Dezperadoz – Call Of The Wild (CD-Review)

Dezperadoz

Die Vagabunden reiten wieder! Seit 2000 galoppieren die Gavalieros um Onkel Toms Alexander Kraft durch die Musik-Prärie und begeistern durch ihre grandiose Musik. Diese stellt eine Kreuzung aus Heavy Metal und typischen Western-Soundtracks dar und wird gelegentlich als Western Metal bezeichnet. Zu Beginn trat Kraft nur als Komponist, Gitarrist und Produzent bei der Band in Erscheinung. Neben Tom Angelripper (Sodom, Onkel Tom) sang er auch das erste Album ein. Das Album enthält unter anderem Ennio Morricones legendäres Musikstück As A Judgement aus dem Film Spiel mir das Lied vom Tod als Intro sowie eine Coverversion von Ghost Riders In The Sky von Stan Jones. Anschließend stand eine Festival-Saison an, aber Kraft stellte sie aus familiären Gründen hinten an. Seither wurden 3 weitere Alben veröffentlicht, auf denen sogar Tobias Sammet (Edguy, Avantasia), Michael Weikath (Helloween), Doro Pesch und Joacim Cans (Hammerfall) Gastsprecher waren. Die Werke berichten unter anderem von Marshall Wyatt Earp und von einer Zeitreise in das Jahr 1898. Erzählt wird die Geschichte eines zum Tode Verurteilten, der nach den ihm aner- zogenen religiösen Grundsätzen, aus Rache seinen Freund erschossen hatte und nun auf sein Leben zurückblickt. Anfang 2017 erfolgte eine Umbesetzung der Band, es stießen der Bassist Manuel Mandrysch und der Gitarrist Wolfgang Sing zu den Dezperadoz.

Fünf Jahre nach dem letzten Werk „Dead Man´s Hand“ erscheint nun endlich am 05.05.2017 Album Nummero 5 genannt „Call Of The Wild“ mit 13 brandneuen Stücken. Wie das klingt, erfahrt Ihr jetzt. Alles beginnt mit dem Opener „W. H. Bonney“, einem kräftigen Wüstenwind, glorreichen Western-Melodien und einer verwegenen Melancholie-Atmosphäre. Henry McCarty, auch William H. Bonney, Henry Antrim oder auch Kid Antrim, besser bekannt als Billy the Kid, ist als Revolverheld eine der bekanntesten legendären Figuren der Westernge- schichte. Es ist also ein Intro, direkt auf ihn zugeschnitten. Besser kann man in solch Werk nicht starten! „Hell & Back“ legt dann richtig los mit ordentlichem Heavy Metal, knarrzigem Gesang, ordentlich Speed und fiesen Lyrics. Springt auf den Tresen, trinkt und tanzt! Dezperadoz animieren dazu! Nahtlos und ohne Pause geht es direkt über in´s Herz- und Titelstück „Call Of The Wild“. Wie aus einem großen Neuzeit-Western-Blockbuster geht es hier zur Sache. Fenster runter, Maschine packen – wie auch immer, Hauptsache ab auf die Route 66 und die Freiheit genießen! Die Wilden rufen laut und verführerisch. Richtig fies wird dann die Single „Silver City Shuffle“. Hier schießen die Outlaws richtig scharf und lassen die Westernstadt brennen! Obercooler Gesang, Metal, Western, bad boys, Party. Wer darauf steht, ist hier richtig. Gute Singlewahl! Eine feine Ballade genannt „600 Miles (The Escape)“ erwartet Euch danach, die zwar melancholisch ist, aber dennoch ordentlich nach vorne und abgeht. Starker Song, definitiv ein neuer Evergreen! Man hat direkt die Prärie und ihre unglaubliche Weite / Faszination vor Augen. „All The Long Way Home“ ist dann wirklich mal purer moderner Western, eingängig, elegisch, geht direkt unter die Haut und in´s Herz. Ganz starkes Lied und sehr empfehlenswert! Mit „Bullets n´ Bones (The House)“ geht es für die Jungs back to the roots. So kennen und lieben wir sie. Allerfeinster abwechslungsreicher Gesang, starke Lyrics, Heavy Gangster Metal mit ordentlich Pfeffer im Blut, es riecht nach Whisky und Rauch. Einfach nur mega! Der „Lincoln County War (The Regulators)“ darf natürlich auch nicht fehlen. Verwegener Gesang, heroische Melodien, good old western, allerfeinste Atmosphäre. Einfach nur geil, weiterer Evergreen! „Mexican Standoff (Interlude)“ ist wie der Name schon sagt ein kurzes, feines Zwischenspiel / Intro. Melancholisch, elegisch, wunderschön, einsame Spitze! „Thirty Silver Dollars“ baut darauf auf und macht durchaus viel Freude. Alex versteht es, die Stories fein zu erzählen. So auch hier. Feines Liedlein! Zu „Back In The Saddle (Hello Bob)“ gibt es sogar ein feines Lyrics-Video auf Youtube. Es erwartet Euch ein obercooler Western-Metaler mit großer Mission. Helft ihm, dass seine Reise entsprechend lang werden kann! Der „Fandango“ ist ein spanischer Singtanz und war im 18. Jahrhundert in Spanien sehr beliebt. Das Wort Fandanguero ist seit 1464 in Jerez de la Frontera nachgewiesen. Es bezeichnete Sklaven, die Tänze und nächtlichen Tumult veran- stalteten. Die Bezeichnung Fandango für einen Tanz kam jedoch wahrscheinlich erst im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts auf. In unserem Fall ist es ein feines Instrumental, zu dem sich so oder so prima tanzen lässt. „Smile As My Last Day Ends“ muss das Album ja beenden. Allerfeinster Western Rock, perfekt vorgetragen, tolle Atmosphäre, beeindruckend gemacht. Welch grandioses Finale!

Fazit: Dezperadoz sind angekommen. Natürlich waren die vorherigen Werke schon klasse. Aber dieses hier setzt ihnen ein Monument und Billy the Kid ein weiteres. Selten hat es zuvor wer geschafft, die Geschichte, den Western, alles drum herum so prima einzufangen und wiederzugeben. Und das gerade in der heutigen Zeit. Das ist schon sehr genial und da bin ich den Jungs auch sehr dankbar. Klasse erzählt, feinste Musik, klasse Atmosphären, super authentisch, nix gespielt, talientierte Musiker, prima Sänger, ein rundum gutes Album – was will man mehr! Geschichtsunterricht mal anders und das aus Heidelberg. Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Dezperadoz und Euch, sage bis bald, haidiho und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 W.H. Bonney
02 Hell & Back
03 Call of the Wild
04 Silver City Shuffle
05 600 Miles (The Escape)
06 All the Long Way Home
07 Bullets n‘ Bones (The House)
08 Lincoln County War (The Regulators)
09 Mexican Standoff (Interlude)
10 Thirty Silver Dollars
11 Back in the Saddle (Hello Bob)
12 Fandango
13 Smile as My Last Day Ends

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VÖ: 05.05.2017
Genre: Western Metal
Label: Drakkar

Dezperadoz im Web:

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