Massive Ego – Beautiful Suicide (CD-Review)

Beautiful Suicide

Beautiful SuicideDie britische Kult-Gruppe Massive Ego, die sich 1996 um die beiden ursprünglichen Bandmitglieder Marc Massive und Andy JT formierte, legen nach über 20-jähriger Bandgeschichte in diesem Jahr nun endlich ihr bereits heißersehntes Debütalbum unter dem Titel „Beautiful Suicide“ vor. „Beautiful Suicide“ glänzt nicht nur durch mitreißende, dunkle Electro-Pop-Hymnen, sondern wartet u. a. auch mit den vom befreundeten Weltstar Boy George kom- ponierten Hit „Let go“ und den Club-Favoriten „I idolize you“ auf. Gemischt wurde das Album von niemand Geringeren als Chris Pohl und Mario Rühlicke, dem Team, welches hinter der populärsten deutschen Szene-Band Blutengel steht. Erscheinen wird das Werk „Beautiful Suicide“ am 17. Februar 2017 als Deluxe Doppel-CD mit exklusivem Bonus-Album via Out Of Line.

Natürlich spricht alleine schon der Albumname im Zusammenhang mit dem Bandnamen für sich und Bände. Wer sich schon immer mal gefragt hat, aus welcher Feder bzw. aus welcher Motivation heraus das passiert ist, wird hier nun weiser. Uns liegt übrigens eben jene Deluxe Version hier vor. Alleine schon auf dem Blutengel Open Air haben Massive Ego ihre Position als Opener vor CHROM und Blutengel mit Bravour gemeistert und 20 Jahre sind eine lange Zeit, um ein Album reifen zu lassen. Was draus geworden ist, das erfahrt Ihr jetzt: Der Opener „Ghost In My Dream (Prologue)“ macht schon alleine sehr von sich reden. Technoide Töne, wunderschöne Melodien aus der Traumfabrik, Dramatik, eine verzerrte fremdartig wirkende Stimme, Gesang der einem Schauer bringt. „Low Life“ (feat. Maggie K DeMonde von Scarlet Fantastic). Erfüllender Dark Pop, grandiose Stimmen, magische Wirkung, starke Atmosphäre. Scarlet Fantastic waren übrigens ein britisches Pop Duo, welches von 1987 – 1991 aktiv war. Maggie hatte darüber hinaus aber auch andere Projekte. Dark Pop mit düsteren Schwingungen und Alternative-Schlagseite präsentiert Master Massive mit „She Uses Sex“. Der Tiel spricht eindeutig für sich. Macht auch ordentlich Stimmung. Etwas düsterer und eingängiger wird es mit „The Girl Who Finds Gifts From Crows“. Allerfeinste Elektronik getragen von Marcs exzellenter Stimme bereitet einfach Gänsehaut. „Das Mädchen, welches Geschenke von Krähen findet“ – schon sehr hohe Lyrik, tiefgründig, vielseitig iterpretierbar und märchenhaft! Stimmt schon sehr nachdenklich, gerade im Bezug auf die Album-Thematik. Melancholisch eingängig und mit sehr viel Gefühl präsentiert sich „Kate´s In A State“. Neu und doch so Old School verehrend. Es hätte auch viel früher entstehen können. Gerade diese Perle spiegelt die Album-Thematik verdammt gut wieder! Sogar Fotografier-Geräusche wurden mit eingebaut. Einfach umwerfend! Direkt danach hört Ihr das bereits angesprochene von Boy George komponierte „Let Go“. Man hört eindeutig raus, dass das „Charma Chameleon“ dahinter