Erik Cohen – III (CD-Kritik)

ERIK COHEN

Der Deutsche Rocksänger Daniel Geiger, besser bekannt als Sänger Jack Letten von der Hardcore-Punk-Band Smoke Blow, holt mit seinem Solo-Projekt ERIK COHEN zum nächsten Schlag aus. Bereits seit 2011 ist Geiger nun schon also Solokünstler ERIK COHEN unterwegs und im Gegensatz zu Smoke Blow singt er hier die Songs komplett auf Deutsch. Das Debütalbum „Nostalgie für die Zukunft“ erschien Anfang 2014. Nur zwei Jahre später legte der Rocksänger mit „Weisses Rauschen“ sein 2. Studioalbum, mit dem er sich erstmals in den Deutschen Albumcharts platzieren konnte und dieses auch ausgiebig live präsentierte, vor. 2018 steht nun das nächste Werk in den Startlöchern und auch die ersten Live-Termine (siehe unten) sind bereits bestätigt.

Am 26.01.2018 erscheint nun also Album Nummero 3 und so heißt es auch, „III“. Cover Artwork und Aufmachung muten dieses mal recht düster an, anders als bei seinen beiden Vorgängern. Wie der dritte Streich klingt und ob er auch musikalisch anders ist, erfahrt Ihr jetzt. Los geht es bereits mit einer der Singles. Und zwar sind „Mexikanische Lieder“. Eriks rauchige Stimme, satter Rock, Urlaubs-Feeling, cooler Sound. Mexiko wird sich freuen. Der Sarkasmus in seinen Texten ist sehr genial. Top Singlewahl, geiler Sound für ein Biker-Wochenende! „Sonne“ ist dann etwas smoother, rockt sich aber dennoch derbe! Gab es vorher schon Urlaubs-Feeling, wird das hier nur noch vertieft. Anschnallen, raus fahren an´s Meer und Leben genießen. Und von Erik gibt es den perfekten Soundtrack dafür. Es folgt der „Fährwolf“ und musikalisch ist er eine Mischung aus altem Revoler-Western-Held und rauhbeinigem Seebär. Sehr empfehlenswert, man fühlt sich in eine Mischung aus alter Western-Kneipe und verrauchter Seemanns-Kneipe versetzt. Letztlich geht es auch um die Männer der See. Dem folgt der „Fehmarn“. Für alle, die nicht wissen, um was es da geht: Fehmarn ist eine deutsche Ostseeinsel und nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands. Sie liegt im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Wieder was dazu gelernt. Und Erik hat es geschafft, die Atmosphäre und Beschaffenheit der Insel musikalisch einzufangen & wiederzugeben! Da sind wir auch schon bei den „Englischen Wochen“. Kennt man ja, hier sind sie aber am besten und auch super wiedergegeben. Thematisch ist es wie „Hier ist nicht Hollywood“ eine fette, ordentlich rockende Sozialkritik. Übrigens auch eine Single. „Hart am Overkill“ kennt wohl jeder von uns. Harte Wochen voller Stress und private Sachen, die am Nervenkostüm sägen. Vielleicht frisch getrennt. Liebeskummer. Nichts funzt so richtig. Alle und alles geht einem aufn Wecker. Erik liefert uns für solche Zeiten jetzt die perfekte Hymne! tolles Teil, toller Text! „Spur der Steine“ ist an sich ja schon ein sehr faszinierender Titel. Thematisch steigert sich das nur. Mein persönlicher Anhörtipp! Mit „Belphegor“ wird es nostalgisch. Denn hier werden Bands wie Danzig, Misfits und andere Heroen des Horror Punks gefeiert. Musikalisch und mit Elvis-Horror Punk-typischem Gesang und einer ordentlichen Gruft-Atmosphäre wird die Stimmung des Cover Artworks perfekt widergespiegelt. „Altes Feuer“ lodert danach von Neuem auf. Thematisch geht es letzlich auch darum. Vielleicht ja sogar etwas audiobiografisch? Man fühlt sich Erik auf jeden Fall viel näher. Eine Ode an die Altrocker! Zu guter Letzt steigt der „Gladiator“ in den Ring. Die Arena tobt. Die Rüstung glänzt. Meiner Meinung nach auch ne fette Sozialkritik. Hört es Euch an, findet es heraus. In jedem Fall ein fettes, glorreiches Finale!

Fazit: Wer smoothen amtlichen Rock mit rauchiger Stimme, großem Herz und Händchen für Sozialkritik sucht, ist bei Erik Cohen genau richtig! Und dabei klingen alle 10 Lieder unterschiedlich! Eine Stärke, die ich hervor heben und mit anbringen muss. „III“ hebt sich von den anderen beiden Solo-Alben ab. Einfach, weil es gereifter wirkt. Was mit dem Vorgänger anfing, wurde hier verfeinert und ausgebaut. Amtlicher Altherren-Rock, der sich auch gerne mal vor Vorbildern / Heroen verneigt, dennoch etwas ganz Eigenes ist, mit Tiefgang, Nähe zum Hörer durch Dinge ausm Alltag und ohne jegliche Alterserscheinung! So was nenne ich stark!

Tracklist:

01 Mexikanische Lieder
02 Sonne
03 Fährwolf
04 Fehmarn
05 Englische Wochen
06 Hart am overkill
07 Spur der Sterne
08 Belphégor
09 Altes Feuer
10 Gladiator

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VÖ: 26.01.2018
Genre: Rock
Label: RYL NKR Recordings

ERIK COHEN – ON TOUR 2018

26.01. Berlin – Cassiopeia
27.01. Hamburg – Hafenklang (Ausverkauft!)
23.02. Düsseldorf – Zakk
24.02. Hannover – Mephisto
15.03. Dresden – GrooveStation
16.03. München – Backstage
17.03. Wiesbaden – Schlachthof
07.04. Kiel – Orange Club

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