ESA – That Beast (CD-Kritik)

ESA

Nach 3 jähriger Pause kehrt Jamie Blacker, der seit 2002 ESA (Electronic Substance Abuse) betreibt, am 09. März 2018 mit mit einem neuen, extrem persönlichen Album „That Beast“ zurück. Es gibt viele Wege sich einem solchen Longplayer zu nähern. Die Suche nach dem roten Faden im Chaos, das ergründen der Samples und Aussaugen der Inhalte nach dem Sinn. Beides ist gewollt und Bestandteil experimenteller Musik. Sie zeichnet Bilder im Kopf, zerschlägt diese brachial wieder und setzt neu an. Auf „That Beast“ den roten Faden zu finden ist schwer. Langsames trifft auf Brachiales, Schmeichelndes auf Destruktivität. Sprachen wechseln im Verlauf immer wieder, Englisch, Französisch, Deutsch, um nur einige zu nennen. Es stellt gleichzeitig das erste zusammenhängende Werk von ESA dar und gibt daher auch einen Einblick in die volle Bandbreite der Sounds. Es spielt auch im Aufbau mit mehreren Facetten, die bis hin zu Old School Techno reichen. Zwischen Industrial Sounds, Experiment, Noise und EBM Einschlägen bewegt sich The Beast, zu teilen sehr rasant, hin und her. Fordert deine Aufmerksamkeit, ist nichts, was fliest oder sich erklärt. That Beast ruft nach dir, zerrt an dir, um dich anschließend zu reißen. Es sägt an den Nervenbahnen, es kratzt an den Synapsen. Es treibt Dich 100 Meter, um dir dann kurz Ruhe zu gönnen. Bevor es deine Tanzbeinmuskulatur erneut schockt. That Beast breitet Sphären vor dir aus, die getanzt werden wollen aber auch pure Maschinen Härte, die ertragen werden will. Alles, was also ein wildes Tier ausmacht, ist auf That Beast enthalten. Für Maschinen Mädchen und Jungs der richtige Treibstoff die Tanzflächen zu Ölen. Es ist klar clublastig ausgelegt und will Fans bewegen. Man muss ESA auf sich wirken lassen und mehrmals hören, um jeden Winkel zu entdecken. Die Spielzeiten der Tracks zeigen das sehr deutlich. Gerade „Then Follo. Me“ mit 10 Min. Laufzeit will ergründet werden und ergibt nur im Ganzen ein Bild. ESA lehnt sich gegen Konventionen auf und bricht mit Regeln. Spielzeiten über 5 min und Gnadenloses ausreizen eines Themas sind Programm. Da wird nichts nur angerissen und angedeutet, wenn geht es tief hinein und bis in die letzte Ecke des Verstandes. Es ist ein druckvoller Einstand, der ESA über die gesamte Breite beschreibt. Keine Konventionen, kein klassisches Genredenken. Alles kann, nichts muss. „I have Clarity“, welches das Album einleitet, zeigt auch die Shouter Qualitäten auf die Jamie Blacker hat. Eine Stimme wie ein Ofenrohr drückt dir derb in den Nacken. Also lasst Euch in Kontroverse Welten, die manchmal brachial aufeinanderprallen, entführen. Deren Zwi- schentöne entdeckt werden wollen und deren Energie den geneigten Fan zweifellos in Bewegung versetzt.

Fazit: ESA fordert seine Hörer heraus. Jamie Blaker will gehört werden, in allen Farben und Facetten. Das fordert den Hörer anfangs, da die überlangen Tracks Geduld verlangen und Spannungsbögen erzeugen. Gebt Euch dem Mal hin und überlasst Eurer Fantasie das Malen. Loslassen und sich Zeit nehmen. Facettenreich und mit Einflüssen ala Couleur gespickt passt „That Beast“ direkt in kein Genre. Es windet sich aus jeder Begrenzung heraus. Kann man so stehen lassen als Statement. Man darf also auf die weitere Ent- wicklung des Projektes sehr gespannt sein.

Tracklist:

01. I Have Clarity
02. Look Down Below
03. Carry The Noose (feat Massenhysterie)
04. Bad Blood Will Out
05. That Beast
06. Then Follow Me
07. Like Meat (Spoiled)
08. Passing Over
09. I Know
10. I Want It Now
11. Take All Of This

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VÖ: 09.03.2018
Genre: Rhythmic Industrial Noise
Label: Negative Gain

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