Amnistia – Dawn (CD-Review)

DawnReviewEs gibt endlich wieder neues, ostdeutsches Futter für die tanzwütige Masse, über das sie sich sehr freuen wird: neues Material von Amnistia! 2003 gegründet, setzen Tino Claus (Gesang, Texte) und Stefan Schötz (Musik, Produktion) ihre Visionen guter elektronischer Musik um. Dabei greifen sie auf recht viele Genres zurück, was dazu führt, dass ein breiteres Spektrum von Electro-Fanatikern angesprochen wird. Eine Fähigkeit, die in den letzten Jahren leider etwas nachgelassen hat. Umso besser, dass die beiden sie leben. Seit 2010 sind sie mit Jan Moritz ein Trio geworden und lärmen sich durch die Ländereien. 4 Alben, 7 EPs, 2 DVDs, 14 Remixe, einige Kooperationen mit anderen namenhaften Bands, unzählige Beiträge für Kompilationen & Sampler sowie 3 weitere Musik-Projekte haben sich in den mittlerweile 13 Jahren angesammelt. Zuletzt wurde 2014 über Scanner (Dark Dimensions Labelgroup) das Album „Anti#versus“ veröffentlicht.

Jetzt erschien am 06.05.2016 endlich das brandneue 5. Werk „Dawn„. Ganze 19 brandneue Tracks werden hier geboten, wir von Dark Music World und ich berichten Euch heute davon. Ein kurzes, knackiges Instrumental namens „Init 6“ leitet das ganze ein. Verzerrt, knackig, genial gemacht. Nahtlos über geht es dann in das geniale, packende, mitreißende Krachwerk „Bursting into Life“. Geniale Elektronik, einige Electro-Genres, mächtig, monumental, ansprechend. Ein perfekter Start für Amnistia 2016 und erster Favorit! Sehr faszinierend, wie vielseitig und tiefgehend alleine dieses Stück elektronischen Meisterwerks ist – echt Hut ab davor! Damit wären wir schon beim ersten „Mirror“, das perfekt in „Money“ übergeht. Das ist ein ziemlich genialer EBM-Track, der ordentlich Stimmung macht und zur Bewegung aufruft. Zu den einzelnen „Mirror„-Teilen erzähle ich im Fazit noch was. „Money“ ist auf jeden Fall sehr gelungen und ist ein weiterer Favorit! Das zweite „Mirror“ ist ein vollkommen anderes, perfekte Elektronik mit viel Liebe zum Detail und verzerrtem Gesang. Natürlich ist auch das wieder der perfekte Übergang, diesmal zum Herz- und Titelstück „Dawn“. Skinny Puppy würden sich tief verbeugen vor dieser Perle! Das ist Beschreibung und Ehre genug, den Rest müsst Ihr rausfinden. Weiterer Favorit! Tinos Stimm- und Gesangsspektrum ist echt bemerkenswert und was die anderen beiden aus ihren Maschinen holen – ein zu wahrhaftigen Klängen gewordener Traum! Das dritte „Mirror“ ist sehr stampfend, düster und bedrohlich. Perfekt für „Abyss“. Brutal, tiefgehend, geniale Elektronik, zig verpackte Genres, EBM-typische Shouts. Verdammt genial und weiterer Favorit! Ein noch düstereres „Mirror“ walzt sich gemächlich aus den Boxen und bietet die perfekte Grundlage für „I. M. G.“. Schwer, stampfend, dröhnend, gewaltig, mächtige Drum-Sequenzen, angepasster Gesang. Ein wahres Monster und weiterer Favorit! Verzweigte Elektronik und ein Sample bestimmen ein weiteres „Mirror“, das natürlich wieder perfekt zu „Humiliation“ passt. Der Song wabert sich so vorwärts, ist etwas ruhiger, elektronisch überarbeiteter Gesang, dennoch sehr packend und mitreißend. Verdammt genial und weiterer Favorit! Das weitere „Mirror“ passt thematisch super zu dem vorherigen und – wie sollte es anders sein – passt perfekt zu „You“. Diese Übergange sind verdammt gut gelungen, fettes Lob an der Stelle schon mal. „You“ ist ein etwas extremes Stück, musikalisch wie textlich. Dennoch sehr hymnisch und – wer hätte es gedacht: noch ein Favorit! Das nächste „Mirror“ dauert nur 10 Sekunden, es fällt fast nicht auf als einzelner Track. Eine nette, eigene Sequenz, die zu „Curse“ passt. Einfach ein rundum verdammt geniales Stück elektronischen Meisterwerks! Mehr lässt sich nicht sagen, ich liebe das Lied! Das letzte „Mirror“ könnte aus einem Alien-Hauptzentrum stammen oder auf einer ziemlich verrückten Baustelle aufgenommen worden sein, davon zeugen zumindest die spannenden Sounds und Wortfetzen. Perfekte Grundlage für „Echoes“. Die Eigenschaften sind quasi schon genannt, auch hier gilt Anhörpflicht, meisterhaft gelungen! Haujobb und Skinny Puppy haben Necro Facility geheiratet und alle zusammen haben ein Kind bekommen, was durch Amnistia ein vorher nie da gewesenes neues Antlitz bekommt. Besser kann man diesen Favoriten nicht beschreiben! Damit sind wir beim Endtrack „Green eyed Monster“ angekommen. Ein so endsgeiles, geniales, episches, monumentales, … Lied habe ich seltenst gehört! So etwas gab es seit EWIGKEITEN nicht mehr! An die Stelle der von mir gesetzten Punkte bitte ich den Leser und die Hörer, weitere Eigenschaften zu setzen. Es gibt kaum Worte, die beschreiben können, WAS man da hört. Bevor ich mich hier noch überschlage: HÖRT EUCH DAS AN! Was für ein GRANDIOSES Ende!