steht. Massive Ego legen eine wunderschöne, ergreifende, warme, dunkel-romantische Perle vor, die man einfach lieben muss! Fans der 80er und 90er mit neuem Anstrich werden hier fündig! Vielleicht kommt es ja noch zu einer weiter gehenden Zusammenarbeit. Ich muss zugeben: Als ich „Haters Gonna Hate“ (feat. Belzebub) las, war ich sehr skeptisch. Zum einen: brauchen wir wirklich Dark Rap? Ich bin dennoch sehr begeistert von dem Lied. Es ist knallig, es macht Stimmung, es ist eine Club-Granate. Entscheidet selbst, was Ihr davon haltet. Für die Stimmung, die Atmosphäre und den fetten Club-Sound lohnt es sich allemal ebenso sehr wegen Marcs Gesang. Umso mehr freue ich mich über „For The Blood In Your Veins“ (feat. Chris Pohl). Die Stimmen klingen super zusammen, das Liedlein vereint die Stärken beider Bands, es ist Dark Pop allererster Sahne geworden. Was will man mehr! „I Idolize You“. Mitreißend, packend, absolut hammer, mega cooles Video. Die Hymne über Aussehen! Und obendrein die beste Wahl für eine Single. Es folgt „Out Of Line“ (feat. Gene Serene). Höchst dramatisch, theatralisch, deep, packend, fesselnd, betörend magisch. Das gleichnamige Label, auf dem Massive Ego auch beheimatet sind, wird sich darüber ganz besonders gefreut haben. Die beiden Stimmen gemeinsam und jede für sich sind wie für diese Perle gemacht. „Coldest Light Of Day“ ist eine weitere dieser packenden Dark Pop Glamour Hymnen, die aus einer längst vergessenen Zeit stammen könnten. „Where I Find Myself“ sticht schon in den ersten Sekunden heraus. Wapernde Sounds, technoide düstere Elektronik, dominanter Gesang. Das klingt nach Befreiungsschlag! Vielleicht sogar Selbst- erkenntnis? Findet es heraus, es lohnt sich. „Drag Me In, Drag Me Under“ dürften Einige von Euch bereits schon von der „Electrostorm Vol. 7“ kennen. Neben „I Idolize You“ und „Haters Gonna Hate“ eine weitere geballte Club-Granate. Hier wird auch mal das Gaspedal etwas weiter durch gedrückt. Übrigens eine verdammt gute Sampler-Reihe von Out Of Line. Es folgt das Herz- und Titelstück „Beautiful Suicide“. Besonders hier hört man raus, welches Produzenten-Team dahinter steht. Das macht aber nichts, sie haben was Wundervolles gezaubert. Melodien, Sounds, Gesang, Thematik, Stimmung, Atmosphäre, die dabei ent- stehenden Emotionen – einfach nur wunderschön! So muss ein Titeltrack! Damit folgt auch schon der Abschluss von CD 1 durch „I Idolize You (Orchestral Epilogue)“. Eine wahrlich atemberaubend schöne Inszenierung der Nummer, die man einfach kennen muss. Ein traumhaftes Finale, das ganz ohne Gesang auskommt. Der einzige „Gesang“ kommt von einem starken Chor im Hintergrund, der immer mal wieder zu vernehmen ist. Das wäre ein Kandidat für die „Dark Classics“! Für die Nichtkenner: Das ist ein Festival, bei dem Künstler zum einen normal auftreten und am zweiten Tag spielt eine Auswahl Künstler mit Orchester. Sehr gutes Projekt und immer wieder anhörwert!

CD 2 beginnt mit dem Opener „Public Disorder“, der verstörender und damit treffender nicht sein könnte. Sirenen erschallen im Hintergrund, Störgeräusche von Aufruhr und Leid erfüllen die Luft, eine militärische Grundstimmung bildet den Grundton. Genial gemacht! Gleich danach macht „Rise“ ordentlich Lärm, behält den bitterbösen Grundton bei und der Gesang wird entsprechend angepasst. Schon alleine wegen diesen beiden Tracks empfehle ich Euch die Deluxe Variante. „Rise“ ist definitiv neben dem Opener das Derbste des Albums und macht ordentlich Lärm! Es folgt die zweite Auskopplung „Dead Silence Rising“. Lohnt sich als Single definitiv auch, es macht genau so viel Stimmung wie die andere Single. „Goodbye London“ ist Dark Alternative Pop wie er sein muss. Bands wie Sono oder auch Torul werden sich darüber freuen ebenso wie die Helden des Pop. Aber auch ohne diese Vergleiche ist dieses Glamour Goldstück sehr wertvoll! „Eight Day“ beendet die regulären Tracks. Und das mit einem Pauknschlag, der sich gewaschen hat. Man sagt ja, Gott habe in sieben Tagen das Paradies erschaffen. Ungefähr die Richtung müsst Ihr Euch vorstellen und es wird sehr explosiv vorgetragen! „Let Go (Blutengel Remix)“ eröffnet die Liga der Remixe. Schon über das Open Air und das Duett wurde eindrucksvoll bewiesen, wie gut beide Bands zusammen arbeiten können. Das ist hier nicht anders. Man darf gespannt sein, was da noch kommt. „She Uses Sex (CHROM Remix)“ steht dem in nix nach. Denn wie schon erwähnt, waren auch CHROM auf dem Open Air dabei. Toller Remix! Die dritte „Let Go“ Variante kommt von Ashbury Heights. Dadurch wird etwas ganz Neues draus, was durchaus auch Stimmung macht. Das Lied ist kaum wiederzuerkennen. Gute Arbeit! Klingt aber auch irgendwie nach der Grufti-Variante der Love Parade. „Kate´s In A State (Ludovico Technique Remix)“ gibt dem Lied gleich ein neues Gesicht und macht es sogar ein Stück düsterer und deeper. Sehr genial, fetten Daumen dafür! „For The Blood In Your Veins (feat. Chris Pohl; Nature Of Wires Remix)“ ist ebenso dezent düsterer und stampfender als das Original. Beide Remix-Künstler sind es absolut wert, dass man sich auch mal mit ihren eigenen Sachen anhört. Bei Blutengel und Ashbury Heights stellt sich die Frage erst gar nicht. Variante 3: „For The Blood In Your Veins (Ash Code Remix)“. Über diesen Remix freue ich mich ganz besoners, da beide Bands so super zueinander passen und sich perfekt ergänzen. Ein Traum! Zu guter Letzt beendet „Drag Me In, Drag Me Under (NeroArgento Remix)“ CD 2 und damit den CD-Komplex. Durchaus sehr spannend die Version, kann sich hören lassen.

Fazit: Massive Ego beweisen, dass es auch gut mal 20 Jahre dauern kann, bis eine CD er- scheint. Hier gibt es keine Lücke, alles ist perfekt produziert und es wurde sauber gearbeitet. Die Thematik ist hervorragend musikalisch umgesetzt, Marcs Gesang bekommt volle Punk- tzahl! Die Zusammenarbeit mit Belzebub und der Remix von Ashbury Heights sind und bleiben Geschmackssache. Gut gemacht sind sie, Stimmung machen sie, alles überhaupt keine Frage. Aber mich überzeugen sie nicht hundertprozentig. Ansonsten sehr klasse Debüt, bitte mehr davon! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Massive Ego und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist CD1:

01 Ghost In My Dream (Prologue)
02 Low Life (feat. Maggie K DeMonde)
03 She Uses Sex
04 The Girl Who Finds Gifts From Crows
05 Kate’s In A State
06 Let Go
07 Haters Gonna Hate (feat. Belzebub)
08 For The Blood In Your Veins (feat. Chris Pohl)
09 I Idolize You
10 Out Of Line (feat. Gene Serene)
11 Coldest Light Of Day
12 Where I Find Myself
13 Drag Me In, Drag Me Under
14 Beautiful Suicide
15 I Idolize You (Orchestral Epilogue)

Tracklist CD2:

01 Public Disorder
02 Rise
03 Dead Silence Rising
04 Goodbye London
05 Let Go (Blutengel Remix)
06 Let Go (Ashbury Heights Remix)
07 She Uses Sex (Chrom Remix)
08 Kate’s In A State (Ludovico Technique Remix)
09 For The Blood In Your Veins (Nature Of Wires Remix)
10 For The Blood In Your Veins (Ash Code Remix)
11 Drag Me In, Drag Me Under (Neroargento Remix)

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VÖ: 17.02.2017
Genre: NewRomantic-DarkWave-ElectroGothic-Pop-Industrial-Hybrid
Label: Out Of Line

Massive Ego im Web:

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