Saeldes Sanc – Thank You for the Tragedy (CD-Review)

Saeldes Sanc

Saeldes Sanc ist eine 2011 gegründete Band von Hannah Wagner. Bestandteile der Musik sind Tasten, Streicher, Rhythmen und zauberhafter Gesang. SAELDES SANC (Der Gesang der Glückseligkeit) – mittelalterlich anmutende Melodien, die von Sehnsucht, Liebe, Hoffnung und Traurigkeit erzählen – und das alles mit engelsgleichem Gesang, melodischen Streicherklängen und packenden Rhythmen! Saeldes Sanc ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen dem Altmeister Ernst Horn und der jungen Sopranistin Hannah Wagner. Hannah war mit ihrem kräftigen Sopran bereits an Stücken von Horns Projekt „Helium Vola“ beteiligt. So dürfte die ausdrucksstarke und dennoch filigrane Stimme schon so einigen bekannt vorkommen. Dieses Mal ist die Zusammenarbeit allerdings anders herum. Bei Saeldes Sanc hält die Sängerin selbst die Zügel in der Hand und hat sich den durch „Qntal“, oder „Deine Lakaien“ bekannten Musiker als Produzenten (und für einige Klavierpassagen) mit ins Boot geholt. Man hört und spürt, dass hier erneut zusammen kommt, was zusammen gehört. Die sonore Stimme Christian von Asters, die mit Gedichten leichtfüßig die Brücke zwischen Geschichte und Lied schlägt, die malenden Streicher-Arrangements, die fast zerbrechlich wirkende Percussion – all das schafft Hannah mit ihrem sanften Klavierspiel und ihrer kraftvollen Stimme zu einer neuen Einheit zu verbinden. Das Ergebnis ist ein sehr feinsinniges und schlicht einzigartiges Album „Thank you for the Tragedy“. Dadurch beflügelt, intensivierte Hannah die Arbeit an ihrem eigenen Konzept, der Vertonung mittelhochdeutscher Dichtungen im folkloristischen Stil gespickt mit klassischen Elementen. Seit der Entstehung 2011 hat sich Saeldes Sanc stark vergrößert und verfeinert. Mittlerweile tummeln sich in den glückseligen Klangwelten verschiedenste und variabel einsetzbare Instrumente. Zudem bedient man sich nun aus einem breiteren Textfundus, wie dem lateinischen und altfranzösischen. Schwer nur lassen sich die zauberhaften Melodien in die gängigen Musikgenres einordnen, kreiert Saeldes Sanc mit viel Geschick doch ein ganz eigenes Stück der mittelalterlichen Musikszene. Die klassischen Merkmale positionieren die Lieder fernab herkömmlicher Marktmusik, bringen jedoch genügend fantastische Spielereien mit, um Tanzeslust zu wecken und sich in vergangene Jahrhunderte zu träumen. Zwar entfachen die liebevollen Interpretationen der Texte die schwärmerische Leidenschaft der Autoren authentisch von Neuem, doch tragen sie zugleich die unverwechselbare Seele Saeldes Sancs in sich; ein Hort für all jene, die zwischen Mittel- alter, Klassik und ein wenig Zauberei taumeln.

