Broilers – (sic!) (CD-Review)

Broilers

Heute berichten wir über die Düsseldorfer Punkrock-Institution Broilers. 1992 gründeten Sammy Amara (Vocals, Guitar, Lyrics & Composer) und Andi Brügge (Drums) eine Band, aus der zwei Jahre später die Broilers entstanden. 1996 nahm die Band ihre erste 3-Track EP „Schenk mir eine Blume“ auf. Ein Jahr später erschien das Debüt-Album „Fackeln im Sturm“ (1997) und es folgten drei weitere Alben sowie zwei EPs. Spätestens seit der Veröffentlichung ihres Albums „Vanitas“ im Jahr 2007 hat die Band einen deutlichen Schritt in Richtung Rockabilly gemacht. Im Oktober 2006 unterschrieben sie beim Label People Like You Records. Durch die Zusammenarbeit von Sänger Sammy Amara mit den ebenfalls aus Düsseldorf stammenden Toten Hosen erhielten die Broilers mehrere Gastauftritte auf deren Konzerten, was zu einer deutlichen Bekannt- heitssteigerung führte. 2011 übernahm der deutsche Medienverlag JKP (Jochens kleine Plattenfirma) das Management der Band. Im gleichen Jahr erschien der fünfte Longplayer „Santa Muerte“. Im September 2012 veröffentlichte die Band ihr erstes Livealbum „Santa Muerte Live Tapes“. Nur zwei Jahre später brachten die Düsseldorfer ihr sechstes Studio- album „Noir“ raus und stiegen damit direkt auf auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein. Die Broilers haben sich nicht nur in den letzten Jahren komplett freigeschwommen und ihren eigenen Sound entwickelt, sondern haben zudem noch ihr eigenes Label »Skull & Palms Recordings« gegründet. Sänger Sammy dazu: „Gemeckert wird eh, egal, wie man es macht. Also kann man es sich auch leicht machen, und einfach das tun, was man möchte. Das hat über 20 Jahre gut geklappt.“

Seit dem 03.02.2017 existiert nun das brandneue Album (sic!) mit 13 brandneuen Tracks. Wie die neuen Tracks klingen, erfahrt Ihr jetzt: Eröffnet wird durch „Nur ein Land“. Sämtliche Geräuschkulissen wie Pop-Gesülz, Krieg, Terror, Aufmärsche verschmelzen zu einem Wirrwahr aus Störgeräuschen. Danach machen die Broilers eindeutig klar, was sie von der aktuellen Zeit und sämtlichen Geschehnissen unserer Zeit halten. Es beschreibt das Gefühl einer Unzuge- hörigkeit. Starker Opener! Gleich im Anschluss präsentiert sich die Vorabsingle „Bitteres Manifest“. Hier besingen die Düsseldorfer, wie bitter es sein kann, überall verliebte Pärchen zu sehen und selber von seiner Angebeteten verschmäht zu werden. Der Name ist hier also Programm! Musikalisch wird das mit viel Herzblut, Dramatik und gescheitem Punk darge- stellt. Top Singlewahl! Besonders deftig wird es thematisch bei der brandneuen Single „Keine Hymnen heute“. Politisch und menschlich ein unverkennbares Statement. Starker Song, top Singlewahl, erster Anhörtipp! „Die beste aller Zeiten“ ist dann aber eine wahre Hymne auf eine starke Freundschaft. Könnte auch ne Beziehung sein. Das findet Ihr selber raus. Die Beste für die handelnden Personen. Herlich zum mitgröhlen, feiern und eskalieren. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Unsere Tapes“, es ist nur sehr viel eingängiger, gefühlvoller, melan- cholischer, fast balladesker. Ebenso richtig los legt „Irgendwas in mir“. Richtig geiler Text, nette Hymne, sehr mitreißend, macht viel Spaß. Zweiter Anhörtipp! „Gangster, Gangster“ sticht musikalisch sehr heraus. Beschreiben kann man das gar nicht, aber ist verdammt gut gemacht und es könnte perfekt in einen Ganovenfilm passen. Kann ich nur wärmstens empfehlen! Etwas verträumt elegisch bewegend ist dann „Ihr da oben“. Ein wunderschönes Lied für verstorbene Kameraden. Einfach nur herzzerreißend schön! Zu „Meine Familie“ muss ich nix sagen. Das ist Familienglück pur! An dieser Stelle bedanke ich mich bei meiner, ohne Euch wäre ich nicht der der ich bin! Nehmt Euch die Message mal zu Herzen. „Zu den Wurzeln“ wird auch zurück gekehrt. Mit Folk, Deutschrock, einer ansteckenden Atmosphäre, einem höchst infizierenden Vibe, einem perfekten Gesang. Sehr feines Liedlein, weiterer Anhörtipp. Ein Hauch Jazz, Klassik und Volksmusik ist auch dabei. Echt derbe gut gemacht, starke Leistung! Der dritte Anhörtipp ist eindeutig „Woran glauben?“ Eine fetzige, intensive, explosive Punk Hymne über die aktuelle Zeit mit einem richtig geilen Text. Noch mehr in diese Kerbe schlägt „Als das alles begann“. Nur mit mehr Mittelfinger und Anklage. Hammer Statement, das musikalisch explosiv und mit dröhnender Geschwindigkeit in Eure Schädel gekloppt wird! „Und hier steh ich“. Das Lied, mit dem die Truppe sich ein Denkmal setzt. Ein Monument. Fest verankert im Strom der Zeit. Eine Bandhymne. Ein wunderschönes Stück Musikgut. Und ein hervorragender Ausklang!

Fazit: Was soll ich noch groß sagen. Die Broilers sind mit einem Knall zurück und ihre Devise Eigenverantwortung zahlt sich doppelt & dreifach aus! Eine richtig feine Platte, die nicht nur Stellung zur aktuellen Situation bezieht, sondern auch Farbe bekennt, Wahrheit spricht, motiviert, berührt, mitreißt und Anklage gegen die Bestie Mensch erhebt. All diese Emotionen sind hier verewigt. Gesanglich absolut overtop, jedes einzelne Mitglied liefert Bestleistung und steckt übel mit seiner Spielfreude an. Ein tolles Gespann! Dieses Album infiziert! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei den Broilers und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Nur ein Land
02 Bitteres Manifest
03 Keine Hymnen heute
04 Die Beste aller Zeiten
05 Irgendwas in mir
06 Gangster, Gangster
07 Ihr da oben
08 Unsere Tapes
09 Meine Familie
10 Zu den Wurzeln
11 Woran glauben?
12 Als das alles begann
13 Und hier steh‘ ich

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VÖ: 03.02.2017
Genre: Punkrock
Label: Skull & Palms Recordings

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