T.O.Y. – Pain Is Love (CD-Review)

T.O.Y.

T.O.Y. melden sich zurück! 1992 riefen Volker Lutz und Thorsten Brenda das Projekt, damals noch unter dem Namen Evils Toy, in´s Leben. Angefangen mit EBM und verzerrten Vocals, wurde schon bald Synthie Pop daraus. Erst im Jahr 2000 folgte die Umbenennung in T.O.Y., die bis heute anhält. 7 Alben erschienen unter dem alten Namen, 3 unter dem neuen Namen. Die letzte Veröffentlichung „White Lights“ erschien 2003 in 2 Versionen und ist seitdem neben kleineren Releases auch die letzte große Veröffentlichung gewesen.

Jetzt, 14 Jahre später, erschien am 10.06.2017 endlich das brandneue vierte Album „Pain is Love“. Sänger Volker Lutz, Oliver Taranczewski und Marc A. Nathaniel haben sich also echt viel Zeit genommen. Eröffnet werden die 14 brandneuen Tracks durch „For Gold“, einem warmherzigen, dunkel-romantischem Synthie Pop Goldstück. Ergreifend, packend, deep, hervorragend vorgetragen. Perfekter Start für Volker und seine Jungs im Jahre 2017! „Lies To Hell“ ist definitiv ein Anwärter auf den „Sommerhit“ des Jahres 2017. Zumindest im schwarzen Electro. Klasse Atmosphäre, prima Elektronik, gut gesungen, herzlich mit bitterer Note, zum Tanzen und Träumen gedacht. Eignet sich sicher herrlich für eine Grillfeier. Etwas anders klingt da schon „The Final Night“. Es klingt nach Abschied und Wehmut. Dem- entsprechend sind die Melodien und der Gesang angepasst. Feine Nummer, die den Hörer direkt packt. „Pixy Snow“ ist eine ganz besonders feine Perle. Man fühlt sich wie in einen großen Barock-Konzert-Saal zurück versetzt und wunderschöne Melodien erreichen das Ohr. Einfach traumhaft! Nach diesem wunderschönen Zwischenspiel geht die Disco-Leute wieder an und Volker erzählt von seinem „My Way To You“. Luftig leicht wie eine Feder wirkt sein Gang, gepflastert von himmlischen Melodien und intelligenter Elektronik. Muss ein schöner Weg sein, wenn man ihn gehen darf. „The Darkness & The Light“ ist das erste etwas dunklere Liedlein und mein erster richtiger Favorit. Dunkel-romantisch, hervorragend gesungen, wundervolle Klänge, Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, gotisch und neuzeitlich. Einfach nur klasse und sehr zu empfehlen! Thematisch natürlich auch perfekt formuliert. Er die Dunkelheit, sie das Licht. Passen nicht zusammen, sind aber untrennbar. „The Storm“ passt thematisch natürlich auch perfekt. Es scheint nicht immer nur die Sonne. Es schneit mal, es stürmt, es muss mal gescheit knallen, es fällt Regen. Nur das bestimmt den richtigen Partner. Musikalisch auch prima umgesetzt. Top! „Memory Ave“. Es ist eines der Instrumentals: Kein Wort ist nötig, um auszudrücken, worum es geht. Die Melodien, der Klang, der Verlauf, die Atmosphäre, die vermittelten Gefühle – alles da und alles wird gesagt. „Three Words“ baut zumindest auf der Gefühlsebene direkt darauf auf. 1000 Liter Herzblut, Melancholie, Dunkel-Romantik, Herzweh. Es sind meist nur 3 Worte, die soviel bestimmen können. Also wählt weise. Eignet sich perfekt für einen gemeinsamen Tanz, dieses Lied. „But Not Tonight“ ist in dem Fall kein Depeche Mode Cover, aber thematisch die selbe Richtung. Ihr seht: man muss nicht covern, um das selbe sagen zu wollen. „Easy“ wirkt ein wenig wie ein Kinderlied. Was aber nicht abwertend zu verstehen ist. Ich finde das klasse und wie es scheint ist das sogar so gewollt. Diese Leichtigkeit aus Kindertagen, alles war so einfach. Warum bewahren sich das viele nicht? Gegen Ende wird es sogar mal dramatisch. Einfach gut gemacht! „I Hear You Calling“ ist ein direkter Favorit von mir. Klasse Atmosphäre, Club, tanzen, mitfühlen, nach- klingen lassen. All das und mehr erwartet Euch hier. „True Lovers“ spricht für sich alleine und eine hervorragende Elektronik in Verbindung mit einer talentierten Stimme ergeben ein stimmiges Gesamtbild ab. Mehr hört man nur. Und, was darf bei so einer Platte nicht fehlen? Richtig – ein passendes Herz- und Titelstück! Das erwartet uns zum großen Finale und bildet das Schlusslicht. Warmherzig, Melodien sagen mehr als Worte, zerbrechlich, wunderschön, tief berührend, deep, ideal zum Träumen und Entschweben. Einfach nur grandios!

Fazit: Beziehungen – wie führt man sie richtig? Was ist falsch? Ist es bei allen falsch, wenn einer einen Fehler macht? Wie finde ich den „Traumpartner“? Welche Faktoren beeinflussen das? Fragen über Fragen. Abertausend Fragen. T.O.Y. liefern vielleicht kein Allheilmittel, aber prima Denkanstöße. Ein Album, welches sich mit all diesen Sachen beschäftigt. So wechsel- haft wie eine Beziehung in sich und wie das Meer, die Gezeiten. Tief berührend, macht nachdenklich, direkt die Hörerschaft ansprechend. Und das alles verpackt in herrliche Elektronik und vorgetragen von einem guten Sänger. Man sieht es wieder: es muss nicht jedes Jahr ein Album kommen. Manchmal braucht etwas mehr Zeit. Ebenso wie Beziehungen. Hier schließt sich der Kreis.

Tracklist:

01. For Gold
02. Lies To Tell
03. Pixy Snow
04. My Way To You
05. The Storm
06. The Darkness & The Light
07. Memory Ave
08. The Final Night
09. Three Words
10. But Not Tonight
11. Easy
12. I Hear You Calling
13. True Lovers
14. Pain Is Love

Bestellen:

VÖ: 10.06.2017
Genre: Electro Pop
Label: Nordhausen Schallplatten

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