Bannkreis – Sakrament (CD-Kritik)

Bannkreis

2012 trafen sich zwei außergewöhnliche und sehr unterschiedliche Musiker: ERIC FISH, ein durch tausende Konzerte bühnenerprobtes Urgestein der deutschen Rockszene und Johanna Krins, eine junge Sängerin und Multiinstrumentalistin. Beide lernen sich auf einem Konzert kennen. Schnell stellen sie fest, was sie miteinander verbindet: Die Liebe zu handgemachter Musik mit Folk-Einflüssen und der Mut zu tief empfundenen Emotionen. Sie beginnen, miteinander Musik zu machen und erkennen, dass hier etwas Neues entsteht, etwas Großes. Der Zusammenklang ihrer Stimmen erzeugt eine einzigartige Magie und verleiht ihnen gegenseitig Kraft und Ausdruck. Auf der Suche nach ihren eigenen, musikalischen Wurzeln beginnen sie gemeinsam mit den Kollegen von Subway To Sally, Ingo Hampf, Bodenski und Simon Michael Schmitt, im Studio zu arbeiten. Die Band Bannkreis ist geboren. (Quelle: Pressetext)

Nachdem die Epic Folk Rocker von Bannkreis im Februar zum ersten Mal live vor Publikum und Journalisten im Berliner Club Cosmic Kaspar spielten, die Termine für die große Album-Tour durch Deutschland im Herbst feststanden, schickten sie am 09. März 2018 mit „Lebewohl“ ihre Debütsingle zum kommenden Album voraus. Heute, am 16. März 2018 ist es nun endlich soweit: Mit „Sakrament“ kommt das 1. Studioalbum, welches 13 Tracks umfasst, über Universal Music / Airforce1 Records auf den Markt. Schon mit dem Opener „Lebenslinien“ kann der Irish Folk Einfluss nicht verleugnet werden. Ebenso wenig kann Eric Fish seine Identität als Sänger von der Mittelalter-Rock Band Subway to Sally wegen seiner unverkennbaren Charakterstimme verbergen. Diesem eingängigen Track werden noch viele Ohrwürmer folgen, die wie „Lebenslinien“ einen satten Wall of (Folk) Sound hören lassen. Sehr hübsch ist das Querflötensolo mit dem Hauch von Jethro Tull. Der nächste Ohrwurm lässt nicht lange warten: die Ballade „Lebewohl“. Ganz wunderbar verwebt sich die raue Stimme von Eric mit der hohen, klaren Stimme von Johanna zum Duett, das tiefe Emotionen hörbar macht. Der Abschied ist schmerzlich und die Wiederkehr ungewiss. Mit „Hilf mir zu glauben“ gibt es Epic Rock pur auf die Ohren. Die Texte des Albums sind unpolitisch, aber hier hören wir Andeutungen an das Thema Flucht und Vertreibung. Für diesen Titel fahren sie den kompletten orchestralen Prunk heran. Einem uralten, mystischen Thema widmet sich „Fährmann“. Rockig und mit treibendem Rhythmus kommt es nah an den Stil von Subway to Sally. Spannend ist hier der Tempowechsel zwischen Strophe und Refrain. Am Ende erklingt ein musikalisches Zitat eines alten Tanzlieds. Leicht orientalisches Flair zaubert „Aus fernen Ländern“ aus dem Ärmel. Der Wechsel zwischen dem breiten Wall of Sound und den zarten und akustischen Klängen ist sehr schön. „Doch ich weiß es“ stammt aus der Zusammenarbeit mit Santiano. Dieser Track wurde letztes Jahr auf deren Album „Im Auge des Sturms“ veröffentlicht. Auch hier gibt es eine kleine Spezialität: Anfangs erklingt ein Didgeridoo. Der Titel legt ein flottes, dynamisches Tempo vor und ist angenehm rockig. Diese Zusammenarbeit trägt gute Früchte, denn es finden sich die Stimmen zu einem harmonischen Zusammenklang. Ein Gewitter stimmt ein in die ruhige Ballade „Sakrament“. Ihre Botschaft ist universell: „Du bist nicht allein“. Folkig und theatralisch erklingt „Nimmermehr“. Mit Glocken eingeläutet hat dieses Stück die Qualitäten eines Musicals. „Bannkreis“ ist das Lied gewordene Fundament der Band, ihr Aushängeschild und Wappen. „Dann werden Sterne zu uns singen, werden uns die Lieder bringen … dann ziehen wir Euch in den Bann!“. Mit akustischer Gitarre bezaubert das Liebeslied „Erdbeermond“ ganz romantisch und mit einfühlsamen Gesang das Gemüt. Etwas aus dem Rahmen fällt mit seiner düsteren Mystik „Rabenflug“. Es ist mit Abstand das dramatischste Stück auf dem Album. Bemerkenswert ist die schöne Schlagzeugbegleitung, denn sie treibt die Dramatik dieses Stückes einfühlsam voran. Johanna singt weitgehend allein, was der Stimmung dieses Liedes gut bekommt. „Rabenflug“ ist mit dem vollen Orchester einer Rock-Oper ausgestattet. Ein melancholischer Titel über Trennung und Endgültigkeit ist „Kein Weg zurück“. Es startet im Irish Folk Stil mit Flöte und Geige, steigert sich aber immer mehr in orchestrale Höhen. Den Abschluss macht „Ins Dunkel“. Märchenhaft zeigt es düster-romantisch den Weg ins Dunkel, ins hymnisch Sehnsuchtsvolle.

Fazit: Epic Folk Rock ist wahrlich die passende Bezeichnung dieses Stils. Bannkreis erzählen Geschichten voller Sehnsucht, Leid und Romantik, die ohne Zeit und Raum existieren. Inszeniert werden diese Geschichten mittels des Instrumentariums einer Folk-Rock Band zusätzlich spezieller Soloinstrumente wie Flöten, Geigen, Didgeridoo usw. Hinzugefügt werden Sequenzen alter Tanzlieder, Phrasen aus dem Irish Folk und begleitet mit den faszinierenden Stimmen von Eric und Johanna. So entsteht ein eingängiges, bombastisches Werk, das ohne Probleme als hymnischer Soundtrack für einen gewaltigen mittelalterlichen Fantasy-Epos gelten könnte. Bannkreis legten Wert darauf, dass jedem Titel eine exklusive Zutat beigefügt wird, z.B. ein spezielles Soloinstrument, eine besondere Phrase oder eine ausgeklügelte Rhythmik oder Tempowechsel. Das macht dieses Album zu einem spann- enden Projekt, dass bei jedem Hören eine erneute Facette erklingen lässt. Es ist ein Album, was sich entdecken lässt und wunderbar viel Raum zum Träumen und für große Gefühle lässt.

Tracklist:

01. Lebenslinien
02. Lebewohl
03. Hilf mir zu glauben
04. Fährmann
05. Aus fernen Ländern
06. Doch ich weiß es (+ Santiano)
07. Sakrament
08. Nimmermehr
09. Bannkreis
10. Erdbeermond
11. Rabenflug
12. Kein Weg zurück
13. Ins Dunkel

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VÖ: 16.03.2018
Genre: Epic Folk Rock
Label: Universal Music / Airforce1 Records

Bannkreis im Web:

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