[x] – Rx – Gasoline And Fire (CD-Review)

[x] - Rx

[x] – Rx melden sich zurück! Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Dem Wartenden scheinen Minuten Jahre zu sein.“ Dieser Spruch dürfte auch [x] – Rx Fans ein Nicken entlocken, denn lange mussten sie auf neue Tracks warten. Nun endlich am 24.11.2017 ist es soweit: Ein neues Album wird veröffent- licht. In gewohnter Manier lässt der Titel schon die Vorfreude steigen. „Gasoline And Fire“ heißt das neuste vom Neuen aus der [x] – Rx Maschinerie. In dem 11 Track starkem Album sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Zu Beginn sind die Töne eher düster und sehr melodisch. „The Chosen Ones“ begrüßt mit tiefen Bässen, düsteren Elektrofrequenzen und vielen Vocals. Fremd, aber dennoch hat der Track seinen eigenen Charme. Solch unheilschwangere Klänge sind zwar ungewohnt, vor allem weil viele Fans einfach geballten Elektro ins Gesicht geschmettert haben wollen. Den sollen sie schon im zweiten Track bekommen. „Riot“ bietet satte Beats, dröhnenden Elektrosound und auch der Refrain lädt zum Mitmachen ein. Der eingängige Refrain fräst sich ins Hirn und dieser wird auch mit dem gewohnt hartem Sound unterstützt, den die Fans so lieben. Auch wird ein Spannungsbogen geschaffen, um dann explosionsartig die Bässe zu schmettern. Dass die Herren nicht nur Partymusik a la „Hard Bass Hard Soundz“ und „Tanz Schlampe“ beherrschen, beweisen sie mit „Code Red“. Mit einer eindeutigen Nachricht geben sie ihre Meinung kund und dabei liefern sie den Fans einen Mix aus hartem Elektrosound und rhythmischen Arrangements. Mit dabei nachdenkliche Lyrics. Hinzu kommt eine flotte Melodie, die sich durch den Gehörgang ins Hirn frisst. „Dark Places“ knüpft an der düsteren Atmosphäre von „The Chosen Ones“. Weniger wild und mit viel Bedacht werden die einzelnen Elemente an der richtigen Stelle gesetzt. Dadurch entsteht ein gruselig, schwermütiger Song. Im Refrain wird der Tonus nur minimal durchbrochen. Die Stimmung bleibt erhalten. Nur der Rhythmus ändert sich und lässt den Track in seiner Dunkelheit ausbrechen, um eben diese zu verbreiten. Ein dunkler Dance- track mit melodischer Komponente. Anschließend wird die Hütte wieder abgerissen mit dem Titeltrack „Gasoline And Fire“. Schon während der Strophe wird der Hörerschaft schon klar, dass es sich hierbei um einen typischen [x] – Rx Song handeln muss. Zugegeben der Refrain mit seinen lauten und klangvollen Beats erinnert ein wenig an Faderhead, aber die Strophen und die elektrolastigen Bridges sind ganz und gar [x] – Rx. Die perfekte Hymne um eine komplette Stadt niederzubrennen. Nun folgt ein par de deux elektro- nischer Klänge und saftigen Beats: „There Will Be Blood“. Der Einstieg ist fetzig und voller Bass. Da kann man es kaum erwarten bis es los geht und nur wenige Sekunden später knallt ein deftiger Sound durch die Boxen und der Rhythmus packt einen förmlich. Die Strophen sind ruhig, düster und mit einer mörderischen Atmosphäre umgeben. Der Refrain fügt sich perfekt ein und die Melodie in Kombination mit dem satten Sound lässt jedes Elektroherz höher schlagen. „Pedestrian“ ist der einer von zwei instrumentalen Tracks. Vor allem signalisiert er Alarmbereitschaft. Sirenen und harte Klänge inklusive dröhnenden Beats machen diesen Track zu einem wundervoll tanzbaren Clubtrack. Ob im Club oder im Auto, der Song fetzt überall. Mit anfänglichem Eurodance Charme beginnt „Eternity“. Doch keine Angst, ziemlich schnell entsteht der dunkle [x] – Rx Charme. Wie „Dark Places“ und „The Chosen Ones“ gehört dieser Track zu den düsteren und lang- sameren Songs der Platte. Überraschend auf dieser Platte ist „Lightning Strike“. Hier wird der Hörer zunächst von rockigen Gitarren begrüßt. Elektronische Elemente fügen sich aber schnell ein. Spätestens im Refrain wird klar: Dieser Song ist nur da, um die Hütte abzureißen. Dabei spielt die Größe keine Rolle. Bei diesem Track haben es [x] – Rx geschafft eine Symbiose von rockigen und elektronischen Elementen zu erzeugen. Tiefer und dunkler ist „Voices“. Der zweite instrumentale Song schmettert artgerecht durch die Boxen. Neben den harten Sound spielt er auch mit ruhigeren Elementen, nur um dann vollständig zu eskalieren. Dabei wird an elektronischen Komponenten nicht gespart. Ob Liebeskummer oder einfach dem Chef die Pest an den Hals wünschen, mit „Shut the F* up and Die“ ist die perfekte Hymne um zumindest mental gehasste Personen ordentlich eins auf den Deckel zu geben. Die einfachen Lyrics ebnen den Weg und ummantelt wird er natürlich von der gewohnten [x] – Rx Härte. Deutlicher kann man niemanden eine Bot- schaft hinterlassen. Zwischen Refrain und Strophe wird es noch einmal ruhig. In den Strophen konzentriert sich alles auf die Vocals. Erst im Refrain geht es richtig zur Sache. Die kleine Ruhephase zur Mitte des Songs hin lassen einen nur darauf warten, dass der Sound durch die Boxen scheppert und natürlich wird dem Hörer dieser Wunsch gewährt. Ein letztes Mal dröhnt der Refrain und danach ist nicht nur Schluss mit dem Lied, sondern leider auch mit der Platte.

Fazit: [x] – Rx haben sich lange Zeit gelassen, um ein neues Album zu veröffentlichen. Nun die lange Zeit hat sich gelohnt, denn mit „Gasoline And Fire“ haben die zwei Herren ein elektronisches Meisterwerk erschaffen, das sich nicht hinter den Großen der Szene verstecken muss. Was manche Fans fehlen wird, sind Tracks wie „Kein Herz“ oder „Stage 2“. Doch Filmzitate und eingängige Sätze stehen nun nicht mehr auf dem musikalischen Speiseplan. Die Entwicklung bei „Crank It Up“ ist in „Gasoline And Fire“ fortgeführt worden. Jedoch beweisen sie damit, dass sie mehr sein können als die knallharte schwarze Szene Partytruppe. Obwohl man ihre Tracks in jedem Club rauf und runter spielen kann, haben sie nun wesentlich mehr Inhalt und Bedeutung. Raplieder waren dieses Mal nicht dabei, aber was nicht ist kann noch werden. Da hofft man, dass es dieses Mal nicht so lange dauern wird.

Tracklist:

01 The Chosen Ones
02 Riot
03 Code Red
04 Dark Places
05 Gasoline and Fire
06 There Will Be Blood
07 Pedestrian
08 Eternity
09 Lightning Strike
10 Voices
11 Shut the F* up and Die

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VÖ: 24.11.2017
Genre: Electro, IRM, TBM, EBM
Label: Pronoize (Broken Silence)

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