Delivered Soul – New Time New Way New Life

Delivered Soul

Seit 10 Jahren (2007) betreibt Stefan Uhlmann seine Band Delivered Soul. Electro Pop, EBM und sämtliche weitere elektronische Spielwiesen grast er ab. Auf seinen ersten Alben arbeitete er mit Künstlern wie Markus Bär (Lost Area, X-in June), Caro (Prospective), Marco Blum (Traumtaenzer) etc. zusammen und sie verewigten sich durch Gastbeiträge. Vorher nur im Underground tätig, ist spätestens seit „Heal Me“ eine richtig große Fangemeinde auf seine Musik auf- merksam geworden. Den Großteil erschafft Stefan selbst, seit „Heal Me“ ist Thomas Lüdtke (The Invincible Spirit) für das Mastering zuständig. Ein Demo-Album, drei Eigenproduktionen, drei Alben, eine EP und drei Musikvideos sind bisher erschienen.

Jetzt ist ein Jahr nach dem letzten Werk No Return, genauer gesagt am 13.10.2017, das brandneue Album „New Time New Way New Life“ erschienen und passend zum 10-jährigen Geburtstag gibt es gleich ein feines Doppelalbum. Durch den Albumnamen erschafft Stefan natürlich gleich einen grandiosen Spannungskreis. Was Euch erwartet und wofür der Name der Geburtstags-CD steht, erfahrt Ihr jetzt. „The Beginning of the End“ stellt den ultimativen Opener dar. Gewaltige Sounds, mächtige Melodiewände, wunder- schöne Klangfarben. Ebenso mächtig wie monumental. Traurig und gleichzeitig warm. Zart und doch dröhnend. Perfekter Einstieg! „Feel the Beat“ legt dann ordentlich vor. Hellectro, dunkler Techno, Trance-Elemente, fantastischer Gesang. Oh ja, wir fühlen den Beat! Die absolute Dancefloor-Granate! Es wird melancholisch mit „Music“. Leichte Erinnerungen an Klangstabil und The Invincible Spirit werden hier wach. Sehr gefühlvoll und eingängig. Wer wissen will, was Delivered Soul ausmacht, wie das klingt: hört hier rein! Es wird noch einfühlsamer mit dem wundervoll getragenen „Together“. Man hört deutlich, dass Stefan am Gesang gebastelt hat. Dark Wave, Electro, Trance-Dschungel-Einflüsse. Einfach nur berauschend und magisch, auch bisschen mystisch! „In this World“ erinnert mich streckenweise an Peterchens Mondfahrt. Einfach entschweben, zu den Sternen gleiten, diese Welt hinter sich lassen. Hier wird es extrem elektronisch, Stefan singt eindringlicher wie man ihn kennt, ein wenig Leaether Strip schimmert durch gemischt mit Plastic Noise Experience. All diese Vergleiche bräuchte Stefan nicht, ich sage das nur, damit Ihr Euch ein Bild machen könnt. Sehr zu empfehlen, sehr tanzbar! Ebenso wie die letzten beiden inklusive Intro! Passend zu „Feel the Beat“ und „Music“ folgt nun „Dancing through the Night“, das durch rhythmische Dschungel-Trommeln eingeleitet wird. Dumpfe Elektronik kommt dazu, die mit feinsten Klängen und treibenden Beats wechselt. „Can´t Escape“. Baut im Grunde herrlich auf „In this World“ auf. Und sehr passend, denn auch wir können uns den Klängen nicht entziehen. Romantische Klänge, treibende Beats, powervoller Techno, Flüstergesang, Stefans typische Klangfarbe, Verzweiflung, eine gewisse Hoffnungs- losigkeit, ein kleiner Hoffnungsschimmer. All das findet Ihr hier. „Everyday“. Das wohl heraus stechendste Lied der CD. Eine gewisse Zirkus-Atmosphäre schwebt hier darüber. Bittere Ironie. Täglich grüßt das Murmeltier. Aufgezwungene Freude. Der innere Schrei nach Ausbruch. Aufbruch. Und das verpackt in passende Klänge. „The Fire burns in me“ hingegen ist neben „Music“ das Magischste, Bezauberndste, Beeindruckendste auf der CD. Müsst Ihr unbedingt reinhören, das berührt tief! Selbiges beim deutschsprachigen „Tag und Nacht“. Schiller meets Delivered Soul und Kraftwerk. So würde ich das bezeichnen. Dazu elektronisch verzerrten Gesang. Perfekt! „End“ muss man gar nicht erläutern, erklärt sich von selbst. Das Pendant zum Opener. Die fiese Schwester. Die dunklere Seite. Ein weiter führender Ausklang, der genau da ansetzt, wo das Intro aufhört. Sehr genial, epochal und mit gewisser Endzeitstimmung! Das war CD 1. Doch die zweite folgt sogleich.

