Intent:Outtake – Eclipse (EP-Review)

Im Jahr 2011 von Andreas Engleitner als Ein-Mann-Projekt gegründet, trat Intent:Outtake in den ersten Jahren nur für Remixe in Erscheinung. Das erste Lebenszeichen mit eigenem Material folgte im Juni 2016. Intent:Outtake spielten ihr Debütkonzert im Rahmenprogramm des WGT in Leipzig. Bastian Polak stieß drei Monate zuvor als Sänger und Texter zur Band. Inspiriert von diesem Auftritt folgten die Arbeiten zum ersten Album, welches ein halbes Jahr später unter dem Namen „Wake Up Call“ im Januar 2015 auf den Markt kam. „Wake Up Call“ schaffte es insgesamt für 8 Wochen in die Top-10 der Deutschen Alternative Charts bis auf Platz 5. Die anschließenden Konzerte führten die Band durch ganz Deutschland. Dabei wurden Bastian und Andreas im kompletten Jahr 2015 von der Leipziger Musikerin Liss Eulenherz auf der Bühne unterstützt. Mit „Neustart“ veröffent- lichte die Band im September 2015 die erste Single des zweiten Album. Die Single erschien in einer limitierten DigiPack Edition und stieg ebenfalls in die Deutschen Alternative Charts (DAC) und die German Alternative Webcharts (GEWC)-Charts ein. Im Mai 2016 erschien das zweite Album mit dem Namen „About Halos“. Bis auf Platz 2 in den Deutschen Alternative Charts und Platz 3 in den German Alternative Webcharts konnte sich das Album vorschieben. Anfang Juni erschien mit „Eclipse“ die erste Single (EP) des 3. Albums, das im Herbst diesen Jahres folgen wird. Die Band wird sich dabei zwischen Oktober und Dezember zum ersten Mal auf eine Release-Tour begeben. (Quelle: Facebook der Band)

Ein sirenenartiger Sound bohrt sich in die Gehörgänge und los geht es mit „Eclipse“ (Single Edit). Eine harmonische, eingängige Synth-Melodie steigert sich in einen tollen Beat hinein. Der Gesang liegt leicht drüber, noch verhalten, aber nicht mehr lange, dann erklingt der wütende Aufschrei: „So Welcome. This is the End!“. Toll kommen im Hintergrund die Robovoices, die ein bisschen an Kraftwerk erinnern. Sofort ist das Stück im Ohr und lässt einen nicht mehr los, so druckvoll und emotional ist das, was Intent: Outtake da abliefern. „100 Hertz Schmerz“ ist da ganz anders mit seiner satten Synth-Melodie. Langsam und unnachgiebig geht die Basslinie durch. Der intensive, verzerrte Gesang macht Druck und der Text passt. Herzschmerz pur! Beim Song „Es tobt in mir“ werden Intent:Outtake von Sänger Ronny Puschner (KERNPUNKT) unterstützt. Am Anfang hört man ganz, ganz leise ein Klavier und das Knistern einer Plattenspielernadel, bis der Titel mit „Sag du mir, wo ist die Liebe nur geblieben?“ richtig losgeht. Das ist geradezu nostalgisch. Ganz allmählich steigert sich das Stück in Tiefe und Intensität, um in einem Schrei zu münden. Aggressivität, Verzweiflung in geballter Kraft. Einfach TOP! „Eclipse (Single Edit)“ kam schon ungemein druckvoll rüber, aber die Clubversion „Eclipse (Club Edit)“ setzt dem ganz locker noch einen oben drauf. Ein wenig mehr Einsatz der Robovoices und ein hammerharter Bass zwingen einfach zum Tanzen. Sehr gelungen! „Belüge mich nicht“ (Terrorfrequenz Remix), ein Titel vom 2015er-Album „Wake Up Call“. Dafür, dass Terrorfrequenz für Harsh Elektro/Industrial steht, kommt der Titel zwar schön rhythmisch und druckvoll rüber, ist aber trotzdem von einem sanften Synthteppich umschlossen. Nur die Backgroundvocal ist aggressiv verzerrt. Ein starkes Stück gut remixed. „Der letzte Tanz“ (Mechanical Moth Remix) ist auch ein Titel vom 2015er-Album „Wake Up Call“ und wird von der Darmstädter Dark Wave- / Elektro-Band Mechanical Moth remixed. Die Motten sind sowieso Experten der etwas langsameren Gangart und so erscheint dieser Titel etwas gestraffter, dichter als Remix auf Mottenart. Das ist die pure Melancholie! Nun folgt der erste Remix zu „Eclipse“ von der Dark Electro-Band evo-lution. Das Grundkonzept steht noch, aber sie haben viel klanglich umgebaut. Interessant, da es jetzt viel mehr in Richtung Future Pop/Elektro Wave geht. „The Edge“ wurde von der Leipziger Melodic Body Electro Band reADJUST bewerkstelligt. „The Edge“ befindet sich ebenfalls auf dem 2015er- Album „Wake Up Call“. Dieser Remix arbeitet sehr elegant die an Depeche Mode erinnernde Melodie- und Gesangslinie heraus. Sehr schöne, getragene Synthiepop angehauchte Nummer, die im Original viel düsterer ist. Es geht direkt weiter mit „Eclipse“ (Novastorm Remix). Novastorm, besteht aus Tandrin (Mechanical Moth) und Disdain, sind nicht nur bereits seit Mitte 2006 aktive, sondern sind auch für ihren krankem, brutalem und eroti- schem Industrial-Zombie-Elektro bekannt. Ihr Remix von „Eclipse“ zeigt Industrial Einflüsse und ist etwas raubeiniger als sein Original. Ein stimmiger Remix, der dem Titel nicht seinen Charakter beraubt, aber durchaus eine eigenständige Version daraus macht. Der Titel „Der Mammon“ (Desastroes Remix) stammt vom 2016er-Album „About Halos“. Desastroes als Gothic-Elektro-Pop-Band entwickeln genau diese Stimmung in diesem Titel. Schöner harmo- nischer Aufbau, dazu der tiefe, düstere Gesang macht die ganze Sache spannend. Die aus Völklingen stammende Formation The Unknown, die für Industrial und Electronic Rock stehen, remixen genauso den Track „Eclipse“ (The Unknown Remix). Und wiederum hat dieser Titel einen ganz anderen Charakter. Das passt! Abgerundet wird die EP durch den Wutklang Remix zum Song „Seek And Destroy“, der übrigens auch vom 2015er-Album „Wake Up Call“ stammt. Dieser Remix ist großartig düster, aggro mit verzerrter Stimme im ganz kalten Industrialstil remixed.

