Centhron – Allvater (CD-Review)

Centhron

CenthronZwei Jahre nach »Biest« (2014) holt die aus Bremen stammdende Harsh-Electro-Band CENTHRON, welche sich im Winter 2001 um Elmar Schmidt (Vocals) und Jörg Herrmann (Programmierung) formierte und 2002 ihre erste Demo-CD namens »Melek Taus« im Eigenverlag veröffentlichten, zum nächsten Schlag aus und meldet sich lautstark mit neuem Material zurück. »Allvater«, so lautet der Titel des neuen, lang erwarteten Albums, welches am 24. März 2017 via Scanner (Broken Silence) erschien. Für das Mastering des neuen Longplayers haben sich Elmar, Markus und Sandra (die neue Dame am Keyboard) niemand Geringeren als den Essener Musikproduzenten Jan Loamfield (X-Fusion / Noisuf-X) an Bord geholt. Das grandiose Cover-Artwork stammt übrigens von Claudi Corsten. Auch zwei neue Videoclips sind bereits veröffentlicht, namentlich das Herz- und Titelstück „Allvater“ und „Deutsches Land“.

Mit Allvater liegt bereits das 7. Album der Bremer vor, auf dem sich 13 brandneue Tracks finden. Wie die klingen und wie Sandra sich so einbringt, erfahrt Ihr jetzt. Düster, brutal, eindringlich, bedrohlich, übermächtig geht es auch los mit „Marschiert ihr Hunde“. Eine eiskalte Stimme wie vom Allvater selbst lässt einem das Blut gefrieren. Elmar feuert in gewohnter Manier gescheit los. Derbe Lyrics, ballernde Elektronik, ordentlicher Bass. Was für ein epischer Einstieg für Centhron 2017! Mit „Skullfucker“ gibt es die erste Club-Granate. Elmars Gesang zeigt neue Facetten auf, Sandra und Markus legen im Hintergrund gescheit los. Die Lyrics sind abgesehen vom Namen deutsch und bissig. Der Name ist mehr als gerechtfertigt, die Bremer f*** Euch gescheit den Schädel! Also tanzt Ihr Wölfe Odins! Wer diesen Höllentanz überlebt hat, wird dem „Raubtier“ zum Opfer fallen. Sandra lässt sich Centhronmal hören und macht sich super am Mikro. Elmar schreit noch etwas mehr als sonst und verkörpert das Raubtier dadurch umso mehr. Fettes Teil! Auch der Name „Frontschwein“ beschreibt das tollwüti- ge Etwas Elmar perfekt! Gemeint ist aber etwas anders. Militärisch, bissig, tanzbar, Schweiß, Blut, Eindringlichkeit, russische Folklore. Ab an die Front ihr Schweine! Mit der zweiten Single „Deutsches Land“ bekennen die Bremer Farbe und Flagge zur aktuellen Situation. Dass das gerne als rechts angesehen wird, erwähnt Elmar im Text ja schon selbst. Aber wer das Trio kennt, weiß, dass sie trotzdem den Mund nicht halten. Umso inbrünstiger wird es hinaus geschrien. Und wie schon im Text erwähnt: jeder sollte so denken wie die 3! Fetten Daumen dafür! Ein BDSM- Erotik-Lied dafür natürlich auch nicht fehlen nach alter Band-Manier. Ich finde, bei „Sie will“ haben Centhron auch mal wieder bessere Lyrik verwendet als bei den letzten dieser Kategorie. Gut gemacht, feiner Text, perfekt geeignet für den innigen Tanz zu zweit. „De sade“ passt da natürlich auch hervorragend dazu. Ob es sich dabei auch Marquis de Sade dreht? Davon ist auszugehen. Immerhin wird er auch erwähnt. „For Victory“ ist hingegen seines Namens auch auf deutsch. Hier wird es ganz besonders militärisch, eindringlich und eingängig. Sehr empfehlenswert! Einherjer (auch Einherjar, Einherier; altnord. „der allein Kämpfende“, „ehrenvoll Gefallener“) bezeichnet in der nordischen Mythologie (Centhronz. B. in der Edda) die gefallenen Krieger, die nach germanischem Glauben von den Wal- küren vom Schlachtfeld zum Heervater Odin nach Walhall geführt werden und dort in einem Kriegerparadies sorgen- frei leben. Tagsüber kämpfen sie ge- geneinander in Übungen, bei denen sie bis zum Tod gegeneinander kämpfen, bis nur noch ein einziger Krieger steht. Dann erwecken die Walküren die Ge- fallenen mit einem Kuss wieder zum Leben. Abends zechen sie gemeinsam in froher Runde. Sie verzehren dort Met aus dem Euter der Ziege Heidrun und Fleisch des sich immer wieder erneuernden Ebers Sährimnir und lauschen Bragis Liedern. Dementsprechend ist „Einherjer“ auch aufgebaut und passt perfekt in die Album-Thematik! Im Anschluss tobt der „Blitzkireg“ und rast wie eine Panzerfront direkt in Euer Herz! Was für eine Granate! Mit der ersten Auskopplung, die als Herz- und Titelstück agiert, machen die Bremer durchaus klar, woran sie glauben und was sie mit Album Nummer 7 „Allvater“ wollen. Der „Hetzer“ sprengt natürlich alles. Extremste Elektronik, derbes Ge- keife, der Berserker unter den 13 Tracks. Suchtfaktor und Tanzdrang! Damit sind wir auch LEIDER schon am Ende angelangt. Aber ein Titel wie „Valhall“ darf auf solch einem Album natürlich nicht fehlen. Hier erleben die Fans auch mal etwas Neues im Klangkosmos des Trios. Was für ein episches, elegisches, grandioses Finale / Epos!

Fazit: Was für ein Überwerk! Meisterwerk Nummero 7 passt wunderbar in eine Reihe mit den Vorgängern „Asgard“ und „Biest“, schafft es aber dennoch, die Wurzeln mit einzubeziehen und neue Elemente mit in´s Boot zu holen. Elmars Frau Sandra passt perfekt zum Sound, kann wundervoll singen und holt alles aus den Maschinen raus. Es dröhnt so dermaßen, dass auch die Götter in Valhall selbst mitfeiern können! Hier sind Odins Wölfe los! Es wird urgewaltig, überirdisch, dröhnend, bissig, verrucht erotisch, militärisch, abrechnend und verdammt tanzbar. Na dann auf die nächsten Jahre mit den Bremern, die es immerhin nun auch schon 16 Jahre gibt. Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Centhron und Euch, sage bis bald, stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Marschiert Ihr Hunde
02. Skullfucker
03. Raubtier
04. Frontschwein
05. Deutsches Land
06. Sie Will
07. For Victory
08. Einherjer
09. Blitzkrieg
10. Allvater
11. De Sade
12. Hetzer
13. Valhall

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VÖ: 24.03.2017
Genre: Viking Harsh Electro
Label: Scanner (Broken Silence)

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