Um es mit Wilhelm Busch zu sagen. Diese beginnt ebenso wundervoll wie CD 1. „In your Eyes“ heißt das gute Stück und strahlt genau das aus, was man in den Augen seiner / seines Liebsten sieht. Tief, berührend, nicht von dieser Welt. Und das mit genialster Elektronik umgesetzt. „In your Arms“ passt da super dazu und reiht sich perfekt mit in die Riege ein. „You will never“ haut danach wieder ordentlich auf die Kacke und punktet als typische Delivered Soul Club Granate. „Calling your Name“ passt da sehr gut dazu und wirkt wie eine Fortsetzung zur damaligen Auskopplung „Heal me“ aus dem gleichnamigen Werk. Tanzbar, eingängig, melancholisch, packend. „Memories“. Deep, tiefgründig, genau der Thematik angepasst, audiobiografisch. Ein Teil von Stefan Uhlmann. Sehr tief berühr- end. Passender Gesang, geniale Elektronik. Dark Wave, Cold Wave, Neuzeit-Elektronik, angenehmer Klargesang. Das ist „Tonight“. „Calling your Name“, „Memories“, „You will never“, „After all the Time with You“ – CD 2 lässt einen roten Faden erkennen. Auf jeden Fall beeindruckt auch letzteres in der Reihe. „Don´t forget me“, ein weiterer Kandidat. Abwechslungsreich, zerbrechlich, aber auch geballt, düster, dröhnend. Ein weiteres deutsches Lied ist „Schlaflos“ und Peterchens Mondfahrt geht weiter. Wichtige Fragen des Lebens werden hier gestellt. Jeder, der unter Schlaflosigkeit leidet, kennt diese Gedanken. Auch wenn sich die Fragen jeder stellen sollte. Leute mit ähnlichen Symptomen werden sich hier direkt verstanden fühlen. Alle anderen können es super nachempfinden. Geile Elektronik, klasse Atmosphäre, klasse gesungen, perfekt erzählt. „Don´t tell me Lies“ hingegen ist Stefan wie er leibt und lebt. Derbe Elektronik, derber Gesang. Bietet sich ja auch an. Und es spiegelt die aktuelle Zeit wider. Da gibt es nen fetten Mittelfinger von Stefan. Auch „Inside you“ ist etwas derber. Pfeilschnell. Modernste Elektronik. Kraftwerk wären überglücklich! Und The Eternal Afflicht. Die Single „Lass los“ darf natürlich auch nicht fehlen. Eingängig, düster, gewaltig, fast schon orchestral. Stefans helfende Hand, die er Euch reicht. Nehmen wir gerne an. Sehr gut gewählte Single. Einziger Minuspunkt: der Gesang geht teilweise in der Elektronik unter. „Nachtschwärmer“. Erinnert mich an diese wunderschöne gleichnamige Sampler Reihe. Das Goldstück hätte da super drauf gepasst. Gleichzeitig verehrt das eine längst vergessene Zeit der Nachtschwärmer. Es endet mit „Seventeen“. Worauf die sich bezieht, kann ich leider nicht sagen. Was ich sagen kann, ist, dass es ein einfühlsames, melancholisches, wunderschönes, magisches Finale gibt!

Fazit: Man kann zurecht behaupten, dass dies das bisher ausgereifteste, abwechslungs- reichste und persönliche Album in 10 Jahren Delivered Soul geworden ist! Stefan selbst über das Jubiläumswerk: „Im letzten Jahr bin ich durch eine schwere Zeit gegangen, musste schwerwiegende Entscheidungen treffen, die mir nicht leichtgefallen sind, und letztlich wieder zu mir selbst finden. Ich denke, all das ist auf dem Album zu hören. Es ist sehr vielseitig und steckt voller Gefühle, Träume, privater Verarbeitungen. Eine neue Welt tut sich auf, mit einem neuen Leben in einer neuen Zeit.“ Genau das hört und spürt man auch. Eine kleine private Zeitreise durch sein Seelenleben schenkt er uns hier und es ist einfach nur gut! Man kann sogar sagen: Stefan hat an sich gearbeitet, der Gesang ist abwechslungsreich, guter Klargesang. Auch wenn er zig Genres abklappert und vereint: Stefan ist da, wo er mit Delivered Soul sein möchte. Wirklich angekommen. Und dennoch stets auf musikalischen Pfaden unterwegs, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch eine geniale Mischung ergeben. Das macht DS so besonders. Und eigenständig. Praktisch unvergleichbar. Meine Vergleiche dienten nur der Veranschaulichung.

CD 1

01. The Beginning Of The End
02. Feel The Beat
03. Music
04. Together
05. In This World
06. Dancing Through The Night
07. Can´t Escape
08. Everyday
09. The Fire Burns In Me
10. Tag und Nacht
11. End

CD 2

01. In Your Eyes
02. You Will Never
03. Calling Your Name
04. Memories
05. Tonight
06. After All The Time With You
07. In Your Arms
08. Schlaflos
09. Don´t Tell Me Lies
10. Insid You
11. Don´t Forgive Me
12. Lass los
13. Nachtschwärmer
14. Seventeen

Kaufen:

VÖ: 13.10.2017
Genre: Electro Pop
Label:

Delivered Soul im Web:

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