Unherz – Das Volk stellt die Leichen (CD-Review)

Unherz lassen schon wieder von sich hören! Sie sind eine Rockband aus Mörstadt, Rheinland-Pfalz. 2009 fanden sich Andy Arnold (Gitarre), Locke Heylmann (Bass, Zweitgesang) und Christian Bogert (Schlagzeug) unter diesem Namen zusammen. Mit Felix Orschel fand sich bald darauf ein Sänger und zweiter Gitarrist. Nach einigen Auftritten und diversen Festivals spiel- ten sie als Vorgruppe von Crematory. Danach suchte sich das Unherz ein professionelles Management, veröffentlichten das Demo „Zwanzigzehn“ und das brachte sie zu Massacre Records. 3 Alben und eine Compilation brachten sie in dieser Konstellation heraus. 2013/14 holten sie Kristian Kohl- mannslehner als Produzent mit in´s Boot und zimmerten das 4. Album „Sturm und Drang“, welches durch die Zusammenarbeit metallischer geworden ist. Locke hatte 2013 seinen Ausstieg bekannt gegeben, doch ein neuer Mann wurde schnell in den eigenen Reihen gefunden. Jochen Wallauer, seit 2010 Backliner der Band, übernahm zum Jahreswechsel 2013 / 14 den Bassistposten. Mit ihm wurde „Sturm & Drang“ fertiggestellt und veröffentlicht. 2015 erschien das letzte Werk „Jetzt oder nie“ über Massacre.

Am 17.02.2017 folgt nun Das Volk stellt die Leichen. Der Titel verrät ja schon, dass die Marschrichtung wohl etwas deftiger wird. 14 brandneue Tracks warten nur darauf, von Euch getestet zu werden. Was Euch erwartet, erfahrt Ihr jetzt schon mal hier: Das düstere Intro „Ouvertüre“ lässt schon erkennen, was den Hörer erwartet. Eine düster-heroisch-militärische Ouvertüre ist ja auch nicht das schlechteste. Gegen Ende ist Felix bereits zu vernehmen, der den Albumnamen im Hintergrund krächzt. „Das Volk stellt die Leichen“ legt dann auch gleich als gescheiter Heavy Metal los. Hier gibt es natürlich Gesellschaftskritik pur! Seine Rolle als Herz-, Titelstück und Single spielt das Lied wirklich perfekt. Etwas gefühlvoller und sanfter wird es danach bei „Flug ohne Landung“, dennoch gehen die Jungs mit Power ran. „Adler“. Eingängig und mit ordentlichem Metal ist das ein Lied, das den Fans helfen soll und wird. Ich meine: „Adler brüten keine Tauben“ sagt ja wohl genug. Mittelfinger-Attitüde ahoi! „Felix“ hingegen ist da schon ne ganz andere Schiene. Melancholisch, mitreißend, packend, deep, tausende Liter Herzblut und extrem traurig. Richtig geiler Song, traumhafte Melodien, top gesungen – alleroberster Favorit! „Das hier bin ich“ fordert in alter Deutschrock-Manier, dass man zu sich steht und das die Anderen auch spüren lässt! „Mittelfinger“ spricht für sich. Hier wird schnell geschossen! „Easy Rider“ ist das perfekte Liedlein, wenn man nach Hause fährt zum Feierabend. Highway-Country-Motorrad-Auto-Attitüde, die nur so nach Freiheit schreit! Wie es im Refrain schon heißt: „Nur ich und mein Bike“. Das wird sicher ein neuer Live-Garant! „Heimatwind“ erklärt sich von selber. Eine Ballade auf Rheinland-Pfalz! Zumindest im Sinne der Band, der Hörer kann hier beliebig seine Heimat ergänzen. Im Mittelteil geht ordentlich die Post ab. Ich will euch eskalieren sehen! „Das graue Grab“ ist eine Nummer, die Bombast, Melancholie, Gesellschaftskritik, Tempo, Mittelfinger, Traurigkeit und Hass. Wenn das kein geiler Cocktail ist! Zweiter alleroberster Favorit und ein Hoch auf das Mädchen, um das es da geht! DAS ist Unherz, deswegen haben sich die Jungs so genannt! „Ich geh mit dir“ ist eine schnelle Ballade, die ordentlich abgeht und für eine Verflossene oder einen Kumpel ge- schrieben wurde. Ich tippe mehr auf erstere. Absolut top! „UMC“ ist ein Song über die Band, ihre Geschichte und ihre Fans. Hier wird klar gestellt, was Unherz ausmacht und dass noch lange mit ihnen zu rechnen ist. Sie sind einfach unzerstörbar. Gut so, weiter so! „Helden von morgen“ erklärt sich auch von selbst und wird den Hörer durch schwere Zeiten bringen. Wer noch mitdenken kann, weiß, dass Lieder wie diese die Zukunft sind! Auch richtig gut musika- lisch umgesetzt, Doppeldaumen hoch! „Die Welt in Flammen“ könnte das Album nicht besser beenden. Alles, was die Jungs und ihr Album wollen, wird hier zusammengefasst und eingängig abgefeuert. Einfach nur perfekt!

Fazit: Heavy Metal, ruhige Töne, brummiger Gesang, Mittelfinger, Melancholie, geballte Männlichkeit, sehr viel Gefühl, hoch talentierte Musiker, tolle Thematiken – Alben wie diese brauchen wir aktuell mehr denn je und ich finde es top, dass es Bands wie Unherz gibt, die das, was nun mal tagtäglich um uns herum passiert, so bei den Eiern packen und keine Weichspüler-Musik machen! Ich empfehle die Platte jedem, der noch nicht innerlich abge- storben ist. Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Unherz und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Ouvertüre
02. Das Volk Stellt Die Leichen
03. Flug Ohne Landung
04. Adler
05. Felix
06. Das Hier Bin Ich
07. Mittelfinger
08. Easy Rider
09. Heimatwind
10. Das Graue Grab
11. Ich Geh Mit Dir
12. UMC
13. Helden Von Morgen
14. Die Welt In Flammen

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VÖ: 17.02.2017
Genre: Rock/ Metal
Label: Laute Helden

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