Am 04.04.2017 erscheint dieses Kunstwerk mit 22 Tracks. Wie das alles klingt, erfahrt Ihr jetzt. Als Intro zu den jeweiligen Stücken gibt es jeweils einen Prolog durch Herrn von Aster. So leitet auch „Prolog I – Die Neider“ in das Album ein. Wie gewohnt ein toller wahrer Text, der auch grandios vorgetragen wird. Danach geht es musikalisch los mit „Les Medixants“. Klavier, Streicher, wunderschöne Melodien, düstere melancholische Passagen, tief, berührend, faszinierend. Und über allem schwebt die wunderschöne Stimme von Hannah. Einfach nur magisch! In „Prolog II“ erzählt von Aster von einem Wald und seiner Herrin. Einem magischen Wald. Vielleicht nur Bestandteil unserer Fantasie. Zauberhaft, spannend, fesselnd. Wie er es eben kann. „Lucy Gray“ könnte ihr Name sein. Zumindest erzählt Hannah im Anschluss von ihr. Melancholisch, klassisch, mittelalterlich, fesselnd erzählt. „Amoris Donat Exitio“. Wie viel Zauber steckt alleine in diesem Namen. Vorgestellt wird eine feine Düster-Perle, die ebenso elegisch wie romantisch daher kommt. Teilweise klingen männliche Stimmen mit durch und Hannah verzaubert durch ihren elfengleichen Sopran. Einfach nur wow! „Lache, lache, lehrt das frohe Leben“ – Das ist“ Prolog III“! Eine kleine Ballade des Altmeisters. Mit viel Humor. Natürlich baut das kleine, traumhaft schöne „Lache, lache“ darauf auf. Kurz, aber faszinierend. Gegen Ende wird sogar ordentlich auf´s Gaspedal gedrückt und vorgeprescht. „Virginis Memoriae“ hingegen ist wieder besinnlich und lädt zum Träumen ein. Zurück lehnen, entspannen, gleiten lassen. „Der tuonkle Stern“ ist richtig mittelalterlich und wirkt leicht heroisch. Faszinierend, wunderschön, dunkelromantisch, fröhlich, melancholisch. Wie die Sterne selbst. „Des Winters klare Nacht“ – das ist „Prolog IV“. Eine feine Geschichte, die sicher perfekt zu Weihnachten und vor allem zu den Wintermonaten passt. Es folgt dazu passend „Des Winters langiu Nâht“. Diese feine Perle findet sich übrigens auch auf der „Cold Hands Seduction Vol. 180“ vom Sonic Seducer. Definitiv einer meiner absoluten Ober- favoriten. „Tandaradei“, „Prolog V“, baut wie ich finde perfekt auf Prolog II auf. Darum geht es auch im folgenden gleichnamigen Lied. Chorgesänge, mitreißende Mittelaltermusik, ruhige Piano-Streicher-Phasen. Auch Tempo fließt hier mit ein. Weiterer Favorit. „Des Valchen guldin Riemen“, „Prolog VI“, passt perfekt in die „Geschichten aus 1001 Nacht“ vom Altmeister von Aster. Passendes Intro für das folgende, gleichnamige Stück. Auch das Liedlein greift die 1001 Nacht Grundstimmung auf. Gut gemacht, klasse erzählt. „Aval la Face“. Auch hier birgt alleine der Titel genug Zauber. Die restliche Magie verteilt sich auf 7:21 Minuten. Ruhig, dahin strömend, von sanften Schwingen getragen. Aber auch hier fließt Tempo mit ein. Wie ein kleines Bächlein, dessen Verlauf hier dargestellt wird. So lässt sich der Aufbau des Goldstücks am besten erklären. „Floret Silva Nobilis“. Diese Betitelung kommt durchaus vertraut vor, wurde sie doch bereits schon einige Male besungen. Hannah beschert uns eine weitere, wunderschöne Version. „Prolog VII“ handelt vom „Trostlied“. Diese Worte berühren das Herz zutiefst und trifft in gewisser Weise direkt den Zahn der Zeit. „Chanterai por mon Corage“ erzählt das Ganze tief traurig und extrem eingängig weiter. Das „Tanzlied“ bietet einen guten Ausgleich nach diesem Trauerspiel. Hannah fordert eindeutig zum Tanze auf, also folgt ihrem Aufruf und tanzet Euch die Seele aus dem Leib! „Glückseligkeit“ beendet als Prolog VIII als kleine feine Ballade die Riege der Prologe. Wunderschön und tief berührend. Ebenso beendet „The Pursuit of Felicity“ die Riege der Lieder und schließt das Kapitel für´s erste. Und das extrem eingängig und süß, wie es nur geht. Schöner könnte ein Finale einer solchen CD nicht sein. Sequenzen aus Filmen wie Herr der Ringe / Hobbit laufen vorm geistigen Auge mit. Einfach nur krass, was Hannah da erschafft!

Fazit: Saeldes Sanc, Hannah Wagner, Ernst Horn und Christian von Aster haben hier etwas geschaffen, was es so noch nicht gab. Die Musik, die Prologe und Hannahs atemberaubend schönes Organ bauen herrlich aufeinander auf und kreiren ein Kunstwerk, das nahezu alle Sinne bedient! Das ist nicht nur Musik – das ist für mich eines DER Alben 2017! Beein- druckende Klangwelten, zig verschiedene Orte, faszinierende Klangkunst, Hannahs Sopran und lauter verschiedene Emotionen. Dass Herr von Aster hier mit macht, rundet das ganze Spektakel ab. Ich kann nur jedem empfehlen, diese Scheibe zu besitzen! Euch entgeht sonst ein wahres Meisterwerk. Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei allen Beteiligten und Euch, sage bis bald und stay tuned! Lasst Euch verzaubern! Euer Krähenkönig

Tracklsit:

01 Prolog I
02 Les Medixants
03 Prolog II
04 Lucy Gray
05 Amoris Donat Exitio
06 Prolog III
07 Lache, lache
08 Virginis Memoriae
09 Der tuonkle Stern
10 Prolog IV
11 Des Winters langiu Nâht
12 Prolog V
13 Tandaradei
14 Prolog VI
15 Des Valchen guldin Riemen
16 Aval la Face
17 Floret Silva Nobilis
18 Prolog VII
19 Chanterai por mon Corage
20 Tanzlied
21 Prolog VIII
22 The Pursuit of Felicity

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VÖ: 04.04.2017
Genre: Medieval Gothic Folk
Label: Prosodia

Saeldes Sanc im Web:

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