DoD – Post Stone Age Technology (CD-Kritik)

Darkness on Demand

Nachdem die drei in der Electro-Szene bekannten Musiker Gary Wagner (Winterhart), Falgalas Duus (Winterhart) und Chris L. (Agonoize, The Sexorcist, Funker Vogt) den Klassiker „Dance Or Die“ auf Eis gelegt haben wird von nun an die Geschichte mit ihrem neuen Projekt namens Darkness on Demand fortgesetzt. In gewohnter „Old School EBM“-Manier lassen sie auch weiterhin tanzbare Dancefloor-Grooves und eingängige Melodien ineinander verschmelzen. Nach der erfolgreichen Veröffentlichung ihrer Debütsingle (EP) „City of the Dreamers“ Anfang Februar schickten DoD am 23. Febraur 2018 direkt ihr Debütalbum unter dem Titel „Post Stone Age Technology“ via Repo Records hinterher.

Hören wir rein in das erste Studialbum von „Darkness On Demand“. Mit „I Don’t Need Anybody“ steigen wir mit einem schön brachialen Sound ein, der Laut gibt wie das Nebelhorn eines Frachtschiffes. Es geht in diesem Midtempo-Stück um Orientierungs- losigkeit, Einsamkeit und das Gefühl, nicht anzukommen. Wie die Reise im Zug zur „City of the Dreamers“, in die Stadt der Träumenden, die jeglichen Realitätsbezug verloren haben. Der Track ist bereits Anfang Februar als Single erschienen, die auf das kommende Album neugierig machte. Die Wirkung dieses Titels ist tranceartig, hypnotisch und füllt sicher jede Tanzfläche. „Back to Psychoburbia“ verknüpft das 1992 erschienene Album „Psycho- burbia“ des Vorgängerprojekts „Dance or Die“ mit dem neuen Projekt, was auch musika- lisch stimmt: Old School EBM trifft auf die naturverzerrte Stimme von Wagner. Auf dem ersten Album „3001“ des Vorgängerprojekts befand sich ein Titel selbigen Namens der Band „Dance or Die“. Diese kleine Besonderheit übernahmen sie mit dem Titel „Darkness on Demand“. Auch hier bleiben sie ihrem früheren Stile treu. Sehr bedrohlich wirkt „Take It From the Rich“ passend zum Titel. Wenig melodiös, dafür hart am Beat pulsiert der Synthloop, dazu Shouts und eine in Belcanto intonierende Operndiva verfeinert die dramatische Stimmung aufs Feinste. Passend dazu geht es düster weiter und im industrial Stil mit „Post Stone Age Technology“. Es ist hart, düster, aggressiv und unheimlich cool. Der Refrain dagegen ist eine sich schnell im Ohr festheftende Sentenz. „Body Bleed“ wurde ebenfalls auf der EP „City of Dreamers“ als Remix von Kunstwerk veröffentlich. Versehen mit einem langsamen, pulsierenden Beat und breiten Synthflächen stampft der Beat im Kontrast düster und brachial seinen Weg. Der Gesang flüstert unheimlich, dafür hört man im Hintergrund viele Synthvocals — ein sehr eindringlicher Titel! Sehr mysteriös ist „Dark Dreams“ mit seinen gespenstischen Stimmen, den Kirchenglocken und dem wabernden Synthteppich. Es fällt aus dem Rahmen, weil es eher einer Klangcollage oder dem Soundtrack eines Horrorfilms ähnelt als den anderen tanzbaren Tracks des Albums. Nahtlos geht „Dark Dreams“ über in „Chain Reaction“, das klar und deutlich zur Sprache bringt, worum es in diesem Album geht: „Hey, here we are!“. Das ist die Hymne an den Lebenszyklus. Mal ist man oben auf, denn weg vom Fenster, um dann wieder aufzu- erstehen. Verspielte Synthiesounds und poppiges Tempo verzieren „Believe In Yourself“. Fette Synthvocalchöre schmachten zur raubeinigen Stimme von Wagner: Ein schöner Kontrast. In diesem Stile fällt „Forever“ durch seine optimistische Stimmung auf ebenso wie „I Don’t Believe“. Zum Schluss kommt noch einmal eine ziemlich flotte Nummer. Die Gesangslinie fällt auf, die sich hier in vorher von „Darkness on Demand“ noch nicht gehörte Höhen schraubt.

Fazit: Darkness on Demand haben mit ihrer EP von Anfang Februar ein gutes Debüt gegeben und gezeigt, in welche Richtung es geht: Old School EBM mit melodischem Einschlag. Die Titel oszillieren zwischen harschen Tönen, stampfenden Beat und den etwas leichteren, fast poppigen Tracks wie „Believe In Yourself“. Das sind abwechslungsreiche Facetten, die ein spannungsgeladenes Album hervorgebracht haben. Die Spezialität ist u.a. die auffallend tiefe, raue Stimme von Sänger Gary Wagner, die den Tracks ihre besondere Individualität einimpft. „Dance or Die“ sind nun wieder da als „Darkness on Demand“ und legen ein würdiges Album als Neubeginn einer neuen Ära vor.

Tracklist:

01. I Don’T Need Anybody
02. City Of The Dreamers
03. Back To Psychoburbia
04. Darkness On Demand
05. Take It From The Rich
06. Post Stone Age Technology
07. Body Bleed
08. Dark Dreams
09. Chain Reaction
10. Believe In Yourself
11. Forever
12. I Don’T Believe

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VÖ: 23.02.2018
Genre: Electro, EBM
Label: Repo Records

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