Fazit:
Wenn es eine „Urkunde“ oder irgend einen Preis gäbe, den man für überaus geniale Leistung und vortreffliches Handwerk gäbe, das nicht kommerziell ausgestrahlt wird, sondern wirklich anerkennend verliehen wird – ich würde eben jenen „Pokal“ an Amnistia geben! Komplett zu erfassen, was man hier alles hört, was hier passiert, ist mir nicht möglich. Ich hoffe, meine Beschreibungen dienen Leser, Hörer und Band dennoch, um es zumindest grob erfassen zu können. Was für ein Meisterwerk elektronischer Klangkunst, ein Album, was es in der Form wirklich seit Ewigkeiten nicht mehr im Electro-Sektor gab. Für mich ist diese Scheibe eines der Alben 2016 und ganz weit vorne in meiner persönlichen Alben-Rangliste. Ich unterordne da zwar keine einzige Platte, aber ich habe da so meine eigene Top-Liste. Da findet sich diese Scheibe und ich bin mir sicher, dass viele andere, die in der Gothic-Szene wirklich noch aktiv sind, die Anfänge kennen und alle, die noch Ahnung von guter Musik haben, dieses Kunstwerk genau so verehren werden wie ich. 13 Jahre Amnistia und sie übertrumpfen sich jedes mal selbst! Dafür ein dickes, fettes, anerkennendes Lob! Jetzt zur oben angesprochenen, genaueren Erläuterung der „Mirror“-Reihe. Nachdem ich überprüft habe, ob die Anzeige richtig ist und es keinen Druckfehler gibt, habe ich Stefan angeschrieben. Mit seiner Erlaubnis zitiere ich hiermit seine Antwort: „Wir haben die Mirrors als Verbindung zwischen die einzelnen Tracks gepackt. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Ist ein Stück im Sinne einiger 90er-Platten, die wir sehr mögen. Außerdem bekommt es so einen leichten Soundtrack-Charakter“. Genau das haben sie geschafft, verdammt geniale Idee!

Tracklist:

01 Init 6
02 Bursting Into Life
03 Mirror
04 Money
05 Mirror
06 Dawn
07 Mirror
08 Abyss
09 Mirror
10 I.M.G.
11 Mirror
12 Humiliation
13 Mirror
14 You
15 Mirror
16 Curse
17 Mirror
18 Echoes
19 Green Eyed Monster

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VÖ: 06.05.2016
Genre: Bodywave (Electro, EBM, Aggrotech, Wave, Darkwave)
Label: Scanner (Dark Dimensions)

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