Namnambulu – Remind (CD-Kritik)

Namnambulu

Erinnerungen sind das was NamNamBulu bereits seit ihrer Gründung ausmachen, war es nicht zuletzt der Song „Memories“ der die Karriere von Henrik Inversen und Vasi Vallis ins Rollen brachte. Mit „Remind“ veröffentlicht die Band nun die lang vergriffene und nur als Ltd. Edition erschienene „Memories“ Single, die legendäre „Blinded“ E.P. sowie das Follow Up „Expansion“ auf einer randvoll gepackten Doppel-CD. Doch damit noch nicht genug. Soundwizard Vasi Vallis hat es sich nicht nehmen lassen die Kultsongs „Faces“ sowie den deutschsprachigen Titel „Zeit“ in komplett neue Soundgewänder zu verpacken! Zwei CDs zum Preis von einer, angereichert mit bisher unveröffentlichtem Material in edlem Artwork Design. Das erste Must Have für alle Synthpop und Futurepop Fans! (Quelle: Pressetext)

„Remind“ erscheint am 02.02.2018 via Infacted Recordings. Wie die 2 CDs klingen, erfahrt Ihr jetzt. Los geht es mit „Nor Or Never“, Opener der 2002 erschienenen EP „Blind?“. Die Debüt-EP. Ein kleiner feiner dunkel-romantischer Rohdiamant, der hier in neuem Glanz erstrahlt. Schön, dass er die Retrospektive eröffnen darf! Das ebenfalls darauf befindliche, herzzerreißende „Ignorance“ ist ebenfalls vertreten. Hier haben die Jungs direkt einge- fangen, was Ignoranz ausmacht. Wie sie sich anfühlt. Will man jemandem wirklich weh tun, ignoriert man ihn. Da darf natürlich auch „Surviving“ nicht fehlen. Tanzbar, emotional, mitreißend, packend. Einfach NamNamBulu. Passend dazu fliegt auch der „Guardian Angel“ vorbei und hinterlässt seinen schützenden Schein. Das tieftraurige, tief treffende „Trapped“ darf natürlich auch nicht fehlen. Echt krass, wie sehr einen Vasis Melodien und Henriks Gesang packen! Bis heute hat diese Musik nix an Intensität, Magie und Tiefgang eingebüßt! Auch vor „Nightmares“ sind wir nicht ganz sicher, aber Henrik und Vasi beschützen uns in einem Gewand aus Tanzbarkeit, Tiefgang, Emotionalität und ihrem ganz eigenen Sound. So übersteht man jeden Alptraum! Etwas aufgepeppter klingt dann „Nor Or Never (Reconstructed)“. Aber es bleibt so wunderschön, klingt nur etwas moderner möchte man sagen. Auch eine überarbeitete Version des Klassikers „Beaten (v.2.0)“ hat es in die Tracklist geschafft. Geballter, tanzbarer, gewaltiger. „Surviving (Outdated)“ ist eine weitere Special Version eines Klassikers. Die Geschwindigkeit ist gedrosselt, der Track klingt insgesamt minimalistisch, auf das Wichtigste reduziert. Bleibt aber glanzvoll. Auch von „Ignorance“ gibt es eine etwas andere Version, die durch den Perceive Mix folgt. Das Original gefällt mir persönlich allerdings deutlich besser. Kann man sich trotzdem anhören. Ein ganz besonderes Schätzchen ist „Trapped (Unplugged)“. Klavier, Henriks Gesang, eine Geige wenn ich es richtig höre, mehr nicht. Reicht vollkommen zu. Und macht dieses tieftraurige Lied noch zerbrechlicher, noch einschneidender. Rührt einen direkt zu Tränen und bricht einem beinahe das Herz. Als Abschluss-Schmankerl für CD 1 haben Henrik und Vasi „Faces“ überarbeitet und präsentieren es in einer 2017 Version. Toll gemacht, prima wiederbelebt. Tolle Version!

