KRANKHEIT – Saat des Bösen (CD-Review)

krankheit_-_Saat_des_BoesenDas BÖSE hat einen Namen: KRANKHEIT! Die Österreichische Dark Industrial Metal-Combo KRANKHEIT, die sich im Sommer 2011 um Sänger Christian „Chris“ Präauer und Drummer Anton „Tony“ Gassner formierten, holen nun zum nächsten Schlag aus und melden sich nach der ersten EP “Menschenfänger” (2011), ihrem erfolgreichen Debütalbum „Sanatorium“ (2013), die darauffolgende EP „Die Antwort“ (2014) und der verheißungsvollen Single „Krampus“ (2015) endlich mit neuem Material zurück. Die Jungs legen ordentlichen Dark Industrial Metal auf die Bretter, der nur noch durch eine passende skurile Optik und extrem düstere Texte gesteigert wird. Hierbei fließen Elemente und Epochen verschiedener Komponisten wie Mozart, Beethoven, Brahms, etc. mit ein und verfeinern den Klang. Eins steht fest: Der neue Longplayer ist nichts für zartbesaitete, denn es wird noch böser, noch derber und noch monströser!

Drei Jahre nach ihrem Erstlingswerk „Sanatorium“ bringen KRANKHEIT nun am 11. November 2016 ihr Nachfolgewerk Saat des Bösen auf den Markt. Das Trio präsentiert darauf 11 brandneue Songs. Das Herz- und Titelstück „Saat des Bösen“ fängt schon sehr krank an. Sägende Gitarren, dröhnende Drums, verzerrte Klänge leiten ein, bitterböser Gesang, fieser Text, Klassik Black Death Metal. Zitat: „Wer glaubt das Recht hat zu entscheiden, ist richtig gut und böse falsch, dem wird die Saat des Bösen zeigen, wo sich die Spreu vom Weizen trennt.“ Richtig böser Einstieg! „Tag der Rache“ trifft genau das, was oben beschrieben steht. Die perfekte Mische aus Melodien längst vergangener Epochen und ordentlicher Metal mit bitterbösem Gesang, was natürlich auch zum Liedtitel und zum Bandnamen passt. Ein richtig krankes Kammerorchester! „Mammon“ ist ein grausiges Biest aus der Unterwelt, gebastelt aus feinen Melodien, NDH und Black Metal. Und das alles im guten Wechsel. Der Gesang und die Lyrics wecken das pure Grauen und lassen Euch das Blut gefrieren! „Mammon ist ursprünglich ein unredlich erworbener Gewinn oder unmoralisch eingesetzter Reichtum, wenn er etwa zur lebensbestimmenden Maxime wird. Heute wird mit dem Begriff abschätzig das Geld im Allgemeinen bezeichnet („schnöder Mammon“). Im weiteren Sinn bedeutet Mammon: „das, worauf man vertraut“.“ (Quelle: Wikipedia) „Geboren Unheil anzurichten“ erklärt sich von selbst. Krankheit wie sie leiben und leben. Hier toben sie sich richtig aus und erschaffen wohlig-schaurige Schauer. Auch hier gibt es einen hohen Klassik-Anteil und die Jungs zeigen, was sie von der Gattung Mensch halten. „Tanz der Zeit“ beginnt elektronisch klassisch, bis ein militärisch anmutendes Schlagzeug & derber Sprechgesang dazu kommt. Schauer-Operette mal anders! Der „Übermensch“ könnte einem uralten Gedicht oder einer Ballade entstam- men. Auf die heutige Zeit trifft der Text in jedem Fall zu und die musik- alische Umsetzung setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein trauriges Klavier- spiel, das einem seltsam vertraut vorkommt, leitet in „Die Weinende“ ein. Wunderschön, schaurig, geht tief unter die Haut, Seele blutet, Herz weint, höchst dramatisch. Mein absoluter Oberfavorit und absoluter Anhörtipp! Derbsten Black Death Metal gibt es danach wieder mit dem „Untergang“. Hier muss eskaliert und der Haargummi rausgemacht werden! Die Hölle selbst muss Christian, Tony und Roy ausgespuckt haben – dieses Lied belegt! „Symphonie V“ besteht größtenteils aus klassischer Musik und einem Sprecher, der aus einem uralten Fernsehgerät zu sprechen scheint. Dazu stoßen Beethoven, geile Lyrics, übelste Growls und gescheiter Metal. Das klingt alles einfach nur derbe und wird zum zweiten Oberfavorit! Pfeilschnell prescht danach die „Herde“ zu Felde und mäht alles nieder, was da geht und steht. Verschont wird nichts und niemand, die Welt versinkt in Chaos und KRANKHEIT. „Requieem Introitus“ gönnt Euch einen kurzen Atemzug Pause und Nachdenkzeit, bevor eine weitere brutale Schlacht auf Euch niederbrasselt. Klassik und Metal vereinen sich erneut und zeugen ein Kind, das sich nach Verderben sehnt. Diese krassen Gegensätzen sind KRANKHEITs stärkstes Blatt. Das macht sie so einzigartig. Was für ein krasses, endgeiles Ende!

Fazit: Was für ein geniales, packendes, schaurig-schönes Spektakel! Hier prallen Jahrzehnte und Gegensätze aufeinander, dass es nur so scheppert! KRANKHEIT speien Euch sämtliche Hass-Tiraden, bitterböse Geschichten und herzzerreißende Märchen entgegen. Es ist eine wahre Wonne, in der entstandenen Blutlaache zu baden! Der Bandname ist Programm ebenso wie der Albumtitel; die Saat wird Euch verschlingen. Lasst Euch infizieren! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei KRANKHEIT und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Saat des Bösen
02. Tag der Rache
03. Mammon
04. Geboren Unheil anzurichten
05. Tanz der Zeit
06. Übermensch
07. Die Weinende
08. Untergang
09. Symphonie V
10. Herde
11. Requiem Introitus

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VÖ: 11.11.2016
Genre: Dark Industrial Metal
Label: RIMIX

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