Dezibold – Zombiewelt (CD-Review)

Dezibold

DEZIBOLD – auf den ersten Blick eine unter vielen Bands am Deutschrockfirmament. Doch schaust du den Jungs in die Augen und spielst die Musik ab, zieht der Dezimierende Bösewicht dich unweigerlich in seinen musikalischen Bann aus schneidenden Gitarrenriffs und virtuosen Schlagzeugeinlagen, während Sänger Duwe Luft holt, um dir verbal die Haare zu richten! Die Prägung durch Szenegrößen wie Böhse Onkelz, Frei.Wild und viele andere ist unverkennbar, präsentiert sich DEZIBOLD doch als der verzogene Nachwuchs, der sich nicht zu fein ist, neben typischen Genre-Elementen aus Rock und Deutschrock auch Stilelemente aus dem Schwermetall, Grunge und Reagee einzuverleiben um den mal sozialkritischen, mal emotionalen und lebensnahen Texten ihre Tragweite zu geben. Damit zeigt die Band, dass es eine neue Art Deutschrock geben kann, die wie der Phönix aus der Asche Bewährtes in neuem Glanz erstrahlen und Neues vertraut erscheinen lässt, wenn man ihrer Flamme nur genug Treibstoff zuführt um zu einem wahren Flächen- brand zu eskalieren. Denn hat sich der DEZIbelstarke BOLD einmal in den Gehörgängen festgebissen, wird es schwer, die eingängigen Gesangs-Melodien und brennenden Gitarren- soli wieder aus dem Kopf zu bekommen. (Pressetext)

Am 24.03.2017 erscheint ihr Debüt Zombiewelt mit 11 Tracks. Wie die klingen und ob sich die Einleitung bestätigt, hören wir jetzt: Zuerst mal lautet das Motto „Dezibold“. Die Jungs müssen sich ja erst mal vorstellen. Ein dumpfes, dunkles Grollen eröffnet das Ganze. Dann folgt derber Deutschrock. Dann erzählt Duwe, wie man die Jungs zu verstehen hat. Die Hintergrundmusik und der Text sind gut, der Gesang gefällt mir noch nicht so. Aber erst mal sehen, was noch kommt. „Schau mal wie das klingt“ schlägt thematisch in eine ähnliche Kerbe. Hier ist der Gesang auch schon etwas besser. Die Melodien gefallen mir sehr gut. Dezibold erklären hier, wie man leben kann. Der Titeltrack „Zombiewelt“ macht sehr deutlich klar, wie der Name zu begreifen ist. Hier gibt es n fetten Mittelfinger gegen das Sytem und die Politik. Auch diese „Zombies“, die einfach irgendwo ihr Hirn abgegeben oder ausgemacht haben, bekommen ihr Fett weg. Erster Anhörtipp! Mit „Nie zu spät“ wird es extrem gefühl- voll. Logisch, geht ja hier auch um´s Verlassen werden. Duwe macht einen guten Job, die Melodien sind klasse. Gut gemacht, recht eingängig Jungs! Aber das nächste Mal noch etwas mehr Leidenschaft bitte. „Streben nach Glück“ ist ein weiterer Anhörtipp. Top Text, gute Stimmung, Ehrlichkeit, Anklage. Worum es geht, lässt sich ja schon erahnen. „Es liegt an dir“. Die Thematik ist top und manchmal sind ganz gute Vibes drin, aber es haut einem nicht wirklich vom Hocker. „Das was ich will“ ist ein klares Statement von Dezibold zum Thema manche Frau im Bezug auf Partnerschaften und die Eine Richtige. Nicht das schlechteste Lied, aber ich weiß nicht direkt, was ich von halten soll. Musikalisch, nicht thematisch. „Wunder- bar“ ist thematisch das komplette Gegenteil und eine recht gute Ballade. Duwe gibt sich hier mal ordentlich Mühe für den Gesang. Mit „Sadistisch“ legen Dezibold das erste Mal richtig los und bestätigen das, was oben in der Einleitung erwähnt wird. Neben „Zombiewelt“ mein absoluter Ober-Anhörtipp. „Schrei“ ist thematisch sowohl textlich als auch musikalisch her top. Es scheitert nur wieder am Gesang. Aber ich gebe den Jungs recht: brüllt Euch mal gescheit die Seele aus dem Leib! Ich bin zwar nicht so optimistisch wie der „Optimist“, aber immerhin ist der Ausklang noch recht gut gemacht.

Fazit: Ich weiß nicht, was ich sagen soll. So richtig weg blasen tun mich Dezibold jetzt eher weniger. Da ist der Pressetext etwas übertrieben. Von der Hintergrundmusik her, von den Thematiken her, von den Texten her super Sache. Nur der Gesang. Duwe wirkt hier für mich etwas gequält und nicht immer so authentisch. Ich lasse Euch entscheiden. Eine Empfehlung gibt es von mir nicht. Sorry, aber da habe ich in dem Genre schon deutlich Bessere gehört. Damit ende ich, bedanke mich bei Dezibold und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Dezibold
02 Schau mal wie das klingt
03 Zombiewelt
04 Nie zu spät
05 Streben nach Glück
06 Es liegt an dir
07 Das was ich will
08 Wunderbar
09 Sadistisch
10 Schrei
11 Optimist

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VÖ: 24.03.2017
Genre: Deutschrock
Label: Boersma-Records

Dezibold im Web:

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