Fazit: Eine EP mit einer Länge von einer knappen Stunde und 12 Titeln ist schon eine schöne Fleißarbeit. Von den 12 Titeln ist die ausgekoppelte Single „Eclipse“ vier Mal dabei, zusätzlich zwei neue Stücke und der Rest sind Remixe älterer Titel. Sehr auffallend ist, dass „Eclipse“ ein so schönes kraftvolles Dark Electro Stück ist, welches in seiner Stimmung doch positiv rüberkommt und von ziemlich düsteren, ruhigen Stücken, die sich hauptsächlich dem Herz- und Weltschmerz widmen, eingerahmt wird. Irgendwer muss beim Komponieren und Zu- sammenstellen der EP ganz gewaltig Liebeskummer gehabt haben!? Aber diese Mischung zeichnet einen stimmungsmäßig grandiosen Spannungsbogen. Es ist wie die im Titel genann- te Eclipse, wo sich ein Planet vor den anderen schiebt und ihn verdeckt, es kurzzeitig dunkel wird, sodass die Helligkeit wiederkommen kann. Diese musikalische als auch inhaltliche Tiefe zeichnet Intent:Outtake aus. Auch die Remixe sind allesamt von hoher Qualität, geprägt von unterschiedlicher Stilrichtung und von guter Hand ausgewählt, sodass jedes Mal ganz eigen- ständige Versionen von „Eclipse“ herauskommen. Einfach nur genial!

Tracklist:

01. Eclipse (Single Edit)
02. 100 Hertz Schmerz
03. Es tobt in mir (feat. Kernpunkt)
04. Eclipse (Club Edit)
05. Belüge mich nicht (Terrorfrequenz Remix)
06. Der letzte Tanz (Mechanical Moth Remix)
07. Eclipse (evo-lution Remix)
08. The Edge (reADJUST Remix)
09. Eclipse (Novastorm Remix)
10. Der Mammon (Desastroes Remix)
11. Eclipse (The Unknown Remix)
12. Seek and Destroy (Wutklang Remix)

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VÖ: 02.06.2017
Genre: Dark Electro
Label: Sonic-X

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