CD 2 beginnt mit den Remixen der „Memories“ Single-EP. Längst vergriffen, wer sie nicht hat, bekommt sie nur hier. Und den Anfang macht der „Memories (Club Mix)“. Mächtig stampfend dröhnt er in den Saal und bringt Euch zum Tanzen. Ein wahres Monster! Ein weiteres Monster erschaffen Diskonnekted mit ihrem Remix. Es dröhnt, knarrzt und zischt aus allen Ecken und Winkeln. Sehr starke Version! Etwas gemächlicher, dafür düsterer ist der Vox Celesta Remix. Sehr zu empfehlen! Experimentell wird es mit Kartagon und ihrer Variante. Verzweigte Klanggerüste erwarten Euch hier. Minimal Wave gibt es durch den No Comment Remix. Passt prima zum NamNamBulu Soundbild. Da kann man sich wirklich jeden Kommentar sparen, einfach nur zurücklehnen und genießen! Die Pearls Of Dew versuchen es mit stärkeren Drums und melancholischem Electro, der sich dann zu einem wahren Gewitter steigert. Observe & Control setzen auf schnelle Beats, stellenweise elektronisch verzerrten Gesang und wundervolle Klangspielereien. Auf CD 1 gab es die überarbeitete Fassung, auf CD 2 das Original: „Faces“, ein Lied, das man ebenfalls unbe- dingt von NamNamBulu kennen muss! Das nachdenkliche „Game“ ist natürlich auch mit von der Partie. Ein ebenso zeitloser Klassiker: „Zeit“! Ein ganz besonderes Teil wird auf ewig „Forgiving“ sein, die Zusammenarbeit mit den Jungs von [:SITD:]! Ein Song, der die Stärken beider Bands so genial vereint, wie sich das gehört! Auf so einer Compilation kommt ein Track namens „Perspective“ schon echt cool! Da genießt man das doch alles gleich noch mal mehr! Mithilfe von „Transcending“ heben wir ab und driften in eine andere Dimension. Optimal, um dem Alltag zu entfliehen! Sehr geniales Instrumental und im Gebilde ein wahres Monument! Den Abschluss bringt dann ein weiterer ganz besonderer Diamant: „Zeit 2017“! Deutlich vom Original zu unterscheiden, aber immer noch wundervoll! Warum an „Transcending“ die gleiche Version dran hängt, verstehe ich allerdings nicht. Tut dem Ganzen aber auch keinen Abbruch, verwundert nur. So hört man es halt doppelt, gibt schlimmeres!

Fazit: Mit „Remind“ haben NamNamBulu ein tolles Paket geschnürt. Sachen, die längst vergriffen sind, einfach an einem gewissen Punkt wiederveröffentlichen. Und dann sogar noch 2 Evergreens aufpolieren. Ein Geschenk an die Fans, das sich durchaus hören lassen kann! Besonders für Diejenigen, die die EP´s nicht mehr haben erwerben können.

Tracklist:

CD: 1

01. Nor Or Never
02. Ignorance
03. Surviving
04. Guardian Angel
05. Trapped
06. Nightmares
07. Now or never (Reconstructed)
08. Beaten (V.2.0)
09. Surviving (Outdated)
10. Ignorance (Perceive Mix)
11. Trapped (Unplugged)
12. Faces (2017)

CD: 2

01. Memories (Club Mix)
02. Memories (By Diskonnekted)
03. Memories (By Vox Celesta)
04. Memories (By Kartagon)
05. Memories (By No Comment)
06. Memories (By Pearls Of Dew)
07. Memories (By Observe & Control)
08. Faces
09. Game
10. Zeit
11. Forgiving – NamNamBulu / [:SITD:]
12. Perspective
13. Transcending
14. Zeit (2017)

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VÖ: 02.02.2018
Genre: Futurepop, Synthpop, Elektropop
Label: Infacted Recordings

Namnambulu im Web:

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