Antibody – Opera Of Death (CD-Review)

Antibody

Wir berichten heute über Antibody, eine Industrial / Power Noise / Noise „Band“ aus Bottrop. Dadurch, dass das einzige Mitglied Jan Antibody das Projekt 2013 in´s Leben rief, gilt er noch als Newcomer. Erwähnt haben wir ihn bereits 2016 durch die Zusammenarbeit mit SynthAttack auf deren zweitem Album. Aufmerksam wurde man auf Jan, als er für Aengeldust einen Remix zu ihrem Song „Meth Face“ bastelte. Es folgten weitere Remixe für Acts wie Binary Division, Diverje und Avarice In Audio. 2015 bekam das Label Alfa Matrix einen Track von Jan zugesandt für den Sampler „Endzeit Bunkertracks Vol. 7“. Sie nahmen ihn an und packten „Shrimps“ wirklich auf den Sampler. Direkt im Anschluss konnte die „Shrimps“ EP als Debüt veröffentlicht werden. Mittlerweile ist Jan bei Dark Tunes zuhause, ebenso wie SynthAttack. Antibody ist hier, um die Welt zu infizieren! Das macht er mit heftigen Beats, donnernden Basslines, eingängigen Melodien und einer bestialischen Mixtur aus Industrial, Power Noise und Hardstyle / Hardcore. Seid bereit für die große Infektion! So heißt es in der Info seiner Facebook-Seite.

Seit dem 03.02.2017 ist nun schon das Debüt-Album Opera Of Death auf dem Markt. Die Scheibe umfasst 13 Tracks und 6 Remixe. Ob die Infektion wirksam ist, erfahrt Ihr jetzt: „Devourer“ legt zumindest gleich mal ordentlich vor. Unterkühlte Sounds, stumpfes Dröh- nen, allerfeinste Melodien. Also ein richtig guter Opener! So ähnlich funktioniert auch „Desperation“. So richtig los legt dann aber „Basstard (Explicit)“. Volle Dröhnung, eine Tanzaufforderung, abgespacte Vibes, geile Sounds, die absolute Club-Bombe. Ein sprich- wörtlicher Bastard! „Nothing To Fear“ hingegen ist der Ohrwurm, der einem dennoch wohlige Schauer über die Haut jagt. Düster, mitreißend, packend, magisch. Grundaussage des Songs: „Without Fear Life Is Meaningless“. Ohne Angst ist das Leben bedeutungslos. Sehr tiefgründig, sehr gut! Denkt mal drüber nach. Natürlich darf „Into The Night“, die Zusammenarbeit mit SynthAttack, auch hier nicht fehlen. Immer noch mein persönlicher Oberfavorit, der Track is einfach nur zu geil und eine wahre dunkle Hymne! „Great Suffering“ ist eine Powernoise / Hardcore / Industrial Granate, die nicht nur recht düster, sondern auch sehr gewaltig ist. Das ist wirklich schönes großes Leiden! Das „Inferno“ danach wird Euch und die Tanzflächen einfach nur brennen lassen. Die Beats, die Melodien, der Rhythmus. Wer davon nicht entfacht, ist selber schuld! „Polytoxisch“ ist das erste deutsche Lied und einfach eine wahre Wucht. Industrial Powernoise auf einem hohen Level! Als Vergiftung werden jene Schäden bezeichnet, die durch Aufnahme einer jeweiligen Mindestmenge von verschie- densten Substanzen verursacht werden. Das Krankheitsbild wird Toxikose genannt. Ver- giftungen mit mehreren Stoffen bezeichnet man als Misch- oder Polyintoxikationen. Das erklärt den Track natürlich umso besser und die Samples verdeutlichen das. Es folgt eine weitere Zusammenarbeit und zwar mit DYM und „Nemesis“. Beide Bands verschmelzen zu einer und dröhnen gut los. Stampfende Rhythmen, knarrzende Beats, ein Hauch Militär. Das ist eine wirkliche Nemesis. Sehr gut gemacht! Ich hatte allerdings auf Vocals gehofft durch das Mitwirken von DYM. Man kann nicht alles haben und soll kein Minuspunkt sein. „Dead Inside“ ist die erste Perle, die sehr heraus sticht. Leicht mexikanische Einflüsse, Hardstyle, Noise, das musikalische Delirium, eine Atmosphäre wie aus tiefstem Koma erwacht oder gerade in eines fallend. Richtig genial! Das Herz- und Titelstück „Opera Of Death“ hat seinen Namen eindeutig verdient und erklärt auch den Albumnamen einwandfrei. Feiert diesen düsteren Opernball gebührend! Deutlich mehr abgespact und freaky kommt „Vortex“ daher. Eindeutig der Hippie unter den Tracks! Party Hippie sogar. „Murderer V2“ beendet die regulären Tracks und das sehr feierlich. Musikalisch durchaus ansprechend, es haut einen nicht komplett um, schlecht ist es aber auch nicht. Einfach ein guter solider Song. Ab der Mitte wird er sehr spannend. „Inferno (Binary Division Remix)“ eröffnet mit einem fetten Knall die Remixe. So revanchiert man sich und das Inferno lodert nur umso mehr. Danach nehmen sich Forgotten Sunrise „Devourer“ vor. Antibody und Forgotten Sunrise – sehr spannende Mische! Klingt auch sehr spannend. Experimentell und mal was anderes, echt top! Auch Studio-X revanchieren sich und machen „Nothing To Fear“ durch ihren Remix zu einem wahren Übermonster! Äußerst empfehlenswert! Mithilfe des Remixes von Detuned Destruction wird auch der „Basstard“ nur noch ein größerer Bastard. Was für ein Lawine! „Vortex“ hingegen ist dank The Gothsicles nicht wiederzuerkennen. Wenn Ihr wissen wollt, wieso: hört es Euch an! Eine weitere Version von „Devourer“ liefern Cold Therapy und die machen ihrem Namen alle Ehre. Aus dem unterkühlten Stampfer wird ein gruseliges Szenario, das einem eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Welch krasser, düsterer Ausklang! Richtig krass, verdammt gut gemacht!

Fazit: Es ist einfach nur ultra, was hier passiert und Jan holt nur das Beste & alles was geht aus seinen Maschinen raus. Eine richtig starke Platte, die einfach nur Spaß macht, zum Nachdenken anregt, abgeht wie Schmidts Katze und auch noch unterschiedliche Emotionen mit sich bringt. Die Remixe sind durchweg gut und vermögen es, sie nicht nur zu steigern, sondern teilweise auch komplett neue Einblicke in die Tracks zu liefern. Das ist doch einfach nur TOP! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Antibody & den Remixern, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Devourer
02 Basstard [Explicit]
03 Nothing to Fear
04 Into the Night (feat. Synthattack)
05 Great Suffering
06 Inferno
07 Polytoxisch
08 Nemesis (feat. Dym)
09 Dead Inside
10 Opera of Death
11 Vortex
12 Desperation
13 Murderer (V2)
14 Inferno (Binary Division Remix)
15 Devourer (Forgotten Sunrise Remix)
16 Nothing to Fear (Studio-X Remix)
17 Basstard (Detuned Destruction Remix)
18 Vortex (The Gothsicles Remix)
19 Devourer (Cold Therapy Remix)

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VÖ: 03.02.2017
Genre: Industrial, Power Noise, Noise
Label: DarkTunes Music Group

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