Vomito Negro – Black Plague (CD-Review)

Vomito Negro

Die belgischen Electro/EBM-Pioniere Vomito Negro sind mit einem neuen Album zurück. Entstanden aus der Finsternis, nehmen Euch Gin Devo & Sven Kadanza mit auf eine Reise zu den Spielplätzen der Dämonen. Mörder, Monster und böse Geister klopfen an die Tore der Hölle. ”Black Plague”. So lautet der Titel, der auch in dir die bösen Geister entfesseln wird. Einmal infiziert gibt es keinen Weg zurück! Auf dem neuen Werk wurden vom Vintage Meister des Dark Electronics echte analoge Instru- mente bis zum äußersten ausgereizt.

”Black Plague” erscheint am 24. November 2017 mit 9 brandneuen Tracks über Scanner / Dark Dimensions. Düsterste Klangwelten bemächtigen sich der Sinne beim Opener „Constantine’s Death“, der die drückende Stimmung eines jeden Gruselfilms mit Leichtig- keit ins Unerträgliche steigert. Die tiefen, dunklen Töne im Hintergrund halten während des ganzen Stückes den Takt eines langen Atemrhythmus, wie der eines großen Tieres oder eines Schlafenden. Sehr beklemmend. Der nächste Track will direkt ins Gehirn „Inside Your Brain“ mit druckvollem Bassrhythmus und unterdrückt aggressiven Shouts. Die stetigen Loops hypnotisieren schon nach wenigen Sekunden. Trotz aller Schroffheit klingen die Arrangements immer noch rund und weich, ganz analog eben. Verstörend beginnt „Black Plague“ mit einem sägenartigen Geräusch. Dieser Track wurde bereits letztes Jahr ausgekoppelt und den Basslauf könnte man fast als Walking Bass bezeichnen. Dieser erzeugt eine unglaubliche Dynamik in Kombination mit dem rauen, aber technisch unverzerrten Gesang. Dämonisch wird es mit „Sister Voodoo“, das mit wahrlich geister- haften Sounds aufwartet, die auch jedem noch so Abgebrühtem eine Gänsehaut über den Rücken jagen dürften. Böser Bass, ganz böser Bass. Das passt perfekt und das ganze Arrangement bekommt einen Touch von Filmmusik. Auch der Gesang wurde ins Geisterhafte verfremdet. Bei diesem Track hört man doch eine leichte musikalische Verwandtschaft zum Landsmann Johan van Roy (Suicide Commando). „Pagan Epitaphs“ hat etwas Altmodisches an sich. Der Rhythmus erinnert an Krimifilmmusiken aus alten Zeiten wie Edgar Wallace. Auch die gewählten Sounds wirken hier noch mehr aus den uralten Zeiten der elektronischen Klangerzeugung. Ganz kalt schneidet „Thorn“ das Konzept historisierender Synthieklänge des Vorgängertitels entzwei. Militärisch straff stampft der Rhythmus durch das Gehör und erzeugt Spannung auf Hochdruckniveau. Nicht viel weniger spannungsgeladen ist „Bone Cutter“, was richtig böse rüberkommt. „Bone Cutter“ setzt hier ein markantes EBM-Zeichen, was nochmal von „Hungry Canni- bals“ in perfekter Form zu Gehör gebracht wird. Treibender Beat kombiniert mit filigranen, höchst interessanten, ungewöhnlichen Sounds machen diesen Titel zu einem wahnsinnig hypnotischen Track. Als Letztes wartet „Unleash My Demons“ auf den Befreiungsschlag. Ein toller Ping-Pong Beat unterstützt die Shouts. Wie eine Nebelbank schiebt sich der wabernde Soundteppich zwischen die harte Rhythmik. Eine harte, intensive Kreation.

Fazit: Bereits letztes Jahr angekündigt, erscheint Black Plague erst ein Jahr später. Konnten sich Gin Devo & Sven Kadanza nicht von ihrem Werk lösen? Perfektion war gefragt, weil das, für was Vomito Negro stehen, nicht weniger verlangt. Die Klänge des Electro-Genres als Metapher für technischen Fortschritt führt Vomito Negro mittlerweile ad absurdum, weil ihr Synthie-Park so ziemlich das Gegenteil von modern ist. Analoge Klänge erobern die Welt des Digitalen aus der Deckung der Vergangenheit. Vomito Negro sind im Grunde technologisch gesehen ein lebendes Museum der 80er, als die Musik begann elektronisch zu werden. Aber genau das ist das faszinierende, einzigartige. Dieses Album schlägt ein Geschichtenbuch auf voll von geisterhaften und dämonischen Erzählungen aus der düsteren Parallelwelt und einige Tracks erinnern stark an Filmmusik. Die Soundkulisse, die die beiden Musiker erschaffen ist von einer dunklen, harten Komplexität, die ihresgleichen sucht. Jede Komposition ist zweifelsfrei bis ins Detail geplant und jeder noch so leise Ton trägt etwas zu den Erzählungen des Grauens bei. Das Klangbild ist organisch und sehr dicht dran an den Emotionen. Ganz nebenbei liefern Vomito Negro wieder etliche sehr club- taugliche Stücke ab.

Tracklist:

01.Constantine’s Death
02.Inside Your Brain
03.Black Plague
04.Sister Voodoo
05.Pagan Epitaphs
06.Thorn
07.Bone Cutter
08.Hungry Cannibals
09.Unleash my Demons

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VÖ: 24.11.2017
Genre: Electro/Industrial/EBM
Label: Scanner / Dark Dimensions

Vomito Negro im Web:

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