Formlos – Lass Uns Fliegen (CD-Kritik)

Formlos

FORMLOS sind eine fünfköpfige Band aus Sachsen-Anhalt die sich den Rock groß auf die Fahne geschrieben haben. Gepaart mit punkigen Einflüssen will die 2011 gegründete Band nun ihr zweites Studioalbum auf die Ohren der Republik loslassen. Nach dem Debütalbum „Der Falsche Weg“ (2013) gab es lange keine neuen Werke mehr. Stattdessen tourte die Band durch die Republik und heizten in kleinen und großen Clubs ein. Das Warten hat nun aber ein Ende. Am 13.04.2018 erscheint der neue Langspieler namens „Lass uns Fiegen“ via Metal Spiesser.

Track Nr. 1 trägt den klangvollen Titel „Hier stehen wir wieder“. Und der Name ist Programm. Mit ordentlich Gitarre und hämmerndem Schlagzeug feiern die Jungs ihr Comeback. Live bestimmt eine geile Nummer, im Refrain kommt das laute „Hey“ sicher ziemlich gut und lädt zum Mitgrölen ein. Einen hohen Wiedererkennungswert hat auf jeden Fall das Intro von „Tanz!“. Kratzige, leicht quietschende Gitarre, gepaart mit schnellem Schlagzeugrhythmus – kommt ziemlich geil. Musik an – Kopf aus, das ist die Quintessenz des Songs und das haben die Jungs echt gut gemacht, das Feeling des Songs ist sowas von positiv und ist definitiv zum Tanzen gemacht. Sehr stimmungsvoll ist der Beginn von „Ich trinke“. Eine abrupte Wende nach knapp 20 Sekunden schleudert einen direkt in den Song. Ein zwar etwas ruppiger Einstieg, aber gar nicht mal so verkehrt. Dröhnend, kratzige Gitarren ebnen den Weg von „Anlauf nehmen“. Ordentlich Tempo, hämmerndes Schlagzeug und sehr viel Kraft in der Stimme machen den Song zu einem wahren Ohrenschmaus. „Gestern schon bereit“ ist ähnlich aufgebaut, wenn auch etwas kräftiger was die musikalische Untermalung angeht. Klassische Rhythmuswechsel begleitet von kratzigem Gesang und klangvollen Tempoanstiegen sorgen für hohen Wiedererken- nungswert und lassen so viel Raum für ein grandioses Gitarrensolo. Track Nr. 6 ist der Titeltrack „Lass uns Fiegen“. Mit ordentlich Druck und Tempo geht es hier schnell nach vorne. Hier ist der Refrain definitiv ein kleines Highlight. Sehr melodisch und dennoch mit viel Kraft in der Stimme wird hier gemeinsam abgehoben. Im Vergleich zu allen Vorgängern wird es mit „Nutze jede Sekunde“ ziemlich ruhig. Eine Ballade, mit unfassbar viel Kraft und Emotionen, sowohl in der Stimme als auch Instrumental. Das einzig kleine Manko hier, Sänger Lecker kann seinen Dialekt nicht wirklich verbergen, stört hier leider etwas. Ruhig geht es in „Wann reißt mein Himmel auf“ weiter. Wieder eine Ballade mit viel Kraft gepaart mit stimmungsvollen Gitarrensolos und hohem Wiedererkennungswert. In „Schwarzes Blut“ gibt das Schlagzeug deutlich den Takt für die übrigen Instrumente und den Gesang vor. Rhythmisch mit schnellen Wechseln und Temposprüngen wird hier für Abwechslung gesorgt und die Zielgerade eingeleitet. „Ein facettenreiches Spiel“ wird untermalt von zarten Gitarrengezupfe. Erzählt wird die Geschichte vom Leben auf eine so unfassbar schöne Weise, dass der Song ein absoluter Gänsehautgarant ist. Im letzten Refrain wird das Tempo noch einmal aufgenommen, was mindestens genauso gut klingt, wie die zarten Klänge zu Beginn. Dieser Song ist ganz großes Kino. Zum Anfang haben sich die fünf Musiker selbst willkommen geheißen. Jetzt verabschieden sie sich auch wieder selbst. Mit „Auf Wiedersehen“ wird der letzte Song des Albums gespielt. Wieder mit flottem Tempo und eingängigem Rhythmus wird zum Ende noch einmal Stimmung gemacht. Perfekte Reihenfolge und ein schöner Rahmen für das Album.

Fazit: Mit „Lass uns Fliegen“ haben FORMLOS viel richtig gemacht. Ein unfassbar gutes Album, abwechslungsreich, stimmungsvoll und mit hohem Wiedererkennungswert. Vor allem Enno und Jonas an den Gitarren gilt hier ein riesengroßes Kompliment. Wunder- schöne Solos und gigantische Intros wurden hier fabriziert. Auch die Anordnung der Songs wirkt sehr gut durchdacht und konzipiert.

Tracklist:

01. Hier stehen wir wieder
02. Tanz!
03. Ich trinke
04. Anlauf nehmen
05. Gestern schon bereit
06. Lass uns Fiegen
07. Nutze jede Sekunde
08. Wann reißt mein Himmel auf
09. Schwarzes Blut
10. Ein facettenreiches Spiel
11. Auf Wiedersehen

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VÖ: 13.04.2018
Genre: Deutschrock/ Punkrock
Label: Metalspiesser Records

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