Aeverium – Time (CD-Review)

AEVERIUM

Es gibt endlich neues Material von Aeverium! Nach einer langjährigen Suche haben sich im Jahr 2013 sechs Musiker, die zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr grün hinter den Ohren waren, zusammengefunden, um sich ihren Traum von einer gemeinsamen Band wahr werden zu lassen. Im gleichen Jahr veröffentlichte Sängerin Aeva Maurelle samt ihren fünf Herren ihre erste 4-Track- EP „The Harvest“ , welche von Amanda Somerville und Sander Gommans produziert wurde. Es folgte ihr Livedebüt beim Rockfestival „Süchteln Brennt“ (2014) und weitere Auftritte hierzulande und in den Niederlanden. Im gleichen Jahr gewann die Band um Frontmann Marcel „Chubby“ Römer das Internetvoting fürs M’era Luna Festivals in Hildesheim, das ihnen einen Auftritt dort bescherte. Dann war es endlich soweit: Die Alternative-Metaller aus Viersen, die durch ihre Beliebtheit in der dunklen Szene und in Anbetracht ihres entsprechenden Auftretens auch unter das Kollektivum „Gothic Metal“ gehandelt wird, konnte ihre erste große Ernte einfahren und einen Plattendeal beim renommierten Label „Out Of Line“ an Land ziehen. Mit der Veröffentlichung ihres gefeierten Debüt-Albums „Break Out“ (2015) stachen Aeverium nicht nur aus der Masse hervor, sondern verschafften sich gleichermaßen Gehör in der Metal- und in der weit gefächerten Gothic-Szene. Aus zeitlichen und privaten Gründen gab im Juli der Drummer Klaus Radtke seinen Ausstieg bekannt und wurde für anstehenden Konzerte zunächst durch Bodo Stricker ersetzt. Im Oktober 2016 tourten Aeverium mit der US- amerikanische Melodic-Power-Metal-Band Kamelot als Support durch Euopa. Auf dieser Tour durfte Sängerin Aeva Maurelle sogar den Female-Part bei Kamelot übernehmen. Jetzt steht nicht nur das zweite Album in den Startlöchern, sondern es wurden auch bereits 22 Konzerte für 2017 bestätigt!

