Binary Park – Life on Lines (CD-Kritik)

Binary Park

Die deutsch/englische Formation Binary Park meldet sich mit neuem Material zurück. Elektronische Landschaften sind ja nicht nur zum Hören da, sondern auch um emotional durchwandert zu werden, sich darin zu verlieren und letztendlich im Tanze, seinen Emotionen Ausdruck zu verleihen. Binary Park haben sich zum dritten Male aufgemacht als Landschaftsgestalter elektronischer Natur unterwegs zu sein. Das neue Studioalbum namens „Life on Lines“ erscheint am 16. März 2018 bei Infacted Recordings, einem Label, das für gute Elektroware bekannt und berüchtigt ist. Der Anlass in die Welt von Binary Park zu tauchen und das Album zu beleuchten. Die Kunst Genres zu verweben und federleichten E-Pop mit Dark Ambient und anderen Elektro Einschlägen zu vermischen ist keine Leichte. Binary Park zeigen erneut, wie es gehen kann. Das Rezept dazu ist Vielfalt.

Treibend ist der Einstieg: „Your Own Great Nation“ leitet das Album energiegeladen und auf das Tanzbein zielend ein. Die Stimme von Sänger Huw Grew legt sich sanft über die Sequencen und harmoniert in der Tiefe. Wer Facettenreichtum im Sound mag, ist bei Binary Park und Life on Lines sehr gut aufgehoben. Dichte Atmosphäre erzeugend zieht Dich der erste Track langsam in das Album. Mutig und Old School finde ich das gleich zwei reine Instrumentalstücke auf dem Album Platz gefunden haben. Klassisches Elektro Handwerk eben. Ja, früher waren die Instrumentalstücke auf einem Album oft Bestandteil des Gesamtbildes und Fans wollten auf diese auch nicht verzichten. „Croppe Ii“ und „Machine Core Ii“ möchte ich Euch daher gesondert ans Ohr legen. Instrumentals sind reine Stimmung und Emotion, welche durch das nicht vorhanden sein von Text, viel Raum für Interpretation lassen. Musik für den Kopf. Gerade der Letztere lässt durch die Dubstep- artigen Elementen durchblicken, dass man sich auch mit Musik aus anderen Ecken beschäftigt und diese Anreize auch mal ungefiltert umsetzt. Eine eigene Melancholie erzeugt „Dream Like This“. Eine sanft in sich ruhende Nummer, die pure Emotion transportiert. Breite Soundscapes, die sich warm ausbreiten. Stimme und Text verleihen dem Track die nötige Leichtigkeit. Klasse E-Pop mit modernen Elementen, minimalistisch, ohne Bombast. Der könnte so 3 Minuten lang im Radio laufen und viele würden mit dem Finger mit wippen, ohne Binary Park zu kennen. Das Album ist durchweg sehr gut arrangiert, viel Liebe im Mastering ist zu hören. Alles fein abgestimmt, Dich führend und nie zu Laut. „High Flags“ ist sehr gutes Beispiel dafür. Balladesk und sphärisch. Alles sitzt auf dem Punkt, jeder Übergang fliesend. Gefühlvolle Nummer mit unheimlich Tiefe, wenn man sich drauf einlässt. Einer meiner persönlichen Favoriten auf dem Album. Melodiös und eher klassisch an Future Pop angelehnt ist „Faith Has Let Me Down“. Eine Facette der vielen die Life on Lines bereithält. Weich und spielerisch umgesetzt und dennoch die nötige Schwere erschaffend. Du kannst es durchlaufen lassen, wirst nicht zum weiter drücken genötigt bzw. willst es auch nicht.

Fazit: Auch das dritte Studioalbum ist ein voller Erfolg. Binary Park entwickeln ihren Sound konsequent weiter, verlieren an keiner Stelle Gesicht. Wer E-Pop mag, der von der breiten Masse abweicht und dennoch Elemente der breiten Masse bietet, ist hier richtig. Wer guten Gesang mag, Emotionen und Stimmung erzeugenden Sound sollte ein Leben auf Linien beginnen. Viel Spaß beim Hören.

Tracklist:

01. Your Own Great Nation
02. How Strange
03. Croppe Ii
04. Dream Like This
05. High Flags
06. Faith Has Let Me Down
07. The Last Ones Alive
08. Nothing
09. Bad Connection
10. Words That Kill
11. Welcome Home
12. Machine Core Ii

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VÖ: 16.03.2018
Genre: Electro Pop
Label: Infacted Recordings

Binary Park im Web:

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