Funker Vogt – Code of Conduct (CD-Review)

Funker Vogt

Funker Vogt sind zurück! Besetzungswechsel sind in Bands leider nicht zu vermeiden und auch nicht immer einfach. Fans gewöhnen sich an den Sound, die Mitglieder und die Chemie innerhalb der Gruppe muss stimmen, um eine gute Performance abzuliefern. Wenn dann auch noch der Sänger wechselt, ist dies besonders schwer. Nach einigen Jahren Schaffenspause kehren Funker Vogt auf die Tanzflächen der Welt zurück. Gerrit Thomas und Rene Dornbusch werden jetzt durch keinen geringeren als Chris L. (Agonoize/The Sexorcist) am Mirko unterstützt. Eine Zusammenstellung, die viele Erwartungen weckt und die Ansprüche nach oben schraubt. Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Companion in Crime“ steht nun endlich der lang ersehnte Nachfolger und das erste Album in der neuen Zusammenstellung in den Startlöchern. Das Album trägt den Titel „Code of Conduct“ und erscheint am 02. Juni 2017 über Repo Records.

Der erste Track „Phönix“ beginnt mit einem taktgebenden Intro, der kratzige Gesang von Chris L. fügt sich hervorragend in das Gesamtkonzept ein. Mit vereinzelten ruhigen Phasen setzt der Song an wichtigen Textstellen gekonnt Akzente und nimmt dann schnell wieder Fahrt auf. „Kampfbereit“ geht im ähnlichen Tempo los und entpuppt sich schnell als rhythmischer Tanztrack. Religiöse Fanatiker werden mit feinstem Elektrosound kritisiert und bekommen die volle Breitseite Meinungsfreiheit um die Ohren geschmettert. Kritisch waren Funker Vogt schon immer und nie wurde ein Blatt vor den Mund genommen – genauso geht es in „Code of Conduct“ weiter. „Für Immer“ erhöht das Tempo des Albums nochmal und thematisiert den zu frühen Tod geliebter Personen, von denen nur noch der Schmerz bleibt. Trotz des traurigen Texts eine sehr mitreißende und antreibende Nummer. Tanzbefehl ist, obwohl etwas eintöniger und langsamer, definitiv eine Clubnummer und Tanzflächenfüller – der Name ist Programm. Wer hier nicht tanzt, fühlt den Takt nicht. Das Tempo wird wieder angezogen und „Wahre Helden“ reißt spätestens jetzt jeden Zweifler mit. Empirische Hintergrundmusik, geschickte Taktwechsel und starke Rhythmussteigerungen machen den Track zu einem der stärksten Tracks des Albums. Eine Ruhepause wird den Zuhörern zu Anfang mit „Gladiator“ gegönnt. Der Song steigert sich zwar, bleibt aber im Allgemeinen ruhiger als seine Vorgänger. Die erste Singleauskopplung „Der letzte Tanz“ beginnt fast schon Hymnenhaft, steigert sich aber schnell zu einem mitreißenden, zweisprachig gesungenem Meisterstück der Elektroszene. Ein klug gewählter Track für die erste Auskopplung der alle Facetten von Funker Vogt in einem Song vereint und Lust auf mehr macht. Fast schon bedrohlich beginnt „Armed and Dangerous“ bevor hier der starke Beat einsetzt und Füße zum zappeln bringt. Ein Refrain der tatsächlich so melodisch ist, dass er zum Mitsingen einlädt rundet den Song sehr schön ab. Im komplett anderen Gewandt präsentiert sich „Deutsch bleibt Deutsch“. Ein einfacher, gleichbleibender Beat, der sich über das gesamte Stück in der Geschwindigkeit steigert ist wunderbar tanzbar, geht ins Ohr und dank des eingängigen Rhythmus bleibt es dort auch eine Weile. Definitiv ein Ohrwurmgarant. Etwas abwechslungsreicher geht es mit „Brexshit“ weiter. Der Titel ist die pure Kritik an der aktuellen politischen Situation in Europa, begonnen vom Brexit, bis hin zu politischer Abspaltung in linke und rechte Randgruppen. Schwierige Themen, klug verpackt und auf den Punkt gebracht – nicht ohne einen erhobenen Zeigefinger! „Superstar“ überzeugt durch viel melodische Abwechslung bei schnellem Grundbeat. Kurze Nullpunkte, an denen die Musik für Sekundenbruchteile aussetzt zerreißen den Song aber leider ein bisschen. Ein kleiner Wermutstropfen über den man hinwegsehen kann. Das Tempo wird mit „Kämpfer“ wieder verringert und sich gespenstisch aufbauende Hintergrundklänge formieren sich zu einem ruhigen Beat, der über den gesamten Song beibehalten wird. „Theater of War“ ist wieder deutlich kräftiger und mitreißender und nimmt gegen Ende des Albums nochmal Fahrt auf. Das schnellere Tempo wird in der letzten Single „Army of the Doomed“ beibehalten und nochmals gesteigert. Zum Abschluss geben Funker Vogt nochmal alles und zeigen mit einem starken Beat kräftigem Gesang und einem mitreißendem Rhythmus nochmal eindrucksvoll, dass sie wieder zurück sind. Abgerundet wird das Album durch den Rise of an Empire Mix und den Intent:Outtake Remix zum Song „Der letzte Tanz“. Beide Versionen sind sehr gelungen und verdienterweise auf dem Album vertreten.

Fazit: Funker Vogt melden sich eindrucksvoll zurück. Der Wechsel von Frontman und Sänger ist gelungen und wirkt gut durchdacht. Man hört neue Einflüsse, ohne jedoch den alten Stil zu vernachlässigen. Im Gesamten wirkt das Album klar strukturiert, setzt an klaren Punkten Akzente und nimmt den Zuhörer vom ersten Takt an mit. Ein klares Highlight fehlt dem Album leider. Die Songs sind sich zwar alle ebenbürtig und von höchster Qualität, es wird schwer hier seinen Favoriten zu finden, die letzte kleine Spitze – die absolute Topnummer fehlt aber leider. Das aber ist Meckern auf extrem hohem Niveau, denn mit „Code of Conduct“ ist ein starkes Werk entstanden, dass die Szene begeistern wird.

Tracklist: (Ltd. Edition + Bonustracks)

01 Phönix
02 Kampfbereit
03 Für immer
04 Tanzbefehl
05 Wahre Helden
06 Gladiator
07 Der letzte Tanz
08 Armed and Dangerous
09 Deutsch bleibt Deutsch
10 Brexshit
11 Superstar
12 Kämpfer
13 Theater of War
14 Army of the Doomed
15 Der letzte Tanz (Rise of an Empire Mix)
16 Der letzte Tanz (Intent:Outtake Remix)

Bestellen: Amazon

VÖ: 02.06.2017
Genre: Elektro
Label: Repo Records

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