Am 24.03.2017 erscheint nun endlich der Nachfolger Time mit 10 brandneuen Tracks. Wie der klingt, erfahrt Ihr jetzt: Mit einer deftigen Mische aus feinstem Dark Electro und deftigem Metal präsentiert sich der Opener „Hunted“. Marcel fährt unterschiedlichste stimmliche Geschütze auf, von leisem Gefauche bis hin zu bissigen Vocals. Aeva singt sich elfengleich direkt in´s Herz, im Refrain singen beide wundervoll und beeindruckend gemeinsam. Perfekter Startschuss für Aeverium 2017! Das ist facettenreicher, abwechslungsreicher Metal, wie er sein soll! Das Herz- und Titelstück „Time“ wird durch ein eindringliches „tick tock“ von Marcel eingeleitet. Gothic Metal mit feinen Opera Anteilen und große, wunderschöne Stimmen kommen dazu und kreieren eine Perle, die perfekt erzählt, wie der Albumname zu verstehen ist. Klasse gemacht, mega Atmosphäre, sehr tief treffend, sehr mitreißend! „What About Me“ könnte abwechslungsreicher nicht sein. Alles, was gefällt, kommt vor. Opera, Dramatik, Verzweiflung, Electro, deftiger Metal, Dunkelheit, Licht, Anklage, feengleicher Gesang, Rockröhre, Gedröhn, sanfte Melodien, Alternative Anleihen, Dark Gothic Metal, geheimnisvolles Hingehauche. Richtig geil, mega Mischungen, top Übergänge, richtig fettes Brett. Auch „Home“ glänzt mit Abwechslung. Aeva hat aber auch ein krasses Organ! Einfach nur zum schmelzen! Aber auch Marcel hat ordenlich Wumms in der Kehle! Begleitet werden sie von elegischem Dark Metal, der auch mal engelsgleich oder Korn verehrend dahin plätschert und los dröhnt. The- matik prima umgesetzt, klasse erzählt! „Brave New World“ ist das derbste, was die Platte zu bieten hat. Hier wird nur noch symphonisch bis absolut düster gedröhnt, Marcel keift teilweise ganz schön los, hier wird tacheles gesprochen! Fettes Monstrum, welches live alles weg blasen wird! Mit „Can’t Break Me Down“ wird sich ehrfürchtig vor Evanescence und Korn gleichermaßen verbeugt. Gleichzeitig machen Aeverium eindeutig klar, dass sie nicht zu stoppen sind und punkten auch genug selber ohne Vergleiche. Sie erbauen ihr eigenes Monument im Strom der Zeit. Was für eine Metapher zum Albumtitel. „Resurrected“ hat mich persönlich ja sehr beeindruckt. Eindrucksvolles, knarrzendes, gruseliges Intro. Geisterhafter, wunderschöner Gesang von Avea. Rockröhre von Marcel. Zum Refrain dröhnt ein ordentlicher Metal Sound los und präsentiert die Thematik so eindrucksvoll und schaurig faszinierend wie sie eben musikalisch umgesetzt gehört. Diese Übergänge, diese Kunst- fertigkeit, diese Stimmen. Das „Vale Of Shadows“ hingegen beweist neben derbem Metal und großen Opera Anteilen auch einen Hang zum Mystischen. Absolut top, gibt nix zu meckern! „World Inside My Head“ fügt sich meiner Meinung nach perfekt in die Album- thematik ein und glänzt wie seine Vorgänger durch Abwechslung. Hier ist es vor allem die Eingängigkeit, beeindruckende Stimmgewalt auf beiden Seiten, das Herzblut, die tolle Erzählung, dieses höchst Melancholische, was diese Perle ausmacht. Aber auch hier wird dennoch ordentlich scharf geschossen! Fast schon klassich wird „My Farewell“ eröffnet. Wunderschöne Synth / Piano Klänge, eine feine Zerbrechlichkeit, wunderschöner tief melancholischer Gesang von Aeva. Ich meine, man hört im Hintergrund sogar einen Chor. Während des Liedes kommt noch feinster Gothic Metal dazu, der mit ordentlich Bombast daher kommt. Sehr elegisch, wunderschön, tief traurig, tief berührend, herzzerreißend. Einfach ein mega schönes Feuerwerk zum Abschluss!

Fazit: Es ist einfach nur PHÄNOMENAL, was hier erzeugt wird! Aeverium ist ein ganz eigenes Klangerlebnis, das kaum vergleichbar ist. Obwohl so jung, legen die Jungs und ihr Mädel schon bei ihrem ZWEITEN! Album mehr los als Bands ihres „Genres“, die schon lange dabei sind. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es gibt kein Genre, welches hier bedient wird. Einkategorisierung? Nicht machbar. Vergleichbar? Teilweise, natürlich. Aber es wird eine ganz eigene Welt erschaffen aus allem, was jedem einzelnen Mitglied gefällt. Ein klasse Team, super talentierte Musiker, alle Meister ihres Fachs. Ich habe es oben schon mal erwähnt. Aber diese Übergänge. Die Abwechslungen. Dieser Facetten-Reichtum. All das in einem super explosiven Cocktail macht diese Truppe einzigartig. Und die Stimmen. DIESE STIMMEN! Ein Traum! Mit Aeva und Marcel wurden zwei Stimmen gefunden, die nicht nur ein riesen Spektrum und eine absolute Gewalt inne haben. Nein, sie agieren auch noch hervorragend zusammen und passen perfekt in das musikalische Korsett ihrer Mitmusiker. Ihr müsst Euch das einfach anhören! Ich bin restlos begeistert. Damit ende ich, bedanke mich allerherzlichst bei Aeverium und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Hunted
02. Time
03. What About Me
04. Home
05. Brave New World
06. Can’t Break Me Down
07. Resurrected
08. Vale Of Shadows
09. The World Inside My Head
10. My Farewell

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VÖ: 24.03.2017
Genre: Alternative/Melodic/Dark Metal
Label: Out Of Line

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