Omnimar – Poison (CD-Review)

Omnimar

Es ist wieder Zeit für jede Menge Emotion aus Russland! Mit ihrem neuen Album ‚Poison‘ sorgen OMNIMAR für das nächste Meisterwerk, das sich durch die erste Auskopplung von ‚Out of my Life‘ schon mehr als überzeugend angekündigt hat. Die russische Synth-Pop-Band OMNIMAR, welche sich 2012 um die beiden Freunde Maria Mar und Yaroslav Rasin in Moskau formierte, ziehen nicht nur alle Blicke auf sich, sobald sie die Bildfläche betreten, sondern zählen in Russland zu den erfolgreichsten Bands ihres Genres. Nach der erfolgreichen Veröffentlichung des Debüt-Albums „Start“ (2015) und das nachfolgende Remix-Album „Restart“ (2016) meldeten sich OMNIMAR kurz vor Jahresende noch einmal mit neuem Material zu Wort. „Out Of My Life“ so lautete der Titel der EP, die insgesamt 7 Tracks umfasst und am 15. Dezember 2016 via darkTunes erschien. (Pressetext)

Am 19.Mai erschien nun ihr neues Werk unter dem Titel „Poison“ via Darktunes Music Group. Das Herz- und Titelstück „Poison“ eröffnet mit weichem Sphärenklang den Reigen. Ein recht düsterer Opener, der atmosphärisch dicht überleitet in den nächsten Track namens “ I Go On On My Own“. Etwas unschön dieser quäkige Synthsound am Anfang. Das Stück fetzt los in den Himmel der Clubtauglichkeit. Der Refrain ist super eingängig und hält schön den hohen Spannungslevel, den der Opener Poison gelegt hat. Rabenkrächzen am Beginn mit gefühlvollem Synth-Teppich-Intro von „Out Of My Life“ schaffen eine melancholische Stimmung und bereiten auf eine wunderschön getragene Futurepop-Hymne im mittleren Tempo vor. Die Melodie von „Out Of My Life“ ist einfach nur schön. Da passt alles. „I Wanna Know Now“ startet mit Alltagsgeräuschen, dazwischen wieder Vogelstimmen, ganz getragen, aber nichtsdestotrotz mit viel Druck und Leidenschaft vorgetragen. „Boom Boom“ — genau so lautmalerisch geht der Rhythmus. DAS Stück zum Tanzen. Irgendwie kommt mir „Hyper Hyper“ von Scooter in den Sinn. Der Text ist genauso tiefsinnig, aber trotzdem macht er, vielleicht gerade wegen seiner Sinnfreiheit, viel Spaß als Reminiszenz an die Technoära der 90er. Es folgt das balladeske „40 Steps“. Auch hier zeigen Omnimar ihr Potenzial für tolle Gesangslinien. „Jimmy“ – Wer ist Jimmy? Maria Mar singt „A good Boy“. Klarer, harter Beat versorgt diese Clubnummer mit nötigem Druck. „Sadizm“ (Englishe Version). Von diesem Titel gibt es in der Tat die russische Version auf YouTube. Der Titel verspricht das, wovon der Text handelt. Ordentlich druckvoll spielt der Bass einen an die Wand. Und wieder folgt mit „Happy Ending“ eine Ballade voller Intensität, Gefühl und russischer Melancholie. Die ruhigen Stücke scheinen Omnimars Ding zu sein. „Hungry“ hat zwar einen englischen Titel, aber Maria Mar singt russisch. Das passt sehr gut zum Stück und klingt super. Dies ist zwar im Gegensatz zu manch anderen mit weniger „Boom“ ausgestattet, aber ist ein interessantes Synthpop – Elektrostück, von der Art könnte es ruhig mehr geben. „Release Me“ klingt anfangs ziemlich wie Blutengels Futurepop, aber wenn der Gesang einsetzt hören wir was ganz Überraschen- des: Sprechgesang. Mit diesem leicht hymnigen Titel beendet Omnimar ein durchgepowertes Werk.

Fazit: Omnimar bewegen sich musikalisch in einem nicht allzu weit gesteckten experimen- tellen Rahmen, in dem nur leichte Einflüsse von Industrial, Futurepop und Synthpop wirksam werden. Gerade die Clubnummern erinnern in ihrer Grundtonart an die 90er Technozeit. So ist Omnimars Stil absolut eingängig, tanzbar und kann unproblematisch in jeder Disco zwischen Moskau, Mailand und Meppen gespielt werden. Die Stücke sind auch nicht allzu düster, eher etwas melancholisch angehaucht. Omnimars Stärke sind ihre super ohrgängigen Melodien und ihre Balladen, die druckvoll und mit viel Gefühl komponiert wurden. Optisch reizt dieses Duo alles aus, was der Fetischversand so hergibt. Dabei kann man nach Shades of Grey mit Sadomaso kaum noch kokettieren, wo es doch im Buchladen schon die Plüsch- handschellen gratis zum Buch gibt. Dieser Lack- und Latex-BDSM-Stil kommt in ihren Videos so geballt, dass man sich fragt: „Da war doch noch was? Ach ja. Omnimar machen ja noch Musik!“. Ob es nun Lifestyle, gelebte Passion, Provokation oder nur optische Verkaufs- förderung ist, bleibt unklar. Das Duo macht aber durchaus Spaß beim Hören und Sehen.

Tracklist:

01 Poison
02 I Go On on My Own
03 Out of My Life
04 I Wanna Know Now
05 Boom Boom
06 40 Steps
07 Jimmy
08 Sadizm (English Version)
09 Happy Ending
10 Hungry
11 Release Me

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VÖ: 19.05.2017
Genre: Synth-Pop / Future-Pop
Label: Darktunes Music Group

Omnimar im Web:

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