Marilyn Manson – Heaven Upside Down (CD-Review)

Marilyn Manson Heaven Upside Down

Nach der überaus erfolgreichen Veröffentlichung des 2015er-Albums „The Pale Emperor“ steht nun endlich der Nachfolger in den Regalen. Der neue Silberling trägt den Titel „Heaven Upside Down“, umfasst 10 brandneue Tracks, erscheint am 6. Oktober 2017 via Caroline Distribution und stellt das mittlerweile zehnte Studioalbum des US-amerikanischen Schock-Rockers und seiner Band da. Passend zur neuen Platte werden sich Marilyn Manson auf große „The Heaven Upside Down“ Europatour begeben. Im Rahmen dieser Tour dürfen sich auch hierzulande die Fans auf vier ausgewählte Konzerte in Hamburg, München, Berlin & Düsseldorf im Herbst freuen. Wer also eine der bizarren, gruseligen und oft politischen Horrorshows von Marilyn Manson besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig ein Ticket besorgen, denn diese sind bekanntlich sehr beliebt und schnell ausverkauft.

Die Bibel endet mit dem Buch der „Offenbarung“, Mansons Album beginnt mit selbiger: „Revelation #12“. Dies ist die mystische Geschichte, wie der Teufel, Satan, auf die Erde kam, um diese heimzusuchen. Diese „Bibelfestigkeit“ war prägend für die Jugend Brian Hugh Warners und so findet sich der sog. Anti-Christ auch auf diesem Album so sicher wie das Amen in der Kirche, musikalisch in alter Weise umgesetzt als dreckiger, harter Rock’n’Roll mit übersteuertem Gesang, bedrohlich dröhnenden Bass und fies sägender Gitarre. „Tattooed In Reverse“ hat diesen betont langsamen, lasziven Rhythmus des Blues. Dazwischen funken fiese Elektrofiepser. Sehr cool! Der zwingende Rhythmus von „WE KNOW WHERE YOU FUCKING LIVE“ treibt die Dramatik der eruptiven Ausbrüche der Shoutings vor sich her. Ein schöner, diabolisch leiser Anfang kündigt „SAY10“ an. Toller Kontrast zu den rausgerotzten Einschüben. Schon fast poppig will „KILL4ME“ hier einen feinen Kontrast schaffen zu all der dreckigen Rauheit der vorangehenden Titel und vor allem zu dem Text: Ach, würdest du für mich töten? Nun, morgen hätte ich vielleicht Zeit! Welch eine Frage so en passant gestellt. Da passt das musikalische Thema wirklich großartig. „Saturnalia“ geht so was von ab. Das Intro geht leicht in die Richtung Industrial kredenzt mit fies sägender Sologitarre. Der ganze Song ist auch ungewöhnliche 8 Minuten lang und nutzt auch jede Sekunde zur freien Entfaltung. Mit „JE$U$ CRI$I$“ befindet sich ein schönes midtempo Titel mit einigen elektronischen Spielereien auf dem Album.Ein ungewöhnlicher Klavier-Synthie Einstieg kündigt mit „Blood Honey“ eine ruhigere Nummer an, die recht geschmeidig gestimmt rüber kommt und die kaputten Stimmbänder von Mr. Mansons langjährigen Shoutings schön in Szene setzt. Der Namensgeber des Albums „Heaven Upside Down“ ist etwas ruhigere Rock’n’Roll-Nummer, die man guten Gewissens als zeitlos einstufen kann. „Threats Of Romance“ klingt hart nach Glam-Rock, was textlich irgendwie ironisch klingt, aber warum nicht mal mit musikalischer Ironie provozieren?

Fazit: Eigentlich sollte dieses Album viel früher erscheinen und auch unter einem anderen Namen, aber Marylin Manson machten es spannend und so zog sich die Veröffentlichung des Albums bis Anfang Oktober hin. Während der Produktion des Albums verstarb der Vater von Brian Hugh Warner und so finden sich auch persönliche Bezüge dazu auf diesem Album z.B. im Song „Saturnalia“. Besondere Dramatik schaffen immer wieder die ganz ruhigen Passagen, wenn Mr. Manson fasst ins Mikro flüstert, die wie die leise Stimme des Psychopathen angekündigt, dass er nur ein bisschen gemein sei. Allein das retromäßige Cover lässt vermuten, dass es sich bei diesem Album um einen Rückbezug auf das frühere Schaffen von Marylin Manson handeln könnte und so ist es auch. Außerdem: Mit was kann der Schock-Rocker Marylin Manson denn noch provozieren, was er nicht schon längst getan hat? Klar, mit einem ungeschminkten Mr. Manson, der in seiner dunklen Unauf- fälligkeit erst recht diabolisch wirkt. Und falls das jemand doch übersehen sollte, prangt auf dem Cover das Satanszeichen. Ein Hauch von Ironie dabei?

Tracklist:

01 Revelation #12
02 Tattooed In Reverse
03 WE KNOW WHERE YOU FUCKING LIVE
04 SAY10
05 KILL4ME
06 Saturnalia
07 JE$U$ CRI$I$
08 Blood Honey
09 Heaven Upside Down
10 Threats Of Romance

Bestellen: Amazon

VÖ: 06.10.2017
Genre: Suicide Rock
Label: Caroline (Universal Music)

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