Chemical Sweet Kid – Addicted To Addiction

Chemical Sweet Kid

Hätten Christian Death & Marilyn Manson gemeinsam ein Electro-Projekt, würde es wahrscheinlich klingen wie Chemical Sweet Kid. Seit 2008 entwickelt sich die Band zu einem dunklen, tanzenden Universum. Finster und melodisch zur gleichen Zeit, die Kraft der Songs kommt von einem trostlosen und verzerrten Beat, all das ausgewogen durch die Stimme von Julien Kidam, manchmal aggressiv, manchmal leise, aber immer böse und obskur. Nach ihrem Debüt-Album „Tears of Pain“, welches 2011 erschien, veröffentlichte das deutsche Label Danse Macabre von Bruno Kramm (Das Ich) den Nachfolger „Broken Wings“ ein Jahr später. Auf diesem Zweitling finden sich 13 Songs, gut aufgeteilt in Electro und ordentlichen Gitarren-Sound, wodurch der Sound eher zu Dark Electro Rock wird. Beide Alben wurden durch downloadbare Remix-Werke begleitet, das Ganze sogar kostenlos. Die Band drückt sich durch energische Shows auf der Bühne aus und nachdem sie mehrere Veranstaltungsorte sowie Festivals bespielt hatten, wurden sie durch die T-Shirt Marke HYDRAW Clothing unterstützt. Bands der Kategorie Hocico, The Young Gods, Punish Yourself nahmen sie als Support mit und sie bespielten wichtige Festivals wie das Dark Munich und das Dark Castle. Rundum also ein richtiger Erfolgskurs!

Seinen einzigartigen Sound weiterentwickelnd, nahm das CSK nun sein viertes Album auf, welches am 12.05.2017 erschien und auf den Namen „Addicted to Addiction“ hört. Was Euch diesmal erwartet, verrate ich Euch jetzt. Ein dumpfes Knarrzen, einander angiftende Personen im Sample, dann düstere Keyboard-Sounds, eine ordentlich sägende Gitarre, Klänge wie aus der Gruft, Deathrock / Horror-Punk-ähnliche Sounds und dazu passender Gesang. Das ist „Never Enough“. Richtig starker, überzeugender Opener! „My Apologies“ orientiert sich eher an ganz frühem Industrial Metal der Marke Die Krupps / KMFDM und paart das mit Deathrock. Üble Mischung auf den ersten Blick, die aber sofort infiziert und Euch ordentlich weg bläst! Fettes Teil! Dass jemand noch auf die Idee kommt, solche Genres zusammen zu schmeißen, hätte ich nicht gedacht. „Hate Me“ überrascht danach. Sounds wie aus einem abgefahrenen Zirkuszelt erklingen, die sich leicht militärisch anhören. Sehr creepy das Ganze, aber klingt genial. Muss man mal gehört haben! Sogar weiblicher Gesang ist zu vernehmen, der sicher von Chemical Sweet KidKeyboarderin Kora Li kommt. EBM? Deathrock? Horror Punk? Dark Electro? Irgendwie alles zusammen. Auf jeden Fall eignet sich „Ghosts & Shadows“ für Eure nächste Halloween-Party. Sehr schaurig düster das Teil! Schaurig melan- cholische Keys, ordentlich sägende Gitarre, tiefkehliger teils brutaler Gesang. Und über allem eine bedrü- ckende, düstere, gruftige Atmosphäre. Das ist der straight in your Face Track „Fuck the Rest“. „What the Fuck“ baut direkt drauf auf und brennt die Hütte ab. Hier schlägt Euch richtig viel Hass und Dunkelheit entgegen. Da sind Chemical Sweet Kid auf einmal nicht mehr sweet! CSK können auch melancholisch, ruhig, traurig, eingängig, mit viel Gefühl. Das beweist das extrem gefühlvolle „Just Trying to Exist“. Sollte jemals wieder ein extrem düsterer „Alice im Wunderland“-Film laufen oder Ihr spielt „Alice – Madness returns“, dann ist das Euer Soundtrack! „Some Kind of Madness“ hat seinen Namen mehr als verdient! Immer, wenn man auf einem Album denkt, es wäre schon düster genug gewesen, kommt ein Lied, welches einem zeigt, dass es immer nur NOCH DÜSTERER geht! Das Herz- und Titelstück „Addicted to Addiction“ ist eines dieser Kategorie. Gruselfaktor 10.000! „Walk Hard, Stay True“ ist wie ich finde die beste Message der CD. Militärisch, creepy, abartig böse und höllisch gut wird es auch umgesetzt. Die Armeen der Hölle marschieren wieder & Chemical Sweet Kid führen sie mit dieser Hymne an! Unbe- schreiblich, eingängig, mystisch, magisch, erotisch, himmlisch. Das ist das Einzige, was ich Euch zu „We Are the Same“ sagen kann. Alles andere kann man wirklich nur hören! Ich finde, eine verrauchte interessante Hippie-Atmosphäre schleicht sich hier durch die Perle. „That Smells Like the End“. Cooler Name für das Schlusslicht. Und ne richtig coole Socke ist das Lied auch noch. Combichrist, Christian Death, Christ Vs. Warhol und KMFDM vereinen sich hier. Das riecht natürlich stark nach Ende, Tod und Walze. Ist es auch! Fettes Ende für eine solche CD! Wie das Ende wohl riecht … ?

Fazit: Ich überlege schon die ganze Zeit. Mir fällt nix ein. Weder wo noch wie ich CSK kategoriesieren soll. Es geht nicht! Ganz grob ist es Industrial Rock und das Kind aus einer dreckigen Vereinigung zwischen Christian Death & Marilyn Manson. Aber das wäre viel zu oberflächlich, dort aufzuhören. Es ist so viel mehr. Eins ist es auf jeden Fall: authentisch, extrem düster, creepy, depressiv, einzigartig und mystisch! Und das sind doch ausreichend Attribute, die Einem die Band doch schmackhaft machen müssten! Das ist schwarze Musik so wie schwarze Musik gehört! Richtig geil Old School, unverwechselbar und heraus stechend! Weiter so, das ist Bombe! Und mal unter uns: ich habe schon oft genug gesagt, dass Kategorisierungen und Schubkästen bei Musik mich persönlich voll ankotzen! Wenigstens gibt es noch Bands wie diese, die alle Schubkästen zusammen tragen und bitterböse abfackeln! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Chemical Sweet Kid und bei Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Never Enough
02 My Apologies
03 Hate Me
04 Ghosts & Shadows
05 Fuck the Rest
06 Just Trying to Exist
07 Some Kind of Madness
08 What the Fuck
09 Addicted to Addiction
10 Walk Hard, Stay True
11 We Are the Same
12 That Smells Like the End

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VÖ: 12. Mai 2017
Genre: Industrial Electro Rock
Label: Darktunes Music Group

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