Deadlock – Hybris

Hybris ReviewDeadlock (engl. „Stillstand“, „Blockierung“, „Systemblockade“) ist eine fünfköpfige, deutsche Melodic-Death Metal-Band, deren Mitglieder aus Regensburg, Jena und Berlin kommen. Alle Mitglieder leben vegan und vertreten diese Lebensweise klar in ihren Texten. Seit 1997 lärmen sie sich unter ihren Frontern Johannes Prem (guttural) und Sabine Scherer, geb. Weniger (Studio-Gesang 2002 – 2005, festes Mitglied seit 2005) durch die Lande und das sehr erfolgreich. Einige Line-Up Wechsel gab es bisher, die aber alle überstanden wuden. Johannes stieg 2011 aus und wurde durch John Gahlert ersetzt, der bis dahin Bassist der Band war. Werner Riedl ersetze 2014 den verstorbenen Tobias Graf am Schlagzeug. Sebastian ist das einzig verbleibende Gründungsmitglied. 6 Alben wurden bisher veröffentlicht, 2014 ein Re-Release ihres Debüts, 1999 ein Vinyl, 2000 eine EP, 2003 eine Split mit Six Reasons To Kill. Eine riesen Fanschar seht hinter ihnen, die sie bis heute extremst feiert.

Am 08.07. erschien nun das brandneue 7. Werk „Hybris“. 10 brandneue Tracks sind drauf. Einen bereits sehr würdigen Anfang gibt es durch „Epitaph“. Brutalster, gutturaler Gesang von John trifft auf die elfengleiche Stimme von Margie Gerlitz. Das ganze vereint sich mit brachialem Melodic-Hardcore-Metal. Wuchtig, gewaltig, umhauend. Das sind Deadlock 2016, erster Favorit! „Carbonman“ steigert das ganze sogar und bringt etwas orientalisches mit. Absolutes Monster, weiterer Favorit! Diese Abwechslung besticht hier besonders. Mit elektronisch verzerrtem Sprechen wie aus weit entfernter Zeit wird eine der Singles „Berserk“ eingeleitet. Sehr gute Wahl, pfeilschneller Tornado! Mit „Blood Ghost“ wird eine malancholisch wütende Bestie von der Kette gelassen, die live hundertpro super funktionieren wird. Ruhige Passagen, Gekeife, toller Gesang, dröhnende Instrumente. Und mit 6:48 das längste Lied der Platte. Im wahrsten Sinne des Wortes Schwermetall! Zu Ende getragen wird das mit übermächtigen Instrumenten, aus denen hoch talentierte Musiker alles rausholen, was es zu holen gibt. SEHR empfehlens- wert! Das Herz- und Titelstück „Hybris“ zeigt deutlichst an, in welche Richtung es gehen soll. Die Gitarristen voll- bringen wahre Wunder, der Schlagzeuger kloppt drauf los, die beiden Stimmen geben alles. Einfach nur der Wahnsinn! Der Track „Wrath-Salvation“ ist das heraus ragendste Stück. Balladesk trifft auf totale Eskalation. Ein faszinierendes Werk, alleroberster Favorit! Eine weitere Single ist „Backstory Wound“, die in eine ähnliche Kerbe schlägt und noch einige Kohlen nachlegt. Geiles Teil, perfekte Auskopplung! „Ein deutsches Requiem“ überragt einfach alles. Das toppt niemand und nix! Herzzerreißender Gesang, düstere Chöre, düstere Atmosphäre, das ganze gemischt mit extremen Melodic-Death-Metal und absolutem Gekeife. Überragend, übermächtig, verdient eine tiefe Verbeugung! Trifft verdammt tief. Eine richtig geile Vertonung und Interpretation von Johannes Brahms. So was hab ich seltenst gehört, vielen vielen tausend Dank dafür! Ich bin verliebt! „Vergebung“ sticht ebenso heraus, denn es ist einfach nur ein harmonisches Zusammenspiel der beiden Gitarristen. Wundervoll! Der viel zu frühe Endstein „Welcome Deathrow“ zerlegt dafür zum Ausgleich noch mal alles. Alle hier vertretenen Stärken und Eigenschaften vereinen sich und ergeben eine perfekte Mische. Einfach nur übermächtig, ganz starker Abschluss! Der Mittelteil treibt einem eine mega Gänsehaut auf die Haut.

Fazit: Deadlock legen hier ein Album vor, welches man so noch nie von ihnen gehört hat. Die 2 Jahre Bearbeitungszeit sind echt verständlich. Die Scheibe ist die beste, die die Jungs und ihr Mädel bisher gemacht haben meiner Meinung nach. Sie toppen sich jedes mal selbst, kein Album klingt wie das andere. Aber dieses hier sticht raus. Messerscharfe Lyrics, extreme Dunkelheit, Hass, Verzweiflung, Vertonung von Brahms, ruhige herzzerreißende Passagen, tausende Liter Herzblut, Anklage, Gewalt. All das und noch viel mehr werdet Ihr hier finden. Die Musiker wissen durch die Bank, was sie können und stellen das durchgängig unter Beweis. Einfach nur traumhaft! Ich kann es nur wärmstens empfehlen, sich das zuzulegen. Was ich hier eben dazu schrieb, lässt nix anderes zu. Reife Leistung Deadlock!

Tracklist:

01. Epitaph
02. Carbonman
03. Berserk
04. Blood Ghost
05. Hybris
06. Wrath / Salvation
07. Backstory Wound
08. Ein Deutsches Requiem
09. Vergebung (Acoustic Instrumental)
10. Welcome Deathrow
11. Uncivil Hands (Morning Again-Cover)
12. Fight Song (Marilyn Manson-Cover)

Bestellen: Napalm Records Shop

VÖ: 08.07.2016
Genre: Melodic Metal
Label: Napalm Records

DEADLOCK im Web:

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