Fix8:Sed8 – Foren6 (CD-Review)

Fix8:Sed8

Fix8:Sed8 ist eine extrem düstere Dark Electro / EBM Band aus Frankfurt / Wiesbaden. Wie bei einigen anderen Größen dieses Genres handelt es sich um einen einzigen Mastermind hinter dem Projekt: Martin Sane. Stark beeinflusst durch Heroen der Marke Velvet Acid Christ & Skinny Puppy zeichnet sich sein Sound durch den Einsatz aller möglichen Hilfsmittel dieses Genres aus: passende Samples, düsterer teils sehr anklagender herzlicher Gesang, komplexe Sequenzen, Störfre- quenzen, kantige Rhythmen. 2005 erschien sein Debüt „Humanophobia“. Hilfe dabei hatte er durch Husseyin Koroglu (Phunkmob) und Steve Dragon (In Strict Confidence) am finalen Punkt der Produktion. Vorher hatte er die Electro-Industrial Legende Daniel Myer (Haujobb, DSTR, Covenant, Architect) getroffen, dessen Talente ihn sehr mit beeinflusst haben zu seiner Musik. Heraus kam ein Produkt elektronischer Meisterleistung mit einem Grad an Vielfalt auf allen Ebenen, so dass F8:S8 ein ganz eigenständiges, eigentlich kaum vergleichbares Projekt sind. Anfang 2006 machte Martin beim Wettbewerb „Battle of the Bands“ vom Sonic Seducer mit und kam auf den zweiten Platz (von 50!). Sein Beitrag „Monolith“ auf dem „Endzeit Bunkertracks II“ Sampler ist eine Homage an Skinny Puppy, Puppy-bezogene Musik und eines der Highlights des Debüts. Beeinflusst durch Bands wie Nordschlacht, MC1R und Blame entstand der Nachfolger „Dormicum“ 2008. Von DJ Barmherziger produziert und gemastered, drückte diese Platte den Sound von Martin auf die nächste Stufe. Zum einen gab es kraftvolle vom Beat getriebene Clubtracks, auf der anderen Seite dunkel-atmosphärische Songs. Ihr seht schon: hier erwartet Euch einiges.

Am 19.05.2017 erschien nun endlich 9 Jahre (!) später Album Nummero 3, genannt „Foren6“ mit einem düsteren Cover-Artwork versehen. 12 brandneue Kabinette. Alleine der Album- Name in Verbindung mit dem Artwork ist Genuss pur. Was uns hier erwartet, erfahrt Ihr jetzt. „My Mistress“ eröffnet das Kabinett. Schleichend. Fast klassisch. Beeindruckend. Wunder- schöne Melodien. Künstlerisch hochwertige Elektronik. Spannendes Sample. Erinnerungen an Skinny Puppy werden überdeutlich wach. Richtig feiner Opener! Auf „Baptism of Fire“ wird das Ganze nur verstärkt und der Gesang wird bissiger. Klar, bei der Thematik. Die letzten Stunden für Religionen ticken bereits und Martin liefert den Endzeit-Soundtrack dafür. Der „FlatlineFriend“ hingegen wirkt experimentell. Himmlische Melodien, düsterer Gesang, feine Thematik. DEin passendes Sample verrät grob die Thematik des nächsten Songs „Permanent Memory Loss“. Treibend, Beat getrieben, straight nach vorne, eindringlicher dunkler Gesang. „Permanenter Erinnerungs-Verlust“. Sehr passend im Album-Konzept. Der „Section Room“. Auch er darf hier nicht fehlen. Genau so stellt man sich ihn vor. Man durchläuft ihn regelrecht beim Anhören. So muss Musik! Das Sample und der Gesang scheinen von weit weg aus Boxen und Bildschirmen zu kommen. Wie in Horror-Streifen und entsprechenden Spielen. Ganz stark. „Lynch“. Ebenso verhängnisvoll wie himmlisch. Gefühlvoll wie bedrohlich. Zer- brechlich wie schroff. Ein Lied, das Gegensätze vereint. „Shaped Scratch Mark“. Näher drauf eingehen werde ich nicht. Lasst Euch den Namen auf der Zunge zergehen. Und hört es Euch an. Die perfekte Verschmelzung aus Haujobb und Skinny Puppy und dennoch was ganz eigenes und verdammt genial. Ebenso „High Velocity Spatter“. Richtig schön Old School. Da schlägt das Gruftie-Herz höher. „Puritan“ geht dann mal richtig ab. Es kracht, dröhnt, ächzt und schnauft an jeder Ecke. Hier wird es richtig dicke. „Ligamentum“. Der Name alleine trägt goldene Letter, Magie und beflügeltes Wort. Wem es vorher nicht düster und creepy genug war, bekommt hier sein Fett weg! Das ist Splatter pur! Ebenso auch „Hermaphrodite“. Der Name ist genial genug. Und düster ist es obendrein. Betörend wie vernichtend. Zuletzt kümmert sich die „Eyesaw“ um Euch. Höchst spannende Elektronik, abwechslungsreicher Gesang, prima Lyrics. Welch feines Ende für solch gelungene CD! Mystisch, magisch, düster, hell, emotional, creepy, betörend, mitreißend. Ein dunkler Strom.

Fazit: Was soll man noch sagen. Martin toppt sich jedes Mal selbst. Keines seiner bisherigen Werke klingt wie das andere. Album Nummero 3 ist im Grunde eine einzige Homage an Skinny Puppy, Necro Facility, Haujobb und Splatter. Das ist nicht nur Musik – das ist Kunst. Gerade Musik spiegelt sehr gut wider, wie der / die Musiker sind. Wie sie denken, wie sie Musik machen. Authenzität. Der Umgang mit ihren Thematiken; wie sie sie musikalisch verarbeiten. Das feier ich an Bands wie dieser; so was kann man nicht halbherzig daher trällern. Das ist Musikerblut, welches hier durch jede einzelne Faser pulsiert. Prima Thematik, klasse umgesetzt, hervorragend & überzeugend rüber gebracht & vorgetragen, geniale Elektronik, unterschiedlichste Stimmungen. Eben wie 12 verschieden aufgebaute Kabinette, die schlussendlich alle aufeinander aufbauen oder zumindest igendwie miteinander zu tun haben. Und die Samples sind wieder mal passend gewählt. Genau hier diesen sie zur Verstärkung. Ihr seht schon: Anhören lohnt sich definitiv! Damit ende ich, bedanke mich herzlich bei Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. My mistress
02. Baptism of fire
03. Flatline friend
04. Permanent memory loss
05. Section room
06. Lynch
07. X-shaped scratch mark
08. High velocity spatter
09. Puritan
10. Ligamentum
11. Hermaphrodite
12. Eyesaw

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VÖ: 19. Mai 2017
Genre: Dark Electro
Label: Dependent

Fïx8:Sëd8 im Web:

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