you ever leave me, don´t forget to close the Door“. Wunderschöne Single! Herzschmerz pur! „Head down“ trifft dann unmittelbar das Herz, wenn es die anderen Songs noch nicht getan haben. Oder zusätzlich, je nach Hörer. Es ist ein Paradebeispiel für das, was ich eingangs erwähnte. Kapitulation, Hoffnungsosigkeit, pure Verzweiflung, Selbstaufgabe. Sagt ja der Name schon. Der Scheideweg, neue Wege zur Aus- wahl, Rückblick auf die bisherigen Wanderungen. Davon berichtet uns „Crossroads“. Ein Lied gemacht für die Straße. Bietet sich super für Autofahrten an. Welchen Weg wählt Ihr? „The Unseen“. Welcher Song könnte besser auf den Scheideweg folgen. Einfach nur klasse. Wie Michelle damit umgeht und wie die Jungs das umsetzen, erfahrt Ihr durch Anhören. Ohne Pause geht es direkt über in „Dressed in Black again“. Thematisch passt das zu den Ganzjahres-Schwarzkitteln. Das „Mollodrome“ schreitet danach schwersten Schrittes in die Gehörgänge. Zutiefst depri, Doom, Darkness, no light, Beerdigung. Das fällt mir dabei als erstes ein. Was ein Mollodrome ist, habe ich leider nicht heraus gefunden. „Worn and torn“ erzeugt im Kopf ein interessantes Bild. Verrauchte Kneipe, 50er Jahre Stil, alles in Schwarz- weiß, die Jungs in Anzügen auf der Minibühne des Ladens, Jazz mischt sich mit Dark Rock. Bin gespannt, was Eure Fantasie Euch so vorspielt. Mit „City of broken Thoughts“ führen EOG ihre „City“ Stories fort. Thematisch trifft es genau das, was mittlerweile in unseren Städten passiert. Zumindest sehe ich das so. Wunderschönes, wahres Liedlein. Damit kommen wir auch LEIDER LEIDER schon zum Ende. „Like a Stranger“ beendet das neue Mach(t)werk. Dafür aber mit einem Melancholie-Fauerwerk, welches einem Stimmungs-Riesenrad gleich kommt. Gewaltig, sehr viel Tiefgang, berührt sofort. Alle Stranger werden sich hier ange- sprochen fühlen. Einfach nur TOP!

Fazit: Ich bin über alle Maßen angetan von der neuen EOG CD! Tiefgang, Gefühl, man ertrinkt wirklich im Herzblut. Und natürlich herrschen auch hier Herzschmerz und Depression. Man hört irgendwie auch, dass die Jungs älter geworden sind. Gerade „Crossroads“ ist extrem audiobiografisch und wirkt extrem reflektierend. Im Wandel der Zeit, wie wir ihn jetzt erleben, ein sehr lobenswerter Schritt. Natürlich fließen auch neue Elemente ein und auch nach 25 (!) Jahren schaffen es die Könige der Melancholie immer noch, mit jedem Album anders zu klingen. Das muss man erst mal schaffen! Auf jeden Fall großen Respekt für dieses wunder- volle Werk!

Tracklist:

01. Send In The Clowns
02. Dark Side Of The Sun
03. The Door
04. Head Down
05. Crossroads
06. The Unseen
07. Dressed In Black Again
08. Mollodrome
09. Worn And Torn
10. City Of Broken Thoughts
11. Like A Stranger

Bestellen: Amazon

VÖ: 18.08.2017
Genre: Dark Rock
Label: Napalm Records

End Of Green im Web:

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