Beborn Beton – She Cried (EP-Review)

she-criedBeborn Beton wurden 1989 von Michael B. Wagner (Musik) und Stefan Tillmann (Musik) in die Welt gerufen und kurze Zeit später durch Stefan Netschio (Text und Gesang) ergänzt. Nach ersten Tapeveröffentlichungen (’89-’92), über Samplerbeiträge (seit 91) und einer Vielzahl gespielten Livegigs folgte 1993 ihr Debüt-Album „Tybalt“. Seitdem erschien fast jährlich ein neues Album bis es nach der Veröffentlichung von „Tales from another World“ (2002) und einer vierwöchigen Tournee durch 15 Städte, von der Ost- (Miami) bis zur West-Küste (Seattle) still um die Band wurde. 2015 war es endlich soweit: Beborn Beton kehrten mit dem neuen Studioalbum „A Worthy Compensation“ auf den Bildschirm zurück. Das Album trug seinen Namen zurecht, und wurde gleich mehrfach als „Synthpop-Meisterwerk“ in verschiedenen Elektronik-Medien abgefeiert, und fand sich folgerichtig auch in diversen Jahrescharts wieder.

Nun legten Beborn Beton noch mit ihrer EP „She Cried“ ein gleichfalls ambitioniertes Remix-Minialbum nach, mit dem Album-Highlight „She Cried“ als zentralem Track, aber ebenfalls mit ein paar starken Remixen. Als Sahnestück noch mit einer sehr starken Coverversion des Human League Kultstücks „The Black Hit Of Space“, die 80er Jahre Retro-Charme mit der Studiotechnik von 2016 verbindet. Am 09.09.2016 erschien das Ganze. „She Cried“ eröffnet natürlich auch feierlich als Herz- und Titelstück. Retro-Charme, feinste Elektronik, feinster Gesang, tiefgehend, feine Atmosphäre, Old School trifft auf neue Elemente. Richtig feines Teil, das auch mit Video versehen wurde und guter Start in die EP! Das angesprochene Human League Cover „The Black Hit Of Space“ folgt sogleich. Die Attribute treffen zu, es ist verdammt gut gelungen, düster und wohltuend wissen Beborn Beton mit ihrer Version zu überzeugen! Wenn man nicht wüsste, dass es gecovert ist, könnte es glatt von den Jungs selbst sein. So müssen Cover laufen, genug Tribut wird ja auch gezollt und Beborn Beton verneigen sich tief vor der Legende! Es folgt der erste Remix und der kommt von Olaf Wollschläger für „She Cried“. Ausgeschrieben ist es auch als „Extented Club Remix“. Kann man mal hören, es kommt mehr Rhythmus und Schnelligkeit rein. Gleichzeitig wird ordentlich Staub aufgewirbelt. Musikalisch reißt es mich nicht unbedingt vom Hocker, dennoch empfehle ich ein Reinhören zum selber überzeugen und Stimmung macht er in jedem Fall. Val Solo (S.P.O.C.K.) liefert einen Remix für „24/7 Mistery“. Der kommt verdammt smoothy und obercool daher. Wenn ich es richtig gehört habe, singt er hier sogar mit. Weiterer Favorit, der aus einer Achtziger-Serie stammen könnte! Zynic liefern den nächsten „She Cried“ Remix. Sehr nah am Original, nur dass die Lautstärken der verschiedenen Gesangsparts verändert wurden. Der Refrain wird hervorgehoben, der Rest rutscht etwas in den Hintergrund. Interessante Version, gefällt mir gut! Durch den Zynic-Touch wirkt die Elektronik auch etwas himmlischer. Es folgt „Who Watches The Watchmen (Daniel Myer Remix)“. Wir alle kennen die Arbeiten von Meister Myer (Haujobb, Covenant, Architect). Durch seinen Remix bekommt das Lied von Beborn Beton natürlich ein ganz neues Gesicht. Rau, schroff, dröhnend, stampfend, dennoch herzlich und sehr begeisternd. Der Remix sticht wirklich raus. Zum Abschluss wird noch „She cried (Babymax Remix)“ dargereicht. Durch diesen Remix kommt sehr viel House und Techno dazu. Noch eine interessante Version, die die EP super ausklingen lässt. Mein Fall ist es musikalisch aber nicht.

Fazit: Beborn Beton sind eine klasse Band. Existieren seit Ewigkeiten, variieren im Sound und wissen immer zu begeistern. Auch die hier vorliegende EP ist Beweis dafür. Titeltrack und Cover überzeugen auf ganzer Linie, die Remixer haben gute Arbeit geleistet. Wobei Val Solo, Zynic und Daniel Myer meine Favoriten sind. Die Extented Club Version kann man mal hören, ebenso wie den Remix von babyMax, überzeugen aber beide nicht hundertprozentig. Der Extented Club Remix lohnt sich mal zum anhören wie oben erwähnt, Babymax gibt sich Mühe, aber beides passt sogar nicht zu Beborn Beton. Das ist meine Meinung, ist auch stimmungsabhängig, macht Euch bitte selber auch eine Meinung, anhören kann man sich alles mal, eine Band darf auch genug experimentieren. Von daher gutes Werk, holt es Euch, stellt es Euch in´s Regal, verpassen würdet Ihr sonst einiges. Geboten ist hier für jeden was. Damit ende ich, bedanke mich bei Beborn Beton und Euch, natürlich auch bei den Remixern, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. She Cried (Single Edit)
02. The Black Hit Of Space (Version)
03. She Cried (Extended Club Remix)
04. 24/7 Mystery (Remix By Val Solo Of S.P.O.C.K.)
05. She Cried (Zynic Remix)
06. Who Watches The Watchmen (Daniel Myer Remix)
07. She Cried (Babymax Remix)

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