Depeche Mode – Spirit (CD-Review)

Depeche Mode

Die britische Kultband DEPECHE MODE, welche sich 1981 gründeten, zählen nicht nur mit ihren bis dato über 100 Millionen verkauften Tonträgern zu einer der erfolgreichsten Bands der Welt, sondern spielten schon rund um den Globus live vor 30 Millionen Menschen. Mit ihren bahnbrechenden Veröffentlichungen in den vergangenen 36 Jahren erlangte die Band neben einen großen kommer- ziellen Erfolg auch den Legendenstatus als Musik- pioniere und Erneuerer. Ihr letztes Album „Delta Machine“, das 2013 über ihr neues Label Columbia Records erschien, erreichte in den Charts Platz 1 in gleich 12 Ländern. Die anschließende „Delta Machine“ Welttournee sahen über 2,5 Mio. Fans weltweit. Im Oktober 2016 war es dann endlich soweit: Depeche Mode gaben in Mailand eine Pressekonferenz, auf der sie ihr mittlerweile 14. Studioalbum namens „Spirit“ für 2017 sowie eine dazugehörige Global „Spirit“-Tour ankündigten. Zudem wurde bekannt geben, dass „Spirit“ die erste Zusammenarbeit der Band mit dem Produzenten James Ford von Simian Mobile Disco (Foals, Florence & The Machine, Arctic Monkeys) markiert. Am 3. Februar 2017 erschien mit „Where’s The Revolution“ die erste Singleauskopplung aus dem neuen Album.

Seit 17. März 2017 ist nun die neue Platte „Spirit“ mit 12 brandneuen Tracks auf den Markt. Wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt: Richtig feiner Country-Western-Synth Sound erwartet uns mit dem Opener „Going Backwards“. Zum Thema „Spirit“ passt der Text natürlich perfekt. In gewisser Weise geht Bestie Mensch ja auch mehr rückwärts als vorwärts. Damit treffen Depeche Mode nicht nur den Zahn der Zeit, sondern auch direkt in´s Herz. Der Track geht gut nach vorne und es wird Farbe bekannt. Direkt im Anschluss gibt es „Where´s The Revolution“ auf die Ohren. Eingängig und fordernd wird hier vor gegangen. Gerade für dieses Album ist es die beste Auskopplung. Auf den Text im Opener baut dieser Text perfekt auf und fordert eine Revolution mehr als deutlich. Aufstehen, kämpfen, für sich einstehen, Farbe bekennen. Ungefähr in der Mitte wird es sogar sehr seicht poppig, nur um dann direkt weiter zu feuern. Richtig gut gemacht! „The Worst Crime“ räumt mit allem auf, was die Masse erregt und die Jungs ankotzt. Fehl geleitete Politiker & Anführer, Fake News, Gewalt, Krieg. Es wird die Frage gestellt, wie man damit noch umgehen soll. Entsprechend traurig, tief, melancholisch, elegisch, schleppend ist das Lied auch aufgebaut und es kommen sogar leicht militärisch klingende Drums zum Einsatz. Ganz stark gemacht, dieses Lied geht unter die Haut! „Scrum“ wiederrum fährt schwere elektronische Geschütze auf. Neuzeit-Elektronik mischt sich mit guter alter DeMo Tradition und kreiert somit eine kleine Granate. Der Track bläst Euch ordentlich weg! Depeche Mode Dementspre- chend ist natürlich auch der Text. Mit „You Move“ gibt es eine düstere Disco-Nummer, die von den Problemen des Alltags ablenken und zum Tanzen ani- mieren soll. Genau das werden wir auch tun! Musikalisch merkt man auch, dass die Herren gerne wieder an neue Ufer fahren. Auch elektronisch, aber sehr auf- wühlend und irgendwie wirr, kommt „Cover Me“ daher. Die Melodien und Soundkonstrukte sind verdammt genial und traumhaft schön. Unbedingt an- hören, lohnt sich sehr! Mit „Eternal“ gibt es ein 2:28 min langes Zwischenspiel, das klassisch, erschütternd und tief treffend daher kommt. Kurz, aber sehr knackig und verdammt bitter. „Poison Heart“ erklärt durch seinen Namen ja schon alles. Abwechselnd dröhnend und samt weich berichten Dave und Kollegen von vergifteten Herzen und Gedanken. Hier muss der Verstand mit laufen, hier muss man mitdenken. „So Much Love“. Eine extrem spannende Perle, die man sicher etwas öfter hören muss, um sie komplett erfassen zu können. Grob erinnert es an „Suffer Well“. Ist aber etwas derber und schroffer. Und wer weiß: vielleicht wird aus einem so much love auch mal zu schnell ein too much love. Denkt mal drüber nach. „Poorman“ hingegen erklärt sich von selbst. Entsprechend ist die Perle aufgebaut. Aber so richtig traurig kommt es nicht daher. Eher so wie im Text erwähnt: die Poormen haben den Blues. Ich nehme sogar teilweise an, dass es denen besser geht. Wer Geld hat, hat Probleme. Aber ohne hat man noch mehr. Ein Teufelskreis. Hier entscheidet letztendlich die Lebenseinstellung. DM bieten Euch dazu eine spannende Variante. „No More (This Is The Last Time)“ macht auch schon alleine durch seinen Namen eindeutig klar, um was es geht. Passt perfekt in die Album-Thematik und klingt perfekt nach Depeche Mode. Sehr empfehlenswert! In gewisser Weise eine Ballade, die aber eher über das Ende und die Zukunft erzählt. „Fail“. Eine höchst interessante Nummer. Elektronisch, mitreißend, packend, herrlich, elegisch, tief, melancholisch, tausende Liter Herzblut. Das perfekte Finale für diese CD, die Thematik der CD und ein absoluter Anhörtipp!

Fazit: Über Depeche Mode kann man einfach nur staunen. Ein Phänomen, eine Legende, absolute Helden, unauslöschbar in der Musikgeschichte und einfach nicht tot zu kriegen! Viele Niederlagen und schmerzliche Erfahrungen haben die Band und besonders Dave hinter sich. Alles, was jeder DeMo Fan schon im Schlaf mit reden kann. Es ist unfassbar, wie sehr gerade dieses Trio mit Musik, Gesang, Instrumenten und Lyrik umgehen kann! Jede einzelne Platte ist für sich ein Meisterstück und gerade in diesen Zeiten ist „Spirit“ ein ganz besonders wichtiger Diamant, der in keiner Sammlung fehlen darf! Dabei wird abwechslungsreich und ohne jegliches Achten von Genres vor gegangen. Neue Elemente, alte Stärken, Dave lässt seine Arbeit mit den Soulsavers durch klingen. In jedem einzelnen Track wird der „Spirit“ thematisiert, auf sehr unterschiedliche Weise und in jeder Lebenslage. Damit ende ich, be- danke mich bei Depeche Mode und Euch, sage bis bald, stay tuned und auf die nächsten 36 Jahre! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Going Backwards
02 Where’s The Revolution
03 The Worst Crime
04 Scum
05 You Move
06 Cover Me
07 Eternal
08 Poison Heart
09 So Much Love
10 Poorman
11 No More (This Is The Last Time)
12 Fail

Bestellen: Standard EditionDeluxe EditionVinyl LP

VÖ: 17.03.2017
Genre: Synthie Pop, Synth Rock, New Wave, Dark Wave
Label: Columbia (Sony Music)

Depeche Mode